Christian Liebel im Interview zu Angular

„Das Verpacken einer Angular-Anwendung als PWA ist eigentlich nur der nächste logische Schritt“
Kommentare

Christian Liebel (Thinktecture) erklärt im Interview unter anderem, wofür Angular geeignet ist und wofür nicht, was schnelle Versionssprünge für Projektleiter bedeuten und was beim Bauen einer Progressive Web App mit Angular zu beachten ist.

Mirko Hillert: Auf den Angular Days 2017 hast du den Workshop „Praktische Projekterfahrung mit Angular“ geleitet, der viel Interesse hervorgerufen hat. Derzeit ist die Version Angular 4, erschienen im März 2017, im Einsatz und die Version 5 ebenfalls bereits da. Was heißt das für Projektteams?

Christian Liebel: Ganz generell ist es bei solchen Versionssprüngen wichtig, dass die Projektteams die Sprünge auch mitmachen. Angular hat einen relativ schnellen Releasezyklus von sechs Monaten. Immer dann erscheint eine neue Major-Version, die potenzielle Breaking Changes enthalten kann. Oftmals sind es die kleinen Sachen, die ein Team mitmachen muss. Zum Beispiel Deprecations wie der alte HTTP Service, der jetzt deprecated wird.

Es gibt kleine Paradigmenwechsel in Angular, die man auch einer Codebasis anmerkt, wenn man diese nicht nachgeführt hat. Weiterhin profitieren Angular-Entwickler bei Angular 5 von Performancezugewinn und den neuen Service-Worker-Implementierungen, sodass man auch mit Angular schöne Progressive Web Apps schreiben kann.

Mirko Hillert: Wo siehst du Fallstricke, wenn man in die Arbeit mit Angular einsteigt?

Christian Liebel: Angular ist auf jeden Fall leichter und besser verständlich als sein Vorgänger-Framework AngularJS, weil man bei den Konzepten ein wenig aufgeräumt hat. Dennoch gibt es Konzepte, die erst einmal verstanden werden müssen. Deshalb sehen wir oft in Projekten, dass es sehr hilfreich ist, wenn sich die involvierten Entwickler auf einer gemeinsamen Basis begegnen. Sie kommen aus den verschiedensten Bereichen – vielleicht .NET oder Java, vielleicht haben sie noch nie Web-Entwicklung gemacht – und da sind Trainingsveranstaltungen wie die Angular Days relativ praktisch. Hier kann man versuchen, sich anzugleichen, und gegenseitig Erfahrungen austauschen.

API Summit 2017

JavaScript Testing in der Praxis

mit Dominik Ehrenberg (crosscan) & Sebastian Springer (MaibornWolff)

Node.js Quickstart

mit Sebastian Springer (MaibornWolff)

Mirko Hillert: Welchen Stellenwert hat Angular derzeit und auch zukünftig in der JavaScript-Welt?

Christian Liebel: Auch hier ist es so, dass Angular anders ist als sein Vorgänger AngularJS. Angular ist im Prinzip eine Anwendungsplattform für das Web, sowohl für klassische Web-Apps als auch für mobile Apps, also Anwendungen, die auf dem Smartphone trotzdem noch gut zu bedienen und zu verwenden sind.

Mirko Hillert: Wofür eignet sich Angular deiner Meinung nach eher nicht?

Christian Liebel: Zur klassischen Webseitenerweiterung ist Angular nicht geeignet. Es gibt gleichgewichtigere Frameworks als Angular. Gerade wenn ich schon eine bestehende Webseite habe und dieser noch Funktionalität beifügen muss, könnte Angular die falsche Wahl sein.

Mirko Hillert: Warum sollte die Entwicklung von Progressive Web Apps (PWA), um die es ja in deinem Workshop ging, gerade mit Angular geschehen?

Christian Liebel: Angular bringt bereits die Strukturen mit sich, um Large Scale Applications groß zu ziehen. Es unterstützt bei der Applikationssegmentierung und der Wiederverwendung von Code. Das ist schon einmal eine gute Basis, um dann auch Progressive Web Apps zu bauen. Bei Progressive Web Apps versucht man, das mentale Modell von nativen Anwendungen mit ins Web zu nehmen. Das heißt, dass man zum Beispiel alle Assets und Daten lokal vorhalten kann.

Angular tut das bereits heute, sodass man das entsprechend entwickeln kann. Das Verpacken der Angular-Anwendung als PWA ist dann eigentlich nur der nächste logische Schritt.

Mirko Hillert: Ich bedanke mich für das Interview, Christian.

Im Interview: Christian Liebel
Christian Liebel ist Softwareentwickler bei der Thinktecture AG in Karlsruhe. Dort entwickelt er moderne Cross-Plattform-Apps auf Basis von Angular, Cordova, Electron, Node.js und .NET. Christian ist mit dem Web groß geworden und hat sein Handwerk mit Microsoft-Technologien gelernt. Er ist begeistert von den neuen Möglichkeiten der Anwendungsentwicklung, die sich mit HTML5, JavaScript, TypeScript und Angular erschließen. Auf Twitter erreichen Sie ihn unter @chris_liebel.
Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -