Ist Microsoft keine Konsumenten-Marke mehr
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Lebt Microsoft zu sehr in der Vergangenheit? CNN hat die Behauptung aufgestellt, dass Microsoft eine sterbende Konsumentenmarke sei. Zwar habe das Unternehmen einige der klügsten Köpfe der Welt in seinen

Lebt Microsoft zu sehr in der Vergangenheit? CNN hat die Behauptung aufgestellt, dass Microsoft eine sterbende Konsumentenmarke sei. Zwar habe das Unternehmen einige der klügsten Köpfe der Welt in seinen Reihen und hätte auch zukunftsträchtige Projekte initiierte, wie zum Beispiel den Tablet-PC Courier oder das Cloud-basierte Windows Media Center. Dennoch scheiterte das Unternehmen jüngst daran, diese Projekte auch auf dem Markt umzusetzen.

In fast jedem Konsumenten-Projekt von Microsoft, glaubt CNN Money ein Problem erkennen zu können. So werden derezit zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder mehr andere Browser genutzt als der Internet Explorer. Mit Windows Live versuchte man ein eigenes soziales Netzwerk zu etablieren, das aber nicht als echte Antwort auf Facebook verstanden werden konnte.

Im mobilen Sektor habe Microsoft derzeit nur noch einen Marktanteil von fünf Prozent. Und auch im Bereich der Tablet-PCs warte man sechs Monate nach der Markteinführung des iPads noch immer auf eine ernsthafte Antwort von Microsoft. Zudem stellt CNN die Strategie infrage, auf Windows 7 statt Windows Phone 7 als Betriebssystem für Tablets zu setzen. Selbst die erfolgreiche Xbox wurde mittlerweile vom Nintendo Wii zurückgedrängt.

Lediglich Windows 7 kann mit über 240 Millionen verkauften Lizenzen auf eine Gute Entwicklung zurückschauen. Doch CNN betrachtet Windows 7 nicht als Konsumentenprodukt, da die meisten Bestellungen von Unternehmen kamen, die Windows Vista aufgrund der schlechten Performance einfach übersprungen hatten.

CNN geht sogar so weit, Parallelen zu IBM zu erkennen, da das Unternehmen auch einst führend im Vertrieb von PCs war, mittlerweile aber nur noch Business-Produkte anbietet. Etwas Licht am Ende des Tunnels sieht man dann aber doch: Windows Phone 7, der kommenden Internet Explorer 9 und Xbox Kinect würden das Potenzial besitzen, um wieder verstärkt die Konsumenten gewinnen zu können.

Microsoft ließ die Interpretation von CNN nicht lange unkommentiert stehen. Microsofts PR-Mann Frank Shaw erwiderte den Artikel via Twitter und stellte unter anderem heraus, dass sehr viele der 240 Millionen verkauften Windows-7-Lizenzen von privaten Konsumenten stammen würden.

Auch DailyTech sieht das Ganze etwas weniger dramatisch: Microsoft liege nicht im Sterben, aber es fehle der Hunger vergangener Tage. Reuters interpretiert die Situation von Microsoft in einem längeren Bericht sogar als eine Art von Reifungsprozess. Jedes Unternehmen, dass einmal rapide gewachsen war, müsse sich darauf einstellen, dass die Aktien und Gewinne irgendwann nicht mehr rasant steigen werden. Dasselbe würde auch bald Google blühen, glaubt man bei Reuters.

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