Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 1

JavaScript-Retrospektive: Das waren die Tech-Highlights 2019
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Was war los, in der Welt der JavaScript-Entwicklung im Jahr 2019? Vier Experten kommentieren die JavaScript-Highlights aus dem Jahr 2019 und verraten uns, welche neuen Tools ihnen 2019 besonders gute Dienste erwiesen haben.

Was war los, in der Welt der JavaScript-Entwicklung im Jahr 2019? Wir haben vier Experten zu ihren ganz persönlichen Tops und Flops des Technologiejahrs 2019 befragt. Manfred Steyer, Peter Kröner, Tobias Struckmeier und Golo Roden plaudern aus ihrem Entwicklernähkästchen und geben einen Ausblick auf das Jahr 2020.  

Was waren deine Tech-Highlights 2019?

Für mich war definitiv Angular Ivy das Highlight. Vor allem, wenn man sich die ganzen Interna ansieht, wird klar, welches Potential sich da auftut. Es geht weit über optimierte Bundles hinaus und wird die Grundlage für viele Innovationen im Angular-Umfeld sein. Ich habe unter anderem hier darüber berichtet: https://www.youtube.com/watch?v=wWQeMD38n2k

Manfred Steyer – SOFTWAREarchitekt.at

 

Das hat nichts mit Codeschreiben zu tun, aber mich haben dieses Jahr vor allem die Kameras von modernen Smartphones aus den Socken gehauen.

Peter Kröner – Webtechnologie-Experte, Buchautor, Freelancer

 

Meine Highlights: das Erstarken von Konzepten aus der funktionalen Programmierung und die größere Verbreitung von reaktiver Programmierung dank RxJS. Vielen Dank an dieser Stelle an Jan-Niklas Wortmann und Michael Hladky für ihren Einsatz, das Know-how dazu an die breite Masse zu tragen. Darüber hinaus hat Cypress für mich das E2E Testing von einer Qual zu einem Spaßfaktor gemacht.

Tobias Struckmeier – Adesso AG

 

Den größten Eindruck hat auf mich das  „Foto“ des schwarzen Lochs in der Galaxie Messier 87 hinterlassen, das im April 2019 veröffentlicht wurde. Viele kritisieren, dass das Bild unscharf sei und nur eine von unendlich vielen möglichen Interpretationen darstelle – doch ich finde die astronomische und technologische Leistung dahinter sehr bewundernswert. Ich bin gespannt, welche Überraschungen die Weltraumforschung für uns in den nächsten Jahren noch birgt.

In Bezug auf die Web- und Cloud-Welt war das größte Highlight für mich die Einführung der GitHub Actions, einer in GitHub nahtlos integrierten CI/CD-Pipeline. Wir haben inzwischen alle unsere Build-Prozesse von CircleCI nach GitHub Actions migriert und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Auch Dependabot, das seit 2019 ebenfalls zu GitHub gehört und das Verwalten der Versionierung von Abhängigkeiten automatisiert, sei in dem Zusammenhang positiv erwähnt.

Im Zuge der Umstellung auf GitHub Actions und der Einführung von Dependabot haben wir auch alle Release-Prozesse auf semantic-release umgestellt, welches das Konzept von Semantic Versioning auf das Erzeugen neuer Versionen automatisiert anwendet: Fügt man einem Repository Commits hinzu, wird automatisch eine neue Version der Software erzeugt, deren Versionsnummer sich nach der Art der Änderungen richtet. Das macht das Verwalten von Versionen sehr einfach und angenehm.

Golo Roden – the native web GmbH

International JavaScript Conference

Effective Microservices Architecture In Node.js

by Tamar Stern (Palto Alto Networks)

React Components And How To Style Them

by Jemima Abu (Telesoftas)

JavaScript Days 2020

Wie ich eine React-Web-App baue

mit Elmar Burke (Blendle) und Hans-Christian Otto (Suora)

Architektur mit JavaScript

mit Golo Roden (the native web)

Welches JavaScript Tool hast du in diesem Jahr für dich entdeckt?

