Karriere

Interview mit Simon Eisenried, Recruiting MaibornWolff

Entwickler gesucht? Neue Wege aus dem Fachkräftemangel
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In Deutschland werden händeringend Entwickler gesucht. Die Unternehmen und Agenturen können kaum noch ihre offenen Stellen besetzen. Auf der anderen Seite werden die Anforderungen an die Entwickler immer höher geschraubt. Wie finden also Entwickler und Unternehmen zueinander? Welche Qualifikationen werden wirklich gesucht? Wir haben Simon Eisenried, Recruiter bei der MaibornWolff GmbH, dazu befragt.

Neue Wege aus dem Fachkräftemangel sind gefragt, um auf dem leergefegten Arbeitsmarkt geeignete Bewerber zu finden. Wir Fragen bei den Personalverantwortlichen in den Agenturen und Unternehmen nach, mit welchen kreativen Lösungen, die Entwicklerstellen besetzt werden können. Den Anfang macht Simon Eisenried, Bereichsleiter Recruiting bei der auf IT-Beratung und Software-Engineering spezialisierten MaibornWolff GmbH in München.

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom bleiben IT-Jobs im Schnitt fünf Monate vakant, weil es in Deutschland einen eklatanten IT-Fachkräftemangel gibt. Insbesondere Entwickler sind kaum noch zu finden. Wie sind Ihre aktuellen Erfahrungen dazu?

Simon Eisenried: Wir haben letztes Jahr etwa 60 tolle Software-EntwicklerInnen eingestellt. Dafür müssen wir aktiv unser Netzwerk nutzen und gerade bei berufserfahrenen EntwicklerInnen warten unsere operativen Bereiche trotzdem auch mal 1 bis 2 Monate. Insgesamt finden wir aber genügend gute MitstreiterInnen, so dass wir die letzten Jahre immer um ca. 25 % gewachsen sind.

In welchen Bereichen suchen Sie Software-Entwickler und welche Qualifikationen (Programmiersprachen) werden in der letzten Zeit besonders von Ihrem Hause gesucht?

Simon Eisenried: EntwicklerInnen arbeiten und gestalten bei uns im Web-, Mobile Engineering, im Bereich Data Science oder Blockchain. Wir suchen Frontend-, Backend- und Fullstack Developer, die sich mit Java, React, Angular oder Node.Js auskennen. Sprachen wie Kotlin und Go setzen wir genauso ein, wie Solidity oder Cotainertechnologien wie Docker.

Wie gehen Sie mit Bewerbern um, die kein Studium und keine Ausbildung vorweisen können, aber eine nachweisbare Expertise als Entwickler im praktischen Selbststudium erreicht haben?

Simon Eisenried: Ein Studium ist keine Grundvoraussetzung, wenn man für Technologien, Clean Code und Software-Architecture brennt und das über Projekterfahrung, Konferenzteilnahmen oder sauberen Code nachweisen kann.

Wie finden Sie geeignete Softwareentwickler? Läuft das Recruitment hauptsächlich über Personaldienstleister oder nutzen Sie alternative Ansprachemöglichkeiten wie Messen und firmeneigene Events?

Simon Eisenried: Wir arbeiten ohne die Hilfe von Personaldienstleistern und finden unsere Talente über IT-Netzwerke, Tech MeetUps, Hochschulkooperationen und unsere durch Great Place to Work ausgezeichnete Arbeitsplatzkultur.

Gehen Sie auch aktiv auf IT-Fachkräfte aus dem Ausland zu, oder konzentrieren Sie sich bei der Bewerberakquise in erster Linie auf den deutschen Bewerbermarkt?

Simon Eisenried: Wir fokussieren uns größtenteils auf den deutschen Bewerbermarkt. Dennoch arbeiten bei uns Kolleginnen und Kollegen aus etwa 30 Nationen. In Tunesien haben wir im letzten Jahr unseren ersten Standort im Ausland eröffnet. Den sehr gut ausgebildeten InformatikerInnen in Tunis bieten wir die gleichen Chancen, Weiterbildungsmöglichkeiten und Projekte, wie dem Team in Deutschland.

Laut der zitierten Bitkom-Studie beklagen viele Unternehmen zu hohe Gehaltsvorstellungen der Bewerber. Eine Frage daher noch zum Schluss: Wie oft kommt es wirklich vor, dass Sie Software-Entwickler aus dem IT-Markt wegen „überzogener“ Gehaltsvorstellungen ablehnen müssen?

Simon Eisenried: In unserem Kennenlernen auf Augenhöhe stellen wir fest, was die BewerberInnen schon können und was sie noch lernen müssen. Unser Angebot entspricht dann der Stufe unseres Entwicklungsmodells, auf der sie auf Grund ihres Fachwissens landen. Gehalt ist damit bei uns nicht Verhandlungssache. Wir punkten neben dem Gehalt mit spannenden Projekten, flexiblen Arbeitszeiten, remote Arbeit, Weiterbildungsmöglichkeiten und einem Arbeitszeitkonto. Dennoch sagen uns immer mal wieder Bewerber ab, die ein anderes Gesamtpaket für sich passender finden. Bei ca. 30 % der Software-Entwickler ist das der Fall.

Entwickler: Vielen Dank für dieses Interview!

Simon Eisenried ist Bereichsleiter Recruiting bei der MaibornWolff GmbH. Nach dem Soziologiestudium ist er 2007 ins IT-Recruiting eingestiegen. Seit Anfang 2013 gestaltet er bei MaibornWolff das Recruiting. Über Hochschulkooperationen, die Arbeitgeberbewertung Great Place to Work, Meet Ups und Talente Tage werden EntwicklerInnen, Architekten und IT-Consultants gewonnen. Das Content-Recruiting bei MaibornWolff weiter auf- uns auszubauen, ist eine Aufgabe, die Simon Eisenried mit Begeisterung verfolgt.
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