Interview mit Adam Bien zum Java-Geburtstag

Java feiert 25. Geburtstag: „Inkonsequente Architekturen finde ich amüsant“
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Java wird 25 Jahre alt – definitiv ein Grund für uns hier auf entwickler.de zu feiern. Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten, Features, Releases und Kontroversen. Wir haben im Zuge dieses Jubiläums mit einer Reihe von Java Champions und Experten aus der Community über ihre Highlights und Lieblings-Features aus 25 Jahren Java sowie ihre Wünsche für die nächsten 25 Jahre gesprochen. Dieses Mal im Interview: Adam Bien, Autor und Java / Jakarta (SE/EE) / MicroProfile Enthusiast.

Entwickler: Was war dein ganz persönliches Java-Highlight der letzten 25 Jahre?

Adam Bien: Die JavaONE 2000 in San Francisco und auch die erste JAX in Mörfelden.

Entwickler: Was ist dein Lieblings-Feature im JDK?

Adam Bien: Der Compiler 🙂

Entwickler: Welches Feature vermisst du, bzw. was glaubst du, welches Feature das JDK wirklich braucht?

Adam Bien: Destructuring. Es ist aber im Zuge von Project Amber schon unterwegs: https://cr.openjdk.java.net/~briangoetz/amber/serialization.html

Entwickler: Hast du eine lustige oder interessante Java-Geschichte, die du gerne mit der Community teilen willst?

Adam Bien: In den Anfängen von Java wollte ein Entwickler unbedingt die Exceptions und Log-Level auf Tönen abbilden und tatsächlich einen Lautsprecher im Serverraum installieren. Auf meinen Vorschlag hin, für eine vereinfachte Identifikation des Servers gleich eine Dolby-Surround-Anlage zu installieren (Dolby Digital gab es damals noch nicht), hat er sich beleidigt weggedreht.

Entwickler: Was ist dein größter Java-Albtraum

Adam Bien: Inkonsequente Architekturen finde ich amüsant, z.B. eine große Anzahl von Microservices, die von einem kleinen Team immer gleichzeitig released werden, oder mehrere Mapping-Schichten, die in der langjährigen Geschichte eines Projekts noch nie etwas entkoppelt haben. Auch den Klassiker: Sevice service = new ServiceImpl() gibt es so vermutlich nur in Java.

Manche Vorgaben, wie etwa 100% Code Coverage, führen dazu, dass auch enums– oder toString-Methoden getestet werden. Hinzu kommt der Zwang, alles zu dokumentieren, der zu Kommentaren wie z.B. „Das ist eine Klasse“ führt. „Dienst nach Vorschrift“ kann daher tatsächlich zu Albträumen führen.

Entwickler: Bitte vervollständige den folgenden Satz: Für die nächsten 25 Jahre Java wünsche ich mir…

Adam Bien: …weiterhin viel Spaß mit dem Code.

Entwickler: Vielen Dank für das Interview!


Entwickler, Consultant, manchmal Konferenzsprecher, Autor und Java / Jakarta (SE/EE) / MicroProfile Enthusiast Adam Bien (adambien.blog) arbeitet mit Java seit JDK 1.0, JavaScript seit LiveScript und hat immer noch sehr viel Spass am Programmieren. Adam veranstaltet regelmässig Java EE / WebStandards / JavaScript Workshops am Flughafen München (http://airhacks.com).

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