Interview mit Michael Vitz zum Java-Geburtstag

Java feiert 25. Geburtstag: „Die Idee und Umsetzung der Rückwärtskompatibilität in Java finde ich herausragend“
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Java wird 25 Jahre alt – definitiv ein Grund für uns hier auf Entwickler zu feiern. Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten, Features, Releases und Kontroversen. Wir haben im Zuge dieses Jubiläums mit einer Reihe von Java Champions und Experten aus der Community über ihre Highlights und Lieblings-Features aus 25 Jahren Java sowie ihre Wünsche für die nächsten 25 Jahre gesprochen. Dieses Mal im Interview: Michael Vitz, Senior Consultant bei INNOQ.

Entwickler: Was war dein ganz persönliches Java-Highlight der letzten 25 Jahre?

Michael Vitz: Für mich persönlich gibt es nicht das eine Highlight, vor allem kein technisches. Java verdanke ich einen Großteil meiner bisherigen professionellen Karriere und ich habe dabei ein Vielzahl von Menschen auf Konferenzen oder bei Trainings kennengelernt. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich würde also sagen, dass für mich vermutlich die Menschen und damit die Community mein Highlight von Java sind.

Entwickler: Was ist dein Lieblings-Feature im JDK?

Michael Vitz: Eigentlich zwar kein direktes Feature, aber die Idee und Umsetzung der Rückwärtskompatibilität in Java finde ich herausragend. Meiner Meinung nach ist dies der Faktor dafür, dass Java auch nach 25 Jahren noch derart verbreitet ist. Natürlich hat dies auch dazu geführt, dass wir immer noch eine Menge Klassen/Ideen haben, die heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form benutzt werden sollten. Aber ich finde dies als Preis für die Rückwärtskompatibiltiät angemessen.

Entwickler: Welches Feature vermisst du, bzw. was glaubst du, welches Feature das JDK wirklich braucht?

Michael Vitz: Ich weiß nicht, ob es das eine Feature gibt, welches Java noch braucht. Es gibt immer wieder Dinge, wie z.B. Records, die die Entwicklung angenehmer machen – aber es geht eben auch ohne. Woran Java in Zeiten von Cloud-Native-Architekturen noch arbeiten kann, sind Startzeiten und der Ressourcenverbauch während der Laufzeit. Aber auch hier wird ja bereits an Möglichkeiten gearbeitet (etwa GraalVM Native Images). Ich bin optimistisch, dass wir hier weiter vorankommen werden.

Entwickler: Was ist dein größter Java-Albtraum

Michael Vitz: Dass erfahrene Entwickler aufgeben, die Grundlagen sauber an Sprachneulinge zu vermitteln. Natürlich finde ich es toll, dass moderne Frameworks es massiv erleichtern, Java-Projekte zu starten und umzusetzen. Ohne eine gesunde Basis besteht jedoch die Gefahr, schnell in Bereiche vorzudringen, an denen wir entweder Dinge tun, ohne zu wissen was genau unter der Haube passiert, oder frustriert aufgeben. Beides ist langfristig nicht gut und würde, meiner Meinung nach, der ganzen wunderbaren Community schaden.

Entwickler: Bitte vervollständige den folgenden Satz: Für die nächsten 25 Jahre Java wünsche ich mir…

Michael Vitz: …eine weiterhin derart stabile Platform, die aktiv weiterentwickelt wird und dabei auch größere Innovationen zulässt. Ich denke nur so werden wir in 25 Jahren auch einen glücklichen 50. Geburtstag feiern.


Michael Vitz verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Entwicklung, Wartung und im Betrieb von Anwendungen auf der JVM. Aktuell beschäftigt er sich vor allem mit den Themen Microservices, Cloud-Architekturen, DevOps, Spring Framework und Clojure. Als Senior Consultant bei INNOQ hilft er Kunden, wartbare und wertschaffende Software zu entwickeln.

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