Projekt Westminster bringt Web-Apps in den Windows Store

Windows-10-Apps: Das bringt TypeScript für die App-Entwicklung
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Web oder App? Diese Frage stellt sich unter Windows schon lange nicht mehr. Hat man eine Software mit HTML 5, JavaScript und CSS erstellt, steht der Weg in den Windows Store schon seit Windows 8 offen. Wohin geht die Reise erst mit Windows 10?

Das Erstellen von zusätzlichen nativen Apps ist längst keine Voraussetzung mehr, wenn man Software mit HTML 5, JavaScript und CSS geschrieben hat. Sie mag aus Gründen der optimalen Ausnutzung der Plattform wünschenswert sein. Für viele Unternehmen lässt sich die mehrfache Entwicklung mit unterschiedlichen Technologien jedoch nicht finanzieren.

Windows-10-Apps mit Projekt Westminster erstellen

Microsoft bringt sich in Sachen Entwicklung von Windows-10-Apps mit Webtechnologie intensiv in das Apache- Cordova-Projekt ein. Mithilfe von Cordova erreicht man als Entwickler mit einer Codebasis ein breites Spektrum an Plattformen inklusive Windows 8.1 und 10. Die Entwicklungsumgebung Visual Studio 2015 bringt Cordova-Unterstützung bereits mit.

Mit Windows 10 und dem neuen Edge-Browser geht Microsoft noch einen entscheidenden Schritt weiter. Während bei Cordova der clientseitige Code in der App verpackt sein muss, wird man mithilfe der kommenden Universal Windows Platform Bridges (Codename Westminster) Webanwendungen aus dem Internet in den Windows Store bringen können. Code und Content werden aus dem Internet geladen und müssen nicht mehr unbedingt in der App verpackt sein. Der JavaScript-Code kann zur Laufzeit feststellen, ob die Webanwendung als App oder im Browser als normale Webseite ausgeführt wird. Ist ersteres der Fall, kann die Webseite auf das Window- 10-API zugreifen. Mehr zu diesem Thema inklusive einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen einer Universal Windows Platform App mit Westminster  finden Interessierte auf Github.

TypeScript-Update-1.5 bringt ECMAScript 2015-Support

Spätestens an dieser Stelle werden sich eingefleischte .NET-Entwickler fragen, warum denn überhaupt jemand größere Anwendungen mit einer Sprache wie JavaScript bauen wollen würde. Microsofts Antwort auf diese Frage lautet: TypeScript. Diese Sprache, die mittlerweile schon seit einigen Jahren existiert, aber erst in den letzten Monaten so richtig Fahrt aufgenommen hat, ist ein Aufsatz auf JavaScript. Typisierte Variablen, Klassen, Vererbung, Interfaces, Generics, Typsicherheit, Modularisierung, IntelliSense – alle diese Dinge bringt TypeScript mit. Man gibt jedoch mit TypeScript den primären Vorteil von JavaScript nicht auf: Das reiche Ökosystem an Plattformen, Framworks und Tools von JavaScript steht uneingeschränkt zur Verfügung, denn TypeScript wird nach JavaScript kompiliert. Rechtzeitig zum Launch von Visual Studio 2015 und Windows 10 hat Microsoft das Update 1.5 für TypeScript herausgegeben, das unter anderem weitreichende ECMAScript 2015-Unterstützung bringt. Die neue Version werde ich in einem Artikel in einem in Kürze erscheinenden Sonderheft über moderne Webentwicklung genauer vorstellen.

Man sieht, Microsoft und Windows lieben mittlerweile Webtechnologie. Klar, native Apps haben ihren Charme. Wer aber aus Zeit- oder Kostengründen eine möglichst große Anzahl an Plattformen mit einer möglichst einheitlichen Codebasis abdecken will, der ist bei HTML5, TypeScript & Co. bestens aufgehoben.

Aufmacherbild: Retro old typewriter with paper von Shutterstock/Urheberrecht: BrAt82

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