Jens Grochtdreis und Dr. Florence Maurice im Interview

„Die Browser-Entwicklertools sind ein wahres Wundermittel, um zu verstehen, warum Layouts funktionieren“
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Drei Fragen zu CSS: Wir haben Dr. Florence Maurice und Jens Grochtdreis nach ihrem besten Tipp für gelungenes CSS und dem wichtigsten Feature gefragt, das CSS unbedingt noch braucht. Außerdem verraten die Trainer, die ihr auf den JavaScript Days live erleben könnt, welches Tool man für ein gelungenes Layout benötigt.

Entwickler: Welche goldene Regel für gutes CSS sollte man deiner Meinung nach immer befolgen?

Jens Grochtdreis: Konzipiere Deine Seite in Modulen und schreibe das CSS immer so, dass der Selektor immer mit dem Modul beginnt. So sind die Module unabhängig von der umgebenden Struktur. Ob Du BEM oder eine andere Schreibweise nutzt, ist DANN nebensächlich.

Dr. Florence Maurice: Wichtig ist meiner Erachtens, nicht zu viel kontrollieren zu wollen und nicht gegen den Browser zu arbeiten. Wo es geht, sind flexible Lösungen immer die besten, d.h. wo der Browser selbst ermittelt, wann etwas geschieht.

Entwickler: Welches Layout-Tool fürs Web kannst du empfehlen – und warum?

Jens Grochtdreis: Einen guten Editor und mehrere Browser zum Testen. Ich bin kein Gestalter und das einzige Tool, das mir einmal wirklich gefiel, Fireworks, hat Adobe abgeschafft. Sketch macht einen sehr guten Eindruck, dazu kann ich aber leider aus eigener Erfahrung nichts beitragen.

Dr. Florence Maurice: Die Browser-Entwicklertools sind sicher kein klassisches Layout-Tool, aber sie sind wirklich ein wahres Wundermittel um zu verstehen, warum Layouts funktionieren (oder nicht funktionieren). Und sie entwickeln sich ständig weiter und können immer mehr, so dass sich da auch immer wieder lohnt zu sehen, was es Neues gibt.

JavaScript Days 2019

JavaScript Testing in der Praxis (Teil 1 + 2)

mit Dominik Ehrenberg (Crosscan) und Sebastian Springer (MaibornWolff)

Fortgeschrittene schwarze Magie in TypeScript

mit Peter Kröner (‚Webtechnologie-Erklärbär‘)

Entwickler: Wenn du etwas an CSS verändern oder Support für etwas zum Standard hinzufügen könntest, was wäre das?

Jens Grochtdreis: Mir fehlt persönlich nichts an CSS. Alte Browser, die von Großunternehmen und Behörden leider noch immer genutzt werden, sind das eigentliche Problem.

Dr. Florence Maurice: Zwei Wünsche hätte ich: Zuerst einmal eine browserübergreifende Unterstützung für die subgrid-Eigenschaft, über die man definieren kann, dass ein Element am übergeordneten Raster teilnimmt; das ist sehr wichtig für Gridlayouts. Die Eigenschaft subgrid ist gerade im Firefox implementiert, aber noch nicht in anderen Browsern.

Der andere Wunsch: bessere und konsistente Unterstützung für “CSS Fragmentation”. Darüber kann man beispielsweise bei Multicolumn (Mehrspaltensatz) steuern, wann und wo Umbrüche sein sollen und so beispielsweise verhindern, dass Überschriften von den zugehörigen Absätzen getrennt werden. Hier ist die Browserunterstützung leider noch recht durchwachsen.

Jens Grochtdreis ist freier Webentwickler und Berater (www.grochtdreis.de). Er ist dabei auf moderne Frontendentwicklung und Barrierefreiheit spezialisiert. Vor seiner Selbständigkeit arbeitete er zehn Jahre in Agenturen u.a. für eine sehr große deutsche Bank und einen großen Telekommunikationsanbieter. Jens gründete 2005 die Webkrauts (webkrauts.de), um für ein besseres Medium zu streiten.


Florence Maurice (maurice-web.de) ist Autorin zahlreicher Bücher zu Webthemen. Sie schreibt unter anderem für Fachzeitschriften und vermittelt ihr Wissen außerdem in Videotrainings und Schulungen. Mit CSS3 beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig seit 2009.
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