Ich finde die Bibliothek immer recht knorke. Sie vereinfacht den Einsatz von Immutables immens. Man mutiert zunächst den State auf einem Proxy. Danach werden diese Änderungen auf „immutable Weise“ automatisch abgespielt. Gerade in Kombination mit den neuen Creators von NGRX ist das eine echt schöne Option. Wer diese beiden Welten verheiraten möchte, findet in ngrx-etc eine gute Lösung. Diese hat zwar nicht wirklich viele Downloads, stammt aber von derselben Person, die viele der Creators in NGRX implementiert hat.

Manfred Steyer – SOFTWAREarchitekt.at

 

Ich habe Preact für mich entdeckt! Preact ist fast 1:1 API-kompatibel zu React, wiegt dabei aber nur 3 Kilobyte. Bisher hatte ich das Tool unter „nicht ernstzunehmende Spielerei“ einsortiert, doch nachdem wir in unserem Podcast einen der Preact-Macher interviewt haben und ich gelernt habe, was Preact alles kann, wer Preact alles einsetzt und mit welch extremem Performance-Fokus die Entwickler an Preact arbeiten, hat sich meine Einschätzung gründlich geändert. In einer Webentwicklungs-Welt, in der Effizienz weniger als nichts wert ist und jede HTML-Seite über 9000 MB JavaScript mitbringt, ist das sehr erfrischend.

Peter Kröner – Webtechnologie-Experte, Buchautor, Freelancer

 

RxJS hat mich auf neue Denkweisen bei der Programmierung aufmerksam gemacht, die ich für einige komplexe Fälle als besten Architekturansatz sehe.

Tobias Struckmeier – Adesso AG

 

Das ist ganz klar TypeScript. Nachdem wir rund sechseinhalb Jahre lang aus verschiedenen Gründen einen großen Bogen um TypeScript gemacht haben, haben wir es im Sommer 2019 neu evaluiert – und für gut befunden. TypeScript trägt einiges dazu bei, Fehler zu vermeiden, beziehungsweise sie deutlich früher zu finden, als das ohne TypeScript möglich wäre. Die Produktivität im Vergleich zur Entwicklung mit reinem JavaScript steigt spürbar, allerdings muss man auch aufpassen, den Compiler nicht als allwissend anzusehen. Auch TypeScript birgt einige Stolperfallen und weist unschöne Eigenheiten auf, die man kennen sollte.

Im Frontend-Bereich haben mich auch Next.js und JSS sehr beeindruckt. Next.js ist ein All-in-One-Framework, um React-Anwendungen zu entwickeln, ohne sich dabei um die zu Grunde liegende Infrastruktur, beispielsweise für client- und serverseitiges Rendering, kümmern zu müssen. Dass Next.js von Haus aus auch TypeScript unterstützt, war dabei natürlich besonders praktisch. JSS ermöglicht das Schreiben von CSS-Code in JavaScript, was insbesondere bei React sehr hilfreich ist: JSS ist der noch fehlende Baustein, um eine Webanwendung vollständig in JavaScript beziehungsweise TypeScript schreiben zu können.

Außerdem haben wir uns erstmals in größerem Maße mit GraphQL auseinandergesetzt. Als reine Abfragesprache und Ersatz für REST finde ich GraphQL nach wie vor überbewertet, aber in Verbindung mit CQRS kann es seine Stärken sehr gut ausspielen. Die Mutations von GraphQL lassen sich auf Commands mappen, Queries sind Queries, und die Subscriptions dienen dem Abonnieren von Domain-Events. Wer sich mit GraphQL beschäftigt, sollte sich daher dringend CQRS als Architekturmuster ansehen – und umgekehrt. Die nächste Version unseres CQRS-Frameworks wolkenkit wird daher auch Unterstützung für GraphQL enthalten.

Golo Roden – the native web GmbH

 

Im zweiten Teil unseres JavaScript-Nähkästchens sehen sich die Experten die Technologie-Flops des Jahres 2019 an. Außerdem wagen sie einen Ausblick auf 2020 und kommentieren, mit welchen Technologien man sich im neuen Jahr beschäftigen sollte.

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