Trend-Setter der JS-Welt

State of JS 2020 veröffentlicht: Was sind die Trends der JavaScript-Welt?
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Der State of JS 2020 ist da. Die wohl größte Umfrage unter JavaScriot-Entwicklern zeigt einige erstaunliche Trends: Angular scheint deutlich an Beliebtheit zu verlieren, dafür finden sich aber zahlreiche Newcomer unter den Top-Technologien im Report. Welche JavaScript-Technologien sind angesagt?

Progressive Web Apps sind auf dem Vormarsch, Angular verliert an Beliebtheit und Svelte gehört erneut zu den Gewinnern des Jahres: Das sind nur einige Ergebnisse des großen State of JS 2020, für den mehr als 23.000 JavaScript-Entwickler befragt worden sind. Bereits seit 2016 wird der Survey jährlich durchgeführt und bietet somit spannende Einblicke in die Veränderungen am JavaScript-Universum. So zeigt sich beispielsweise, dass der Anteil von Entwicklern, die bereits mit Progressvive Web Apps gearbeitet haben, von 48,2 Prozent in 2019 auf 55,9 Prozent in 2020 deutlich gestiegen ist. Nur noch 5,2 Prozent der Befragten in 2020 hatten noch nie von PWAs gehört. WebAssembly ist ebenfalls bekannter als im Vorjahr, aber noch deutlich weniger verbreitet. 10,5 Prozent der Teilnehmer des State of JS 2020 haben bereits mit WASM gearbeitet; immerhin 73,9 Prozent haben aber schon davon gehört.

Frontend-Frameworks: Angular, React, Svelte und Vue

Eine der interessantesten Fragen in der JavaScript-Welt ist immer die nach dem richtigen Frontend-Framework. Ganz ohne arbeitet kaum jemand; aber welches sollte man wählen? Der neue State of JS zeigt, dass React, Angular und Vue.js noch immer die drei bekanntesten Optionen sind, mit 66 Prozent kann Svelte 2020 jedoch zum zweiten mal in Folge das höchste Interesse unter den Befragten für sich verbuchen. Auf dem zweiten Platz findet sich in dieser Kategorie Vue, gefolgt von React.  Platz vier bis sieben gehen (in dieser Reihenfolge) an Preact, LitElement, Alpine.js und Stimulus, wobei die drei zuletzt genannten erstmalig im Report enthalten sind und bisher noch selten genutzt werden.

Angular findet sich auf Platz zwei der am häufigsten verwendeten Frameworks. Mit 56 Prozent liegt es jedoch deutlich hinter dem Spitzenreiter React, der von 80 Prozent der Befragten bereits genutzt wird oder wurde. Einen noch größeren Unterschied zwischen den beiden Frameworks zeigt jedoch das ausgedrückte Interesse der Befragten: Nur 21 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie Angular lernen möchten, während es bei React 56 Prozent waren. Teilweise kann dieses Ergebnis natürlich dadurch erklärt werden, dass Angular bereits sehr bekannt ist. Betrachtet man jedoch auch die Meinungsentwicklung seit 2016, liegt der Verdacht nahe, dass das Interesse an Angular tatsächlich nicht mehr so groß ist. 2016, als Angular 2 veröffentlicht wurde, fiel das Verhältnis von positiven zu negativen Interessensbekundungen noch so aus, dass Angular eher auf Seiten der beliebteren Technologien stand. Rund 40 Prozent der Befragten gaben damals an, Angular lernen zu wollen; 13,6 Prozent kannten Angular schon und wollten es erneut verwenden. Ebenfalls etwa 40 Prozent hatten schon damals kein Interesse an Angular, aber nur 6,4 Prozent wollten es explizit gar nicht mehr nutzen. 2020 hat sich das Bild gewandelt. 67,4 Prozent der Teilnehmer des State of JS 2020 gaben an, kein Interesse an Angular zu haben oder es nicht wieder verwenden zu wollen. Damit hat sich zwar eine feste Anwenderbasis herausgebildet, Angular ist jedoch eindeutig kein Trend-Thema für die Mehrheit der Survey-Teilnehmer.

