Außerdem: Tattoos sind die neuen Wearables

Inside IoT: Raspberry Pi Zero, autonomer Traktor & Drohnenregistrierung in den USA
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Die Highlights aus dem IoT-Universum. Heute unter anderem mit dem neuen Raspberry Pi Zero, einem autonomen Traktor und dem Vormarsch der Drohnenregistrierung in den USA. Außerdem sind Tattoos die neuen Wearables, wir präsentieren eine Studie zum Thema IoT in Unternehmen und stellen euch ein EEG-Beanie vor.

Auch heute gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Raspberry Pi Zero ist da

Die Tüftler hinter Raspberry Pi haben heute alle Entwickler mit einem neuen Raspberry-Pi-Model überrascht: Der Raspberry Pi Zero ist da! Ziel der Macher war eine deutliche Kostenreduktion der Hardware, denn ein programmierbarer Computer gilt auch unter Tech-Enthusiasten noch immer als Luxusgut. Das herkömmliche Raspberry Pi Model B schlägt mit einem Preis von 20-35 Dollar zu Buche – eigentlich recht günstig, doch der Betrag hält dennoch einige Menschen vom Kauf ab.

Aus diesem Grund wurde der Raspberry Pi Zero entwickelt, der ab sofort für schlappe fünf Dollar in den USA und in Großbritannien per Onlineshop erhältlich ist. In den nächsten Wochen soll der Zero auch in anderen Ländern verfügbar sein. Der Zero ist ein vollwertiges Mitglied der Raspberry-Pi-Familie und umfasst unter anderem einen 1 GHz ARM11 Core, 512MB LPDDR2-SDRAM, Micro-USB und Micro-SD-Anschlüsse sowie GPIO- und Video-Header.

Autonomer Traktor steht Open Source zur Verfügung

Manchen Leuten geht die technologische Entwicklung einfach zu langsam vonstatten – zu diesen zählt auch Matt Reimer, kanadischer Farmer. Reimer gehört eine rund 1.000 Hektar große Rapsfarm, auf der er seit der letzten Erntesaison einen autonomen, GPS-gesteuerten Traktor einsetzt. Der Traktor ist in der Lage, völlig autonom die Geschwindigkeit zu halten, Ernte aufzunehmen und sich anschließend selbstständig zu parken.

So it didn’t seem like a big stretch to me that if we could already control the wheels of our tractors using a GPS signal, that the tractor could drive itself in the field and come alongside the combine without anybody in it.

Den gesamten Entwicklungszyklus von frühen Testfahrten bis hin zum voll autonomen Ernten ist auf Reimers YouTube-Account dokumentiert. Sowohl Hardware als auch Software sind Open Source verfügbar.

Drohnenregistrierung in den USA auf dem Weg

Die steigende Anzahl von Drohnen führt vor allem in den USA zu immer mehr Problemen. Das Department of Transport (DOT) schätzt, dass Ende 2015 mehr unbemannte als bemannte Fluggeräte im US-Luftraum unterwegs sein werden. Tatsächlich verstopfen Drohnen immer öfter den Luftraum, fliegen unkontrolliert und stellen dadurch ein signifikantes Sicherheitsrisiko dar. Neben einem Social Network für Drohnen, das den Luftraumverkehr überwachen soll, arbeiten die Federal Aviation Administration (FAA) und das DOT an einem Plan zur Drohnenregistrierung. Eingereicht wurde der Vorschlag von einer Industrie-Taskforce – darunter unter anderem Google und Amazon –, die den Umgang mit Drohnen reglementieren möchte. Registriert werden sollen in Zukunft alle Drohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen. Nutzer sollen sich online anmelden, sodass eine eindeutige Zuordnung der Drohne zu ihrem Besitzer möglich ist. Auf diese Weise soll unkontrollierten Flügen und illegalen Manövern Einhalt geboten werden.

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Tattoos sind die neuen Wearables

Fitnesstracker gibt es viele – doch die Firma Chaotic Moon treibt das Konzept der Selbstvermessung einen Schritt weiter: Selbstklebende, temporäre Tattoos sollen als „eingebaute“ Fitnesstracker dienen. Von CEO Ben Lamm als „the new wearable“ bezeichnet, bringen die sogenannten TechTats alles mit, was auch reguläre Fitnesswearables bieten: Microcontroller, LEDs und die Fähigkeit, Stresslevel, Körpertemperatur, Herzschlag, Blutdruck uvm. zu messen. Die gesammelten Daten werden über einen Tracker zur zugehörigen App transferiert – und zwar über eine spezielle elektrisch leitfähige Farbe. Das Device soll hauptsächlich im medizinischen Umfeld zum Einsatz kommen, etwa zur Vorsorge oder Überwachung. Auch ein Einsatz bei Kindern oder Soldaten sei möglich.

Studie: IoT in kleinen Unternehmen Chefsache

Das Internet of Things ist allgegenwärtig, doch wer ist in Firmen dafür verantwortlich? Laut einer Studie des schwedischen M2M-Experten Telenor Connexion übernimmt für 28 Prozent der Befragten diese Rolle der CIO/IT-Manager. In jedem vierten Unternehmen existiert allerdings gar kein IoT-Verantwortlicher. Zudem zeichnet sich ab, dass das Internet of Things als Chefsache gewertet wird: In kleinen Unternehmen ist das IoT zu 40 Prozent Chefsache, bei 33 Prozent ist derzeit niemand zuständig. In 39 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5.000 Angestellten gibt es immerhin einen CIO oder IT-Manager. Auch zeigte sich, dass Unternehmen nur selten externe Hilfe für das Internet of Things in Anspruch nehmen – und das, obwohl sie sich selbst mehr schlecht als recht damit auskennen. „Die Implementierung des Internet der Dinge wird oft als rein technischer Vorgang betrachtet, den allein die IT-Abteilung zu verantworten hat. Doch um eine gute IoT-Lösung zu entwickeln, sollte abteilungsübergreifend das zugrundeliegende Geschäftsmodell erarbeitet werden“, so Andrea Sroczynski, Strategic Business Development bei Telenor Connexion.

DIY: EEG-Beanie

Des Öfteren ertappt man sich bei der Frage, ob sein Gegenüber eigentlich überhaupt mal nachdenkt. Darauf kann jetzt eine Antwort gegeben werden: Mit einem EEG-Beanie wird die Gehirnaktivität visualisiert. Mithilfe von Elektroden, die auf der Kopfhaut angebracht werden, können kleinste elektrische Veränderungen gemessen werden, die bei Neuronenaktivität entstehen. Indem man diese Signale durch einen Computer verstärkt, lässt sich eine eventuelle Gehirnaktivität in Echtzeit anzeigen. Mit einem einfachen EEG-Modul lässt sich zudem durch verschiedene Farben anzeigen, wie aufmerksam oder entspannt der Träger gerade ist; auch die Steuerung von Interfaces auf dem Computer ist mit dem Beanie möglich. Ein ganz nützliches Gadget, oder?

 

Aufmacherbild: Harvester machine to harvest wheat field working (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Subbotina Anna

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