Außerdem: Industrie 4.0 in Deutschland auf dem Vormarsch

Inside IoT: neue Kamera für Raspberry Pi, watchOS-Apps ohne iPhone & Samsung Artik IDE
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute geht es unter anderem um das Kamera-Upgrade für Raspberry Pi, Apple gibt bekannt, dass watchOS-Apps ab Juni auch ohne iPhone funktionieren müssen und Payback mischt ab sofort im Mobile Payment mit. Außerdem stellt Samsung die Artik IDE vor, die Verbraucherzentrale Bundesverband fordert klare Regeln für die Mobilität 4.0 und die Industrie 4.0 ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Dann zeigen wir euch noch, wie man aus Luft Energie fürs IoT gewinnen kann.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Raspberry Pi: Kamera bekommt Upgrade

Der Raspberry Pi selbst wurde seit seiner Veröffentlichung 2012 bereits ein paarmal verbessert, doch das Fünf-Megapixel-Kamera-Modul blieb stets dasselbe. Bis jetzt. Denn der im alten Modul verbaute OmniVision-OV5647-Sensor hat bereits Ende 2014 sein End of Life erreicht. Ein neuer Sensor musste ausgesucht werden und nun ist die Wahl auf den IMX219-Acht-Megapixel-Sensor von Sony gefallen. Weiterhin sind Versionen mit sichtbarem und Infrarot-Licht verfügbar – auch am Preis von rund 25 Dollar für die Kamera ändert sich nichts.

Apple: watchOS-Apps müssen ohne iPhone laufen

Ab 1. Juni müssen alle watchOS-Apps, die Entwickler an den App Store übermitteln, native, mindestens auf dem watchOS-2-SDK-basierende Apps sein. Das gibt Apple im Developer-Blog bekannt. In der Praxis bedeutet das, dass alle Apple-Watch-Apps auch ohne iPhone funktionieren müssen. In Zukunft könnte diese Entwicklung zu einer Verbesserung der App-Qualität führen, da mehr Funktionalität vorhanden sein muss. Allerdings wird es durch die technischen Beschränkungen der Apple Watch, vor allem in Bezug auf die fehlende Datenverbindung, auch zu Limitationen in der Funktionsweise der Apps kommen. Die ausführlichen Richtlinien für watchOS-Entwickler lassen sich auf der watchOS-Developer-Website nachlesen.

Payback mischt im Mobile Payment mit

Wie Payback via Pressemitteilung bekanntgibt, will Deutschlands größtes Rabattkartensystem ab Juni das mobile Bezahlen ermöglichen. Kunden sollen mit der dazugehörigen App Payback-Punkte sammeln, Coupons einlösen und an Kassen bezahlen können. Ab 31. Mai soll die App kostenfrei im Google Play Store und im App Store zur Verfügung stehen. Zu den ersten Partnern der neuen Bezahllösung gehören dm (ab Juni) und real,- (ab Juli). Partner wie Aral, GALERIA Kaufhof, REWE und Alnatura sollen im Herbst folgen. Die Zahlungen werden via NFC und über QR-Codes möglich sein und per Lastschrift abgebucht werden. Da Payback rund 28 Millionen Rabattkarten im Umlauf hat, die nach eigenen Angaben etwa 3,5 Millionen Mal pro Tag genutzt werden, könnte der Einstieg ins Mobile Payment durchaus für Veränderung in der deutschen Bezahllandschaft sorgen: 86 Prozent der App-Nutzer finden die digitale Karte laut Marktforschung attraktiv, 36 Prozent wollen in Zukunft auch damit bezahlen.

Samsung veröffentlicht Artik IDE fürs IoT

Gemeinsam mit Codenvy hat Samsung nun die Artik IDE vorgestellt: In der Entwicklungsumgebung lassen sich Applikationen für Samsung-Artik-IoT-Devices erstellen. Artik IDE basiert auf der browserbasierten Eclipse-Che-IDE. So ist es möglich, Applikationen in verschiedenen Sprachen (z. B. Java, JavaScript, Python, C und C++) zu schreiben und die App direkt auf dem entsprechenden Zielgerät zu verwalten. Die dazu passenden neuen Artik-Geräte sollen ab Mai erhältlich sein; der Artik 10 umfasst 16 GB Flashspeicher und 2 GB LPDDR3-Memory. Artik 10, kombiniert mit der Artik-Entwicklungsumgebung, könnte zum Konkurrenten für den Raspberry Pi 3 werden. Zudem verfügen die Artik-Devices über MQTT- und COAP-Unterstützung; auch die Kommunikation mit der Artik-Cloud ist möglich.

