PIXEL bringt neue Features und optische Verschönerung

PIXEL: Neue Desktop-Umgebung für Raspberry Pi und Raspbian
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Die Raspberry Pi Foundation hat nach knapp zwei Jahren Entwicklungszeit eine neue Desktop-Umgebung vorgestellt: PIXEL, kurz für Pi Improved XwindowsEnvironment, Lightweight, löst das bestehende LXDE ab. Mit an Bord sind neben vielen optischen Änderungen auch einige neue Features.

Das Entwicklerteam der Raspberry Pi Foundation hat eine neue Desktop-Umgebung für ihre Linux-Distribution Raspbian vorgestellt. Die PIXEL getaufte grafische Benutzerumgebung soll an die Zeiten von BASIC auf dem Sinclair ZX81 erinnern und durch die Namensgebung wieder deutlicher machen, dass es sich um eine Desktop-Umgebung für den Raspberry Pi handelt. PIXEL steht für Pi Improved XwindowsEnvironment, Lightweight.

Raspberry Pi bekommt neue Desktop-Umgebung

Der PIXEL-Desktop wird ab sofort mit dem Raspbian-Image ausgeliefert. Die meisten Änderungen der Desktopumgebung betreffen das Aussehen ebendieser: So ersetzt ein grafischer Splash-Bildschirm die Boot-Nachrichten beim Start des Betriebssystems. Dort wird nun auch die Versionsnummer des Systems angezeigt.

Splash-Bildschirm in PIXEL, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

Splash-Bildschirm in PIXEL, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

Eine weitere Neuerung betreffen die Desktop-Hintergründe: Standardmäßig sind jetzt 16 Hintergründe von Greg Annandale, einem der Gründer der Raspberry Pi Foundation, enthalten. Zu finden sind diese unter /user/share/pixel-wallpaper.

Des Weiteren haben die Icons für Taskbar, Menü und Dateimanager ein Makeover spendiert bekommen. In Programmmenüs werden Icons allerdings nicht mehr angezeigt, was zu mehr Übersichtlichkeit und einer besseren User Experience führen soll. Auch die roten und gelben Rechtecke zur Warnung vor Überhitzung bzw. Unterspannung wurden durch ein Thermometer und einen Blitz ersetzt.

Neue Icons in PIXEL, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

Neue Icons in PIXEL, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

Zudem wurde das Fensterdesign geändert und orientiert sich nun eher an Apples und Microsofts Designrichtlinien. Die seit Jahren beliebte Schrift Roboto bleibt weiter in Gebrauch, wurde aber in der Darstellung leicht optimiert. Auch der Login-Screen wurde an das restliche Design des Desktops angepasst; der automatische Login bleibt aber die Standardeinstellung.

Neue Features in PIXEL

Aber auch neue Features bringt PIXEL mit sich: So ist nun das Deaktivieren von Bluetooth und WiFi über entsprechende Einträge im Menü möglich. Funktionieren soll das Ganze nicht nur mit dem Raspberry Pi 3, sondern auch mit den meisten externen Adaptern.

Ab sofort sind auch die VNC-Server und -Viewer-Applikationen von RealVNC ins System integriert. Vorsicht: Nutzer, die bisher xrdp zur Steuerung des Raspis einsetzen, sollten dies vor dem Einsatz von RealVNC deaktivieren, da es sonst zu Konflikten kommen kann. Ebenfalls mit im Paket ist der neue SenseHAT-Emulator, der bereits vor einigen Wochen vorgestellt wurde.

SenseHAT-Emulator, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

SenseHAT-Emulator, Quelle: https://www.raspberrypi.org/blog/introducing-pixel/

Darüber hinaus bringt PIXEL Aktualisierungen für bestehende Applikationen mit sich: Statt dem Epiphany-Browser kommt nun erstmals Chromium auf dem Raspberry Pi zum Einsatz. Auch einige Erweiterungen sind bereits vorinstalliert: So werden der Ad-Blocker uBlock Origin und die Erweiterung h264ify mitgeliefert, die YouTube-Videos die Hardware-Beschleunigung des Raspis nutzen lässt.

Außerdem gab es einige weitere kleinere Verbesserungen und Bug-Fixes, wie zum Beispiel Optimierungen für Scratch und Node-RED. Ausführliche Informationen zu allen Änderungen bietet der Eintrag im Raspberry-Pi-Blog.

Bestehende Nutzer können das Image direkt aktualisieren; für alle anderen steht ein Raspbian- und PIXEL-Image zum Download zur Verfügung. Das unkomprimierte Image beansprucht mehr als 4 GB, weshalb Usern älterer Entpacker der Umstieg auf 7-Zip oder The Unarchiver empfohlen wird.

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