IPC-Keynote 2010: PHP, End of Life und was Ruby mit Scala gemein hat
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An Tag drei hatten die Teilnehmer der aktuellen International PHP Conference / WebTech Conference die Wahl zwischen gleich zwei Keynotes – die WebTech fasste auf ihrem Cloud Rush im Gespräch mit Tim Fischer,

An Tag drei hatten die Teilnehmer der aktuellen International PHP Conference / WebTech Conference die Wahl zwischen gleich zwei Keynotes – die WebTech fasste auf ihrem Cloud Rush im Gespräch mit Tim Fischer, Christian Heilmann, Tobias Kunze Briseño, Jonathan Weiss und Lothar Wieske die aktuellen Statements zur Cloud zusammen. Provokante These: Die Deutschen überlegen erst mal „Wie mach ich’s richtig?“ – dann ist der Zug bereits abgefahren.

COBOL, Cola, Scala

Locker und vor ausgebuchter Halle (die Plätze waren bis auf den letzten Stuhl belegt) präsentierte sich einen Saal weiter die speziell auf die PHP-Teilneher abgestimmte Keynote von Pierre-A. Joye (Microsoft) und Johann-Peter Hartmann (SektionEins). Der Titel PHP – Yesterdays Scala and the Cobol of tomorrow? orientierte sich an der unter einigen Core-Developern laufenden Diskussion darüber, ob PHP nicht langsam die Luft ausgehe (was intern die Weiterentwicklung der Sprache betrifft).

Das müsse nicht zwingend negativ gesehen werden – PHP sei erwachsen geworden und die Technologie mittlerweile im Mainstream angekommen und praktisch plattformübergreifend nutzbar. Droht ein Vendor Lock-in, könne relativ leicht gewechselt werden.

We are mainstream – even Microsoft uses PHP.

Der Mainstream macht sich auch auf andere Arten bemerkbar. Ging es „damals“ noch darum, sich als Developer allein mit PHP auskennen mussten, sind die Anforderungen über die Jahre gestiegen. Wer sich heute professionell mit der Sprache auseinandersetzt, muss sich zwangsläufig auch mit den Tools auskennen. Frameworks (wie beispielsweise Symfony) sollten zum Grundwortschatz gehören.

So people will care for PHP in the future. Not because they like to, but because they have to.

Johann und Pierre bemerkten (unter Berufung auf eine Gartner-Studie), dass sich PHP damit mittlerweile kurz vor oder auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung befände und in Zukunft wohl vor allem der professionelle Einsatz das Bild von PHP prägen werde. Damit einhergehend könne man auch grob das End of Life von PHP prognostizieren – grob um das Jahr 2037 herum. Verzögert werde dieses Ende jedoch durch die (im Zuge der Professionalisierung) auf PHP basierende Softwarebasis.

„Tools like Drupal and WordPress will delay PHP’s End of Life.“ That’s a THX from PHP to WordPress, isn’t it?

Auf den ersten Blick drängen sich da sicherlich Parallelen zu COBOL auf; die seit 1960 verbreitete Sprache wird noch heute (gerne) eingesetzt. Auch Ruby wurde auf der Keynote ein gewisser Hype nicht abgesprochen, die Sprache steuere derzeit aber auf das Scala-Problem zu: Avantgarde zu Beginn, aber die kritische Masse dann doch verfehlt.

PHP has been ready for NoSQL two years ago.

Diskussionswürdig: Wenn PHP seinen Zenit erreicht hat, welchen Herausforderungen wird sich die Technologie dann in Zukunft stellen müssen? Hat es noch Sinn über die Weiterentwicklung einzelner Features im Core zu diskutieren, wenn eine solide und leicht zu erweiternde Basis doch bereits vorhanden ist?

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