Verbraucherzentrale fordert Regeln für Mobilität 4.0

Nachdem vergangene Woche in Deutschland bereits erste Grundlagen für das autonome Fahren vom Bundeskabinett beschlossen wurden, fordert nun die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klare Regeln für die sogenannte Mobilität 4.0. Ergebnisse einer vom vzbv durchgeführten Befragung zeigen, dass die Deutschen Angst davor haben, einem autonomen Auto das Fahren zu überlassen (69 Prozent). Weitere Bedenken sind der Verlust der Privatsphäre und die Angst vor Hacking, die sogar 80 Prozent der Befragten äußerten. Aus diesem Grund setzt sich die Verbraucherzentrale für Transparenz bei der Verwendung und Speicherung von Dateien seitens der Autohersteller und des Handels ein. Zudem müsse die Frage der Haftung neu gestellt werden:

Wenn Autofahrer die Fahraufgabe an ein autonomes System übergeben, dürfen sie nicht in der Verantwortung stehen. Bei Fahrfehlern, die das Auto im hochautomatisierten Modus produziert, darf der Verbraucher weder straf- noch zivilrechtlich herangezogen werden.

Es müsse eben permanent dokumentiert werden, wer gerade am Steuer „sitze“, so Marion Jungbluth vom vzbv.

Industrie 4.0 in Deutschland auf dem Vormarsch

Was das Thema Industrie 4.0 angeht, sind Deutschland und die USA führend – so die Ergebnisse einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom. Dabei wurden 559 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern gefragt, welche Nation ihrer Meinung nach beim Wandel der klassischen zur vernetzten Fabrik international den Ton angibt. 28 Prozent sehen die USA auf Platz eins, gefolgt von Deutschland auf Position zwei (25 Prozent). Den dritten Platz belegt Japan mit 20 Prozent; mit großem Abstand folgt Frankreich mit acht Prozent.

Zu dieser Wahrnehmung trägt auch bei, dass laut Umfrage fast jedes zweite Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe (46 Prozent) Industrie-4.0-Anwendungen nutzt. Weitere 19 Prozent planen einen konkreten Einsatz – das heißt, dass bereits 65 Prozent aller deutschen Industrieunternehmen im Bereich der Industrie 4.0 aktiv sind. Nur zwölf Prozent sagen, dass Industrie 4.0 für sie kein Thema ist oder sein wird. Zu den wichtigsten Zielen zählen die Verbesserung der Prozesse und der Kapazitätsauslastung sowie optimierte Kundenbeziehungen und eine Senkung der Kosten. In puncto Investitionen agieren die Unternehmer allerdings noch vorsichtig: 57 Prozent haben zwar Gelder für die Industrie 4.0 eingeplant, das Budget macht aber nur rund vier Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Energie fürs IoT aus der Luft

Ein kleiner batterieloser Computer könnte die Art und Weise der Entwicklung im Internet of Things revolutionieren. Die größte Hürde im Entwicklungsprozess ist oftmals die Energieversorgung und die damit verbundene Größe und Schwere des jeweiligen Geräts. Die Mitarbeiter des Sensor Lab der University of Washington haben eine Lösung entwickelt, mit der dieses Problem bald der Vergangenheit angehören könnte: WISP, oder Wireless Identification and Sensing Platform, besteht aus einer Kombination eines Sensors mit einem Computer-Chip. WISP benötigt keine angeschlossene oder eingebaute Energiequelle, sondern nimmt über einen RFID-Reader Radiowellen auf, die es dann in Elektrizität umwandelt. Allerdings kann WISP nicht mit Smartphone- oder Laptop-Chips mithalten: Nutzer können etwa dieselbe Geschwindigkeit wie ein Fitbit-Prozessor und ähnliche Funktionalitäten erwarten.

It’s not going to run a video game, but it can track sensor data, do some minimal processing tasks, and communicate with the outside world.

Erstaunlicherweise ist die Technologie aber ziemlich schnell: WISP weist in etwa die gleiche Bandbreite wie Bluetooth Low Energy auf und kann so kabellos programmiert werden.

So, for example, a fitness tracker running on WISP can now download a new tracking function, or be updated to fix a bug or glitch, without plugging it into anything. That’s important because it’s never been done before.

Wie das Ganze aussieht, zeigt folgendes Video:

 

Aufmacherbild: Hands taking photo milkshake with smartphone (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Rasulov

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