Wie können Beacons das Internet of Things zukünftig bereichern?

Die Zukunft von Beacons
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Beacons basieren auf einem Sender-Empfänger-Prinzip: Sie senden regelmäßig Signale aus, die vom Empfänger – beispielsweise einem Smartphone – über eine installierte App erkannt werden. Die sogenannten Leuchtfeuer basieren auf Bluetooth Low Energy, das extrem stromsparend arbeitet. Eingesetzt wird die Technologie zum Beispiel, um Produktinformationen an Kunden direkt am Point of Sale zu übermitteln. Doch was kann die Beacon-Technologie noch erreichen und welche Bereiche sind in Zukunft interessant?

Bluetooth Beacons sind derzeit in aller Munde und sollen dem stationären Handel dabei helfen, die Nachteile gegenüber dem Online-Handel wettzumachen. Weltweit sind derzeit bereits rund eine Million Beacons im Umlauf. Bis zum Ende des Jahres 2018 rechnen Experten mit einer globalen Verbreitung von 60 bis 300 Millionen Beacons. 2016 soll der durch Beacons beeinflusste Umsatz im Handel 44 Milliarden Dollar ausmachen. Beacons und Bluetooth Low Energy haben also das Potenzial, Kerntechnologien des Internet of Things zu sein bzw. zu werden. Dieser Ansicht ist auch Philipp von Gilsa, der auf der IoT Con 2015 in seiner Session „The Future of Beacons“ der Frage nachgeht, welche technologischen Bereiche Beacons in Zukunft erobern werden.

Use Cases der Beacon-Technologie

Derzeit kommen Beacons überall da zum Einsatz, wo digitale Informationen in Offline-Kontext gesetzt werden. Sie selbst übermitteln bloß eine eindeutige Kennung, die aus UUID und Major-/Minor-Kennung besteht. Die UUID ist dem Hersteller fest zugeordnet, wohingegen die Major- und Minor-Kennung vom Betreiber der Installation frei vergeben werden. Sie dient der eindeutigen Zuordnung der Beacons an einem bestimmten Ort. Apps, die die Beacon-Technologie nutzen, können vielfältig auf ihre Umgebung reagieren.

Einsatzszenarien sind momentan beispielsweise Einzelhandel, Bildungseinrichtungen, Museen und Sportveranstaltungen. So werden Beacons in Baseballstadien der USA dafür genutzt, um die Navigation zu vereinfachen und Besucherströme effizient zu leiten. Im Einzelhandel lassen sich gezielt Produktinformationen am PoS einblenden, Besucherwege lenken und sogar Einkäufe durchführen.

In Zukunft werden die Use-Cases für Beacons vielschichtiger sein. So können beispielsweise Farmen mit Tausenden von Tieren Beacons nutzen, um Aktivität und Position des Viehs zu tracken und so kranke Tiere aufzuspüren. Weitere Anwendungsszenarien sind für Philipp von Gilsa die Solarenergie und die Mobilität – durch Solarpannels können Beacons bequem aufgeladen werden und das Mobilitätskonzept meint ein ganzheitliches Device mit bereits integriertem Beacon. Zudem wird die Hardware intelligenter und die Marktakteure spezialisierter. Philipp von Gilsa geht davon aus, dass eine flächendeckende Beacon-Infrastruktur in ein paar Jahren Kernbestanteil unserer Umwelt sein wird.

Welche Anforderungen bringen großflächige Beacon-Anwendungen mit sich? Softwareseitig nach von Gilsa etwa ganz klar die Frage, wie sich eine große Infrastruktur managen, sichern und konfigurieren lässt, also wie sich zum Beispiel das Kopieren oder der Diebstahl von Beacons vermeiden lässt. Diese Fragen stellen sich Akteure zu Beginn von Beacon-Tests und kleineren Installationen oftmals nicht. Security, Sharing und Remote Management sind wichtige Schlagwörter, die Akteure im Markt berücksichtigen müssen. Sharing betrifft die Analyse von Daten und den Verkauf von Beacon-Flächen, Remote Management meint das Verwalten von einer großen Anzahl Beacons. Das kann entweder mittels End-User über eingebaute SDK oder den Akteur selbst geschehen.

Die wichtigsten Global Player

Die beiden bekanntesten Player auf dem Markt sind zurzeit Google mit Eddystone und Apple mit seinen iBeacons. Mit dem offenen Beacon-Format Eddystone hat Google ein Äquivalent zu Apples iBeacon vorgestellt. Die Plattform unterstützt sowohl Android- als auch iOS-Geräte und fungiert als ganzheitliches Konzept mit einer zentralen Beacon-Registrierung für offene Plattformen. Google setzt dabei auf Bluetooth Low Energy (BLE). iBeacons funktionieren prinzipiell genauso wie Eddystone, allerdings nur mit iOS-Devices – Apple hat die kleinen Sender vor rund zwei Jahren auf den Markt gebracht.

Laut von Gilsa braucht man sich derzeit noch nicht zwischen den beiden Formaten zu entscheiden; am besten wäre es, Anwendungsszenarien für beide Formate zu entwickeln. Der Markt wird sich spezialisieren, sodass einzelne Firmen konkrete Aufgaben übernehmen: Es erfolgt eine Spezialisierung auf Hardware, Software usw., um so die bestmögliche Anwendungsweise und User Experience zu generieren.

Aufmacherbild: Simple illustration of lighthouse and ships via Shutterstock / Urheberrecht: in_dies_magis

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