Wie sieht die Zukunft von JavaScript aus?

Perspektiven von der iJS: ECMAScript und TypeScript, Konkurrenz oder Koexistenz?
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Auf der International JavaScript Conference 2017 sind TypeScript und ECMAScript ein wichtiges Thema: Welche Sprache ist wofür am besten geeignet? Wird eine Sprache die andere verdrängen? Bereits in der Eröffnungskeynote wurde diese Frage diskutiert und auch am zweiten Tag der Hauptkonferenz ging es um die zwei JavaScript-Varianten.

Thorsten Maier (Orientation in Objects GmbH) vertrat in seiner Session „ECMAScript oder TypeScript, das ist hier die Frage“ am Mittwoch eine klare Position: ECMAScript sei die bessere Wahl für kleine Projekte, die schnell fertig sein werden und nicht lange gepflegt werden sollen. Wenn Softwareprojekte allerdings groß angelegt sind, unternehmenskritische Zwecke erfüllen sollen, ein späteres Refactoring eingeplant werden muss, weil sich Anforderungen ändern könnten – dann sei TypeScript das Mittel der Wahl.

TypeScript in Visual Studio Code im Vorteil

TypeScript, so führte Thorsten Maier in seiner Session weiter aus, sei ECMAScript vor allem hinsichtlich der Code Completion überlegen, wenn man mit Visual Studio Code arbeite. Ansonsten umfasse TypeScript inzwischen einfach alles, was ECMAScript 2017 kann und sei der Entwicklung von ECMAScript sogar stellenweise voraus. Das statische Typensystem, das ECMAScript 2015 implementierte, war bereits seit 2013 in TypeScript verfügbar. Problematisch an TypeScript sei höchstens das Debuggen am kompilierten Code – die JavaScript-Syntax im Ergebnis muss mit Sourcemaps auf den ursprünglichen TypeScript-Code übertragen werden.

Maiers Session endete also mit dem Fazit, dass TypeScript den einen oder anderen Vorteil gegenüber ECMAScript besitzt. Wird die JavaScript-Variante von Microsoft also den ECMAScript-Standard ersetzen können? Immerhin verwies Maier auch auf das starke Wachstum der Adaptionsrate von TypeScript im vergangenen Jahr, das ein wachsendes Interesse an der Sprache zeigt.

Vielfalt als Gewinn in der JavaScript-Welt

Die Frage nach der Zukunft der Sprachversionen und einem möglichen Sieger wurde auch schon am Dienstag im Eröffnungspanel der iJS diskutiert. Shmuela Jacobs (ngGirls) vertrat hier die Position, dass es ja auch vor TypeScript schon Trends in der JS-Welt gab, die jedoch nicht dazu geführt haben, dass ECMAScript als Standard abgelöst wurde. Vielmehr sei es so, dass sich die verschiedenen Entwicklungsrichtungen der Sprache gegenseitig beeinflussen, meinte die Speakerin. Ob TypeScript den ECMAScript-Standard verdrängen könne, wollte sie jedoch nicht abschließend beurteilen, hielt es aber für unwahrscheinlich.

Manfred Steyer (Softwarearchitekt.at) wies in diesem Kontext außerdem darauf hin, dass TypeScript ein größeres Tooling benötige als JavaScript und somit nicht für jeden Anwendungszweck gleichermaßen geeignet sei. Somit seien es vor allem Enterprise-Anwendungen, die von TypeScript profitieren können. Dort sei das Tooling ja eh notwendig.

Viele Speaker der iJS gehen also eher von einer Koexistenz der Sprachversionen aus, nicht so sehr von einer Konkurrenz zu einander. Am Ende, so waren sich auch die Speaker des Eröffnungspanels einig, geht es ja vor allem darum, innovative Technologien zu nutzen und das Ökosystem insgesamt weiterzuentwickeln.

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