JavaScript, ECMAScript2015 und das Namenswirrwarr
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Bereits seit seinen Anfängen sorgt JavaScript bei Entwicklern für Verwirrung – gerade, wenn es um den Namen geht, denn auch wenn das Präfix Java- darauf schließen lässt, ist JavaScript kein Subset von Java, sondern eine eigene Sprache.

Mindestens genauso viel Verwirrung entsteht allerdings auch durch die Benennung von ECMAScript, das bisher mithilfe von Editionsnummern JavaScripts Semantics, Syntax und Verhalten definierte. Auch nach der Bekanntgabe des Namens der neuen ECMAScript-Version, deren Release für Sommer diesen Jahres geplant ist, wird sich das wohl nicht ändern – sondern womöglich für noch mehr Wirrwirr sorgen. Andrea Giammarchi erklärt in einem Blogpost, warum.

Umbenennung in ES2015 deutet auf schnelleren Release-Zyklus hin

ECMAScript 3 ist die meist genutzte und kompatibelste ES-Version überhaupt, und auch der 2009 veröffentlichte ES-5-Standard ist fast vollständig crossplattform-kompatibel. Doch um dieses Maß an Kompatibilität zu erreichen, hat es lange gedauert. Betrachtet man den derzeitigen Stand der Crossplattform-Kompatibilität von ECMAScript 6, dessen Release für Sommer diesen Jahres geplant ist, liegt die Vermutung nahe, dass auch hier Jahre ins Land gehen werden, bevor das gleiche Maß an Kompatibilität erreicht wird.

Darum sorgt die Umbenennung des neuen ECMAScript-Standards in der Community für einiges Aufsehen. Erst vor kurzem enthüllte Allen Wirfs-Brock auf Twitter das Cover des Spezifikationsentwurfs, der demnach ECMAScript2015 heißen soll.

Es scheint also, dass man von der bisherigen Benennung in Editionen zu Gunsten einer Benennung nach Jahren abweicht. Die Vermutung liegt nahe, dass dadurch ein schnellerer Release-Zyklus beworben werden soll, bei dem – wie zu den Anfängen von ECMAScript – ein jährliches Update erfolgt.

Das Problem: die Erwartungen der Entwickler

Doch warum könnte genau das zum Problem werden, und was hat das alles mit dem eingangs erwähnten Namenswirrwarr zu tun? In erster Linie geht es hierbei um die Erwartungen der Entwickler und den Umgang mit der Benennung von ECMAScript. Dazu sagt Andrea Giammarchi:

It took years of community effort to explain what ECMAScript is about, and how to reference a specific version

Dazu kommt, dass durch die Umbenennung und der dadurch erwarteten jährlichen Überarbeitung die Crossplattform-Kompatibilität auf der Strecke bleiben könnte, weil sie sich schlicht nicht in einem Jahr erreichen lässt. Genauso bietet die Benennung nach dem Jahr keinen Indikator für erreichte Meilensteine und Kompatibilität, weil sich aus der Bezeichnung kein Feature-Set oder Erwartungen für die nächste Version des Standards ableiten lassen.

Diese Umbenennung der kommenden ECMAScript-Version könnte also bei Entwicklern eine neue Welle der Verwirrungen auslösen – gerade, weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass die Community einige Zeit für die Adaption des ECMAScript-Standards gebraucht hat. Das dringendere Problem dürfte allerdings das Aufrechterhalten der Crossplattform-Kompatibilität sein, doch wie sich der mögliche geplante jährliche Update-Zyklus darauf auswirkt, lässt sich bisher nur vermuten. Für den Moment heißt es daher: Abwarten.

Aufmacherbild: Too many question marks on white papers von Shutterstock / Urheberrecht: Creativa Images

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