Kolumne: News.JS

News.JS: Open-Source-Projekte adoptieren & Vue.js als Alternative zu jQuery?
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Open Source ist ein großes Thema in der JavaScript-Welt: Aber was, wenn der Maintainer nicht mehr will? Eine Projekt, das Projekte rettet und mehr findet ihr diese Woche in den News.JS.

Eine weitere Woche neigt sich dem Ende zu und damit wird es wieder Zeit für unsere News.JS: Spannende und ausgefallene Themen aus der JavaScript-Welt, kompakt für euch zusammengestellt. Dieses Mal werfen wir einen Blick auf die Open-Source-Welt und alte und neue Projekte.

Open Source Projekte retten

Open Source ist großartig – until it’s not. Mit Projekten, die unter einer MIT, Apache 2.0 oder vergleichbaren Lizenz stehen, kann man allerlei spannende Dinge tun. Für jedes Problem gibt es eine Lösung, oder fünf. Mindestens. Gerade im Web-Tech-Bereich sind nämlich zahlreiche Menschen unterwegs, die das Ergebnis ihrer Arbeit kostenlos anderen Entwicklern zur Verfügung stellen und sich darüber freuen, wenn sie genutzt werden. Manche dieser Projekte sind riesig und haben tausende von Sternen auf GitHub. Bei Open-Source-Software wie Vue.js kann man sich darauf verlassen, dass das Projekt auch in einem Jahr noch gepflegt werden wird und es weiterhin Updates gibt.

Aber was ist mit allen anderen Projekten, vor allem den kleinen – denen, die vielleicht 50 oder 500 GitHub-Sterne haben, aber eine ganz besonders gute Lösung für ein bestimmtes Problem bieten; die vielleicht nur von einer einzigen Person gepflegt werden? Wenn dieser eine Entwickler keine Zeit mehr hat, ist die Zeit des Projekts abgelaufen. Sollte man also lieber auf die Verwendung solcher Lösungen verzichten und alles selbst schreiben oder sich auf Open-Source-Lösungen von Google, Facebook und Co. beschränken? Das scheint keine beliebte Lösung zu sein – immerhin soll laut npm-Report 97 Prozent des Codes in Web-Projekten aus Bibliotheken stammen. Und wie wir bereits 2016 gelernt haben, benutzen ja selbst die ganz Großen im Web ganz kleine Bibliotheken. Wenn einer dieser kleinsten gemeinsamen Nenner des Internets verschwindet, ist das Problem also groß. Was tun?

Wenn ein Entwickler sein Projekt löscht, wie es damals mit left-pad passierte, ist guter Rat natürlich teuer. Schläft ein Projekt nur ein, kann hingegen Abhilfe geschaffen werden. Wer merkt, dass die Zeit oder Motivation zum Weiterführen des eigenen Projekts fehlt, kann es auf CodeShelter zur Adoption freigeben. CodeShelter hat sich zur Aufgabe gemacht, einsame Projekte mit motivierte und erfahrenen Maintainern zusammen zu bringen, die sich um die Weiterentwicklung kümmern. Unterstützt werden Projekte, die auf GitHub oder GitLab gepflegt werden; die Projekte müssen dazu nicht umziehen. Grundsätzlich können Projekte in allen Programmiersprachen zur Adoption freigegeben werden. Auch Entwickler, die ein Projekt adoptieren möchten, können sich auf der Website bewerben.

Wenn Open Source nicht reicht

Spendierst du mir einen Kaffee? Manche Open-Source-Maintainer und Website-Betreiber bitten mit diesen und ähnlichen Anfragen um Spenden für Projekte, die kostenlos nutzbar sind. Dabei geht es nicht nur um die Lebens- und Arbeitszeit, die in das Projekt investiert werden muss, auch wenn diese natürlich nicht kostenlos im eigentlichen Sinne ist. Die gesamte Tech-Welt kostet Geld, auch wenn man nichts für die Nutzung zahlen muss.

Mit welchen Kosten ein Startup konfrontiert ist, das einen beliebten Online-Service zur Verfügung stellt, hat Chris Coyier kürzlich im offiziellen CodePen-Blog aufgelistet. Unter dem Titel „Software we pay for“ erläutert Coyier, dass CodePens Kosten für AWS bei 8000 US-Dollar im Monat liegen. Und das ist nur Position 1 auf einer langen Liste an Kostenfaktoren.

Kleine Projekte, die auf GitHub gepflegt werden, über npm zu beziehen sind und keinen gehosteten Service anbieten, kommen natürlich nicht auf derartige Kosten. Und doch: Selbst wenn es nur der neue, schnelle Laptop ist, der für das private Projekt nötig wird: Entwickeln verursacht kosten. Also, wer spendiert dem Entwickler des liebsten Open-Source-Projekts auch mal einen Kaffee?

Was macht eigentlich jQuery?

Was bei jQuery derzeit los ist, wissen wir auch nicht so genau. Auf Twitter und in Hinblick auf Releases auch auf GitHub herrscht seit Monaten Ruhe, im Blog zur Bibliothek gab es immerhin am 30. August noch einmal ein Lebenszeichen. Die wenigen Updates sind außerdem schon seit einer Weile stärker von Deprecations als von Neuerungen geprägt. Trotzdem gaben in einer nicht-repräsentativen Umfrage unseres Schwesterportals jaxenter.com fast dreiviertel der mehr als 400 Teilnehmer an, auch in neuen Projekten noch auf jQuery zu setzen.

…und warum nicht gleich Vue statt jQuery?

Dabei gibt es inzwischen doch so schöne Alternativen. Wie Sarah Drasner vor einer Weile beschrieben hat, kann Vue.js auf die gleiche Weise in Projekte eingebunden werden wie jQuery. So sei es laut Drasner möglich, einfach die entsprechenden Tags zur Implementierung zu tauschen und die typischen Stellen, die klassisch mit jQuery geschrieben wurden, in Vue.js zu gestalten. User-Eingaben aufnehmen und in einem einzelnen Event speichern? CSS Class Toggling? Dinge verbergen und anzeigen lassen? Kann Vue alles. Und Drasner zeigt, wie es geht. Anthony Gore macht diesen Vorschlag sogar schon 2016! Dass Vue.js nicht für jede/n die richtige Wahl ist, ist natürlich klar. Aber was spricht eigentlich noch für jQuery?

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