Backend-Frameworks: Meteor verliert

Auf der Ebene der Backend-Frameworks sind im State of JS 2020 vor allem neuere Lösungen populär. In den Top 10 findet sich hier nur ein Framework, das bereits seit 2016 im Report enthalten ist – und das befindet sich im Abwärtstrend, was das Nutzerinteresse betrifft. 2016 hatten noch von 39 Prozent der Befragten Interesse an Meteor, 2020 sind es nur noch 24 Prozent, womit Meteor auf dem 10. Platz landet. Mit 72 Prozent kann Next.js in diesem Jahr das größte Interesse auf sich vereinen, auf Platz drei findet sich in dieser Kategorie mit Fastify ein Neu-Einsteiger. Nest, Strapi und Nuxt schaffen es ebenfalls als Newcomer im Report auf die mittleren Plätze im Nutzer-Interesse. Jeweils um die 50 Prozent möchten sich mit diesen Frameworks befassen.

Spannend ist auch der Blick auf den Zusammenhang von Verwendungshäufigkeit und Zufriedenheit der Anwender. Unter den Mobile- und Desktop-Frameworks ist die Zufriedenheit beispielsweise bei Electron besonders hoch, genutzt wird es aber nur on einem drittel der Befragten. Dieser Gap zwischen den beiden Bewertungskategorien war den Machern des Reports in diesem Jahr eine eigene Visualisierung wert:

Quelle: https://2020.stateofjs.com/en-US/technologies/ – bitte anklicken zum Vergrößern

Dort zeigt sich, dass nur wenige Technologien eine hohe Nutzerzahl und eine hohe Zufriedenheit aufweisen können (im Bild in der oberen rechten Ecke). Zu dieser Kategorie an Technologien zählt aber beispielsweise React, sowie webpack, TypeScript und Jest. Angular hingegen kann sich keiner so hohen Zufriedenheit erfreuen, wird jedoch häufig eingesetzt. Die meisten Tools und Frameworks, deren Nutzer wirklich begeistert sind, finden sich auf der oberen linken Seite des Diagramms, die eine geringere Nutzerzahl ausdrückt: Svelte ist dort abgebildet, genau wie Snowpack und Playwright, aber auch einige der zuvor genannten Newcomer sind dort einsortiert worden. So wird Strapi bisher nur selten verwendet, rund 78 Prozent der Nutzer sind aber zufrieden damit.

JavaScript 2020: Die Top-Technologien

Wie in jedem Jahr haben die Macher des Reports außerdem Awards vergeben: Die höchste Zufriedenheit überhaupt hat Testing Library  mit 96,59 Prozent erreicht, der größte Zuwachs an Nutzern, die erneut zur genannten Technologie greifen wollen, kann TypeScript verzeichnen. Betrachtet man, welche Technologien die Befragten noch erlernen möchten, gewinnt GraphQL das rennen. Am häufigsten in freien Eingabefeldern erwähnt wurde IntelliJ IDEA.

JavaScript als Gesamt-Ökosystem hat im Jahr 2018 die bisher stärkste positive Wertung der Befragten des Surveys erhalten. Damals stimmten rund 85 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass JavaScript sich insgesamt in die richtige Richtung entwickelt, jetzt sind es noch um die 80 Prozent. Dafür ist aber der Anteil an Befragten, die Spaß an der Entwicklung von JavaScript-Anwendungen haben, leicht gestiegen. 2018 waren es noch 86 Prozent, jetzt sind es ganze 88,7 Prozent. Das ist doch eine gute Nachricht!

Der vollständige Report kann auf der Website des State of JavaScript gefunden werden.

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Markus Ende

Hallo Frau Klose,
wie kommen Sie denn darauf, dass die Beliebtheit von Angular im Gegensatz zu 2019 gesunken ist? Im Diagramm lese ich folgende Werte nach:
– Satisfaction: +4%
– Interest: -2%
– Usage: -2%
– Awareness: +-0%
Die Daten sind bezüglich Angular sowieso mit Vorsicht zu genießen, wegen der unklaren Differenzierung zwischen AngularJs und Angular.

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