Interview mit Eberhard Wolff zum Java-Geburtstag

Java wird 25: „Das Spring Framework war eine der wichtigsten technischen Innovationen im Java-Ökosystem“
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Java wird 25 Jahre alt – definitiv ein Grund für uns hier auf Entwickler zu feiern. Ein Vierteljahrhundert voller Geschichten, Features, Releases und Kontroversen. Wir haben im Zuge dieses Jubiläums mit einer Reihe von Java Champions und Experten aus der Community über ihre Highlights und Lieblings-Features aus 25 Jahren Java sowie ihre Wünsche für die nächsten 25 Jahre gesprochen. Dieses Mal im Interview: Eberhard Wolff, Fellow bei INNOQ.

Entwickler: Was war dein ganz persönliches Java-Highlight der letzten 25 Jahre?

Eberhard Wolff: Sicherlich das Spring Framework. Es stellte eine der wichtigsten technischen Innovation im Java-Ökosystem dar. Außerdem stand es sehr lange absolut im Zentrum meiner Arbeit und hat mir dabei auch persönlich sehr viel gebracht. Neben der Technologie machen auch die Community und die beteiligten Personen Spring, aber auch das gesamte Java-Ökosystem, zu einem Highlight.

Entwickler: Was ist dein Lieblings-Feature im JDK?

Eberhard Wolff: Ich fand Invokedynamic wichtig, weil dadurch die JVM sich anderen Sprachen noch stärker geöffnet hat und sich so die Community verbreitert hat. Die GraalVM setzt diese Öffnung fort und leistet außerdem einen wichtigen Beitrag, um Java auch in der Welt der Container eine spannende Zukunft zu ermöglichen.

Entwickler: Welches Feature vermisst du, bzw. was glaubst du, welches Feature das JDK wirklich braucht?

Eberhard Wolff: Rückwärtskompatibilität ist ein wichtiges Java Feature und ein Hauptgrund, warum Java und das Java-Ökosystem schon so lange so erfolgreich sind. Rückwärtskompatibilität macht es aber auch schwierig, neue Features im JDK umzusetzen. Daher bin ich nicht sicher, ob neue Features im JDK wirklich so wichtig sind. Das Java-Ökosystem und die Community sind als Innovationstreiber meiner Meinung nach wichtiger und da passiert ja nach wie vor sehr viel.

Entwickler: Hast du eine lustige oder interessante Java-Geschichte, die du gerne mit der Community teilen willst?

Eberhard Wolff: Ich finde die Geschichte von Java selbst eigentlich am spannendsten. Ursprünglich war es eine Webtechnologie im Browser mit Applets, dann auf dem Server mit Application-Servern. Heute redet niemand mehr von Applets, dennoch ist Java auf dem Client in Blu-Ray-Playern und auf der Android-Plattform weit verbreitet. Java war erst ganz klar auf damals noch langsamen virtuellen Maschinen zu Hause, die durch JIT-Compiler hoch optimiert wurden, sodass sogar andere Sprachen auf das JDK portiert wurden. Heute steht hingegen mit der GraalVM direkt ausführbarer Maschinencode auf dem Programm. So viel Wandel über die Zeit finde ich sehr interessant und hält das Ökosystem so lange so relevant.

Entwickler: Was ist dein größter Java-Albtraum

Eberhard Wolff: Ich fände es schade, wenn sich die Community dauerhaft und fundamental zerstreitet. Das macht nicht nur keinen Spaß, sondern gefährdet auch die Plattform. Ebenso wird es schwierig, wenn einer der kommerziellen Player seine Interessen rücksichtslos durchsetzt und dadurch die Plattform beschädigt. In Ansätzen zeigen sich solche Dinge immer wieder, aber sie waren bisher nie albtraumhaft. Und die breite Unterstützung ist der wichtigste Grund für die Stärke von Java. Ich denke, das ist den meisten in der Community auch klar.

Ich fände es schade, wenn sich die Community dauerhaft und fundamental zerstreitet.

Entwickler: Bitte vervollständige den folgenden Satz: Für die nächsten 25 Jahre Java wünsche ich mir…

Eberhard Wolff: …auch weiterhin eine solch tolle Community und so viel Innovation.


Eberhard Wolff ist Fellow bei INNOQ und arbeitet seit mehr als fünfzehn Jahren als Architekt und Berater, oft an der Schnittstelle zwischen Business und Technologie. Er ist Autor zahlreicher Artikel und Bücher, u. a. zu Continuous Delivery und Microservices, und trägt regelmäßig als Sprecher auf internationalen Konferenzen vor. Sein technologischer Schwerpunkt sind moderne Architektur- und Entwicklungsansätze wie Cloud, Continuous Delivery, DevOps, Microservices und NoSQL.

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