Die Trends der iJS & API Con London 2018

JavaScript ist überall: Die Take-aways der International JavaScript Conference & API Con
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Heute gehen API Conference und International JavaScript Conference in London zu Ende. Wir blicken zurück auf eine spannende Konferenzwoche: Das Gehirn hacken, eine Standard-Library für JavaScript und Karten für APIs waren wichtige Themen in dieser Woche.

Auf der International JavaScript Conference wurden zahlreiche unterschiedliche Themen beleuchtet. Neben den Standards, Angular, React und Node.js fanden auch eher ungewöhnliche Anwendungsfälle von JavaScript ihren Platz: Wie hackt man das Gehirn mit JavaScript? Außerdem wurde stdlib-js vorgestellt, eine Standard-Library für JavaScript und es ging, wie bereits in den Take-aways zu Tag 1 berichtet, um das State Management. Auch auf der API Conference gab es aber natürlich einige spannende Sessions zu besuchen. Hier sind die Take-aways der Konferenzen.

Das Gehirn hacken – mit JavaScript!

„Brain – the ultimate hack“ lautete das Thema der Session von Armagan Amcalar (unu GmbH), der ein Konzept vorstellte, das weit außerhalb der üblichen Anwendungsfälle von JavaScript liegt. Brain-Computer-Interfaces sind Geräte, die die direkte Übertragung von kognitiven Inhalten auf den Bildschirm ermöglichen sollen, ohne zwischengeschaltete Eingabegeräte. Dafür kommen Kappen zum Einsatz, die die Gehirnströme aufzeichnen, wie Amcalar erklärte. Er selbst arbeitet an einem Projekt, das unter Einsatz von JavaScript Buchstaben auf den Bildschirm bringt, die der Nutzer nur gedanklich identifiziert. Nicht nur das Frontend ist dabei mit Vue geschrieben und verwendet somit JavaScript. Auch für die Arbeit mit virtuellen Neural Networks kommt mit Brain.js eine JavaScript-Library zum Einsatz, außerdem wird für die Verarbeitung auf dem Server Node.js eingesetzt.

Machine Learning mit WebTech

Das JavaScript-Ökosystem ist also enorm vielfältig und bunt. Auch maschinelles Lernen kann damit umgesetzt werden, wie bereits Amcalar gezeigt hat. Aber auch andere Speaker widmeten sich diesem Thema, das immer wichtiger wird und in vielen Sprachen angegangen werden kann. Joel Lord (Auth0) zeigte am Beispiel des klassischen Pacman-Spiels, dass die Idee des maschinellen Lernens gar nicht mehr so neu ist, wie man immer denkt. Bereits damals kamen entsprechende Algorithmen zum Einsatz. Heute sind eigene Implementierungen sogar schon in JavaScript möglich, wie Lord am Beispiel eines lernenden Klassifikationssystems für Text demonstrierte.

stdlib-js: Alles an einem Platz

Mehr mit dem Kern der Sprache befasste sich hingegen Philipp Burckhardt (Carnegie Mellon University), der das Projekt stdlib-js vorstellte. Dabei handelt es sich um eine Standard-Library, die JavaScript all die Funktionen hinzufügen soll, für die heute jeweils einzelne Tools zum Einsatz kommen. Im Bereich der Utilities, aber auch darüber hinaus, fehlen in JavaScript nämlich so einige Funktionen im Standard, die in anderen Sprachen fest dazu gehören, so Burckhardt. Mit stdlib-js, einem Projekt von Burckhardt und Kollegen, soll sich das ändern. Die Library umfasst mehr als 1500 Funktionen und setzt dabei einen Schwerpunkt auf den Themen der wissenschaftlichen Berechnungen, statistischen Methoden und Machine Learning. Immerhin ist JavaScript häufig die Sprache der Wahl, wenn es um die Darstellung der Ergebnisse geht. Warum sollte also die Berechnung in einer anderen Sprache stattfinden?

JavaScript wird erwachsen

Gemeinsam ist all diesen Talks, dass sie zeigen, wie sich JavaScript langsam aber sicher über die klassischen Grenzen der Browser-Sprache hinaus entwickelt hat. Das Internet ist erwachsen geworden und JavaScript gleich mit. Heute geht es nicht mehr nur um einfache Formulare und Datenübertragung, um Effekt und Spielereien, wenn man mit JavaScript arbeitet – stattdessen wird JavaScript immer mehr zur allgemein nutzbaren Programmiersprache für alle Anwendungszwecke, die genau so wie das Internet über alte Grenzen hinausgewachsen ist. Das Internet ist heute überall und hat JavaScript mitgenommen.

Reife und heranreifende Technologien: Schritt halten mit Serverless

Parallel zur iJS fand auch die API Conference in London statt. Auch dort ging es an verschiedenen Stellen um den Entwicklungsprozess, den dieses Thema derzeit erlebt. API-zentrierte Geschäftsmodelle sind ein Konzept, das in den letzten Jahren immer stärker gewachsen ist. Heute geht es dabei aber schon um viel mehr. Nicht mehr APIs an sich sind hier der große Trend, sondern Serverless, wie Simon Wardley (Leading Edge Forum) in der Eröffnungskeynote der Konferenz erläuterte. Während eine Technologie heranreift, verändert sich mit ihr auch der Markt um sie herum. Neue Geschäftsfelder entstehen, alte verschwinden und Unternehmen müssen mithalten. Hier ist Serverless derzeit das große Stichwort, wenn es darum geht, am Puls der Zeit zu bleiben und sich technologisch nicht überholen zu lassen.

APIs in der Tube(-Map)

Kin Lane (API Evangelist) befasste sich in seiner Keynote mit einem ähnlichen Thema, blieb aber beim klassischen API-Modell. Um Trends nicht nur hinterher zu laufen, sondern wirklich mithalten zu können, ist es nämlich wichtig zu betrachten, wo man eigentlich steht. Einfach mal was mit APIs machen, das reicht nicht. APIs sind heute überall angekommen und müssen entsprechend verwaltet werden. Wenn es nicht mehr um ein oder zwei APIs geht, sondern um hunderte, verändert sich die Perspektive auf die Technologie. Lane schlägt vor, diese im Stil der Karte der Londoner U-Bahn zu gestalten und dabei nicht nur die vorhandene Technologie zu erfassen, sondern auch Zusammenhängen zu visualisieren.

Bis zum nächsten mal auf der API Con & iJS!

Die nächste API Conference wird im September in Berlin stattfinden; die nächste International JavaScript Conference findet erneut im Oktober statt, dann in München und gemeinsam mit der International PHP Conference. Wir sind gespannt, welche neuen Themenschwerpunkte und Trends sich in einem (knappen) halben Jahr abzeichnen werden!

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