Profil: Caroline Carruthers, CEO und Mitbegründerin von Carruthers and Jackson

Women in Tech: „Sei eine positive Inspiration für andere“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Caroline Carruthers, CEO und Mitbegründerin von Carruthers and Jackson.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Caroline Carruthers

Caroline Carruthers ist CEO bei Carruthers and Jackson. Eine Firma, die sie selbst mitbegründet hat, um das Verständnis von Daten zu verbessern und um Unternehmen dabei zu helfen, dass sie ihre Daten als Ware ansehen können. Sie ist eine anerkannte Expertin in allen Bereichen, die mit Data Management, Data Transformation und Business-Strategien durch Daten zu tun haben. Sie ist weiterhin eine gefragte Speakerin bei Events im Bereich des Vereinigten Königreiches , aber auch international, um diesen als „trocken“ angesehenen Themen ein Gesicht zu geben.

Sie hat schon verschiedenste Positionen im Bereich Strategic Data und in der IT in einer Vielzahl von Industriezweigen durchlaufen, zum Beispiel als erste Chief Data Officer bei Network Rail überhaupt. Als solche hat sie dort die Data Capability aus dem Boden gestampft und die Unternehmenskultur dahingehend grundlegend geändert, dass Daten als wertvoll betrachtet werden. Mit ihrem einnehmenden, praktischen und pragmatischen Herangehen zieht sie andere Leute bei Strategiewechseln, die sie vollzieht und anführt, immer mitziehen kann.

Caroline ist eine weltweit angesehene Anführerin im Bereich Data und wird immer wieder gerne für internationale Engagements und Kommentare in den Medien angefragt. Sie gewährt regelmäßig Experteneinblicke in brandneue Technologien und datenrelevante Themen, welche von Medienhäusern wie der BBC ausgestrahlt werden. Weiterhin hat sie zwei Bücher über Data mitveröffentlicht, darunter „The Chief Data Officer’s Playbook“, welches als „a must read fort the data leader“ bezeichnet wurde. Zuletzt publizierte sie das Buch „Data-Driven Business Transformation“, welches immer noch in der Top-1000-Liste von Amazon zu finden ist.

Wie verlief dein Karriereweg in die Tech-Branche?

Als Teenager habe ich einen Commodore 64 bekommen. Ich habe dann immer in einem komplett abgedunkelten Raum gesessen, habe mir das Coden auf der Maschine beigebracht und dann meine eigenen Spiele gespielt. Von da an wusste ich, ich wollte irgendwas Technisches machen. Meine Eltern hatten definitiv den größten Anteil daran, dass es mir möglich war, dem nachzugehen. Sie haben mich immer unglaublich unterstützt und bei mir und meiner Schwester nie Zweifel aufkommen lassen, dass wir das machen dürften, was wir wollen.

Ich bin tatsächlich einfach meiner Neugierde gefolgt. Ich schätze, es steckt einfach eine kleine Alice im Wunderland in mir! Gerne würde ich sagen, dass es einen Masterplan gab und, dass alles, wie es gelaufen ist, komplett nach diesem Plan ablief, aber das wäre definitiv eine Lüge. Klar, ich plane und mache mir Listen, aber hauptsächliche dreht sich bei mir alles um das nächste zu lösende Problem, bzw. das Nächste, von dem ich glaube, dass es Spaß machen könnte und mich aus meiner Komfortzone zieht.

Die größten Hindernisse, die mir je im Weg gestanden haben, waren solche, die ich mir selbst gestellt habe, weil ich darüber nachgedacht habe, wie ich wahrgenommen werde oder wo ich hineinpasse. Ich habe ein fantastisches Unterstützernetzwerk, voll von Männern und Frauen, auf die ich mich immer verlassen kann, wenn ich Hilfe brauche! Als Kind, war Maggie Philbin mein Vorbild. Sie hat die Tech-TV-Sendung Tomorrow’s World moderiert. Eine Frau im TV zu sehen, die sich mit diesem ganzen Geek- und Tech-Kram umgibt, den ich auch mochte, hat einen wirklich großen Einfluss auf mein Leben gehabt und hat mich dazu inspiriert, meine eigene Karriere zu verfolgen!

IT Security Camp im Februar 2021

Mit Christian Schneider

Christian ist als freiberuflicher Whitehat Hacker, Trainer und Security-Coach tätig. Als Softwareentwickler mit mittlerweile 20 Jahren Erfahrung fand er 2005 seinen Themenschwerpunkt im Bereich IT-Security.

Interview mit Christian Schneider zum Thema „DevSecOps“.

DevSecOps ist, bezogen auf Security-Checks, die logische Fortführung der Automatisierung im DevOps-Sinne

Wurden dir im Berufsleben jemals Steine in den Weg gelegt?

Da fällt mir konkret eine Situation ein, an die ich immer denken muss, wenn mir diese Frage gestellt wird. Die passierte kurz nachdem ich meinen Abschluss an der Universität gemacht hatte. Ich traf rein zufällig einen Nachbar, der gehört hatte, dass ich zur Uni gehe. Anstatt mir zu gratulieren, fragte er mich, warum ich das machen möchte, weil ich auch nicht gerade hässlich sei!

Das war so einer dieser Momente, den viele Frauen erleben, die Karriere machen wollen. Diese Situation hat mir sicherlich in der Hinsicht geholfen, dass ich mir ein dickes Fell zugelegt habe, was absolut unerlässlich ist für meinen Erfolg in der Tech-Branche. Ich denke, dass jede Frau diese leise, innere Stimme hat – diesen kleinen inneren Zweifler. Er erzählt uns ständig, dass wir nicht gut genug, nicht dünn genug, nicht clever genug sind. Jede Frau hat in ihrem Leben schