Christian Liebel (Thinktecture AG) im Interview zur iJS London 2019

Project Fugu & Änderungen an der PWA-Usability: Christian Liebel im Interview
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Was tut sich so bei PWAs? Darüber haben wir mit Christian Liebel (Thinktecture AG) gesprochen, der diese Woche auf der International JavaScript Conference London 2019 eine Session zu Push Notifications in Progressive Web Apps hält.

Entwickler: In deiner Session geht es ja um Progressive Web Apps und die Möglichkeiten zur Nutzung von Push Notifications. Welche Möglichkeiten hat man mit den APIs denn schon?

Christian Liebel: Zunächst muss man die Spezifikationen aus diesem Umfeld getrennt betrachten: Das Push API dient unter anderem der Vermittlung der Pushregistrierung, HTTP Web Push dem Transport von Pushnachrichten und das Notifications API der Anzeige derselben als Benachrichtigungsbanner. Damit sind sehr viele der bekannten Push-Notification-Szenarien möglich, neben Titel und Text einer Benachrichtigung können etwa auch Symbole, Bilder und Vibrationsmuster definiert oder Aktionen mitgegeben werden. Allerdings werden Push Notifications derzeit nicht unter iOS unterstützt und Inline-Replys, also Direktantworten aus einer Notification heraus, sieht das Notifications API derzeit nicht vor.

Entwickler: In deinem Abstract erwähnst du außerdem Project Fugu. Was ist das?

Liebel: Project Fugu oder „Capabilities“ ist eine Anstrengung von Google, weitere Schnittstellen ins Web zu bringen, die Webanwendungen noch mächtiger machen. Dazu zählt zum Beispiel das Verhindern des Standby-Modus für Multimediaanwendungen über das Wake Lock API oder eine Schnittstelle zum Zugriff auf einen Teilbereich des nativen Dateisystems, das Writable Files API. Das könnte es beispielsweise ermöglichen, Visual Studio Code künftig direkt und ohne Installation im Webbrowser auszuführen. Denn eine Webanwendung ist VS Code schon heute.

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Entwickler: Welche Neuerungen sind für Push Notifications in PWAs noch geplant?

Liebel: Gegenwärtig erwarte ich keine größeren Neuerungen. Eine kleinere Änderung könnte sich demnächst hinsichtlich des Abfragebanners ergeben: Viele Websites fragen direkt beim Start nach, ob der Benutzer Pushbenachrichtigungen zulassen möchte. Diese Banner können ganz schön nervig sein. Daher experimentiert Mozilla gerade damit, die Anzeige der Banner erst nach der ersten Benutzerinteraktion zu erlauben.

Entwickler: Gibt es ein Feature bei PWAs im Allgemeinen, das dir bisher noch fehlt?

Liebel: Ich habe mit Twitter die wohl derzeit weitverbreitetste PWA im täglichen Einsatz. Ebenso nutze ich gerne Telegram. Was mir bei beiden Apps fehlt, ist die Anzeige der Benachrichtigungen oder ungelesenen Nachrichten. Doch glücklicherweise wird auch das bald mit Progressive Web Apps möglich sein – mithilfe des Badging API aus Project Fugu.

Im Interview: Christian Liebel (Thinktecture AG)

Die Session: Advanced Progressive Web Apps: Push Notifications under Control

Christian Liebel is not only a developer but also a speaker, author, and teacher. Christian is well-known in the German developer community due to several talks, workshops, and hands-on sessions both at local user groups and large conferences, as well as his regular presence in major German developer magazines. Christian is a PWA enthusiast and thrilled by the opportunities opened up by modern web technologies. You can reach him directly via email (christian.liebel@thinktecture.com) or Twitter (@christianliebel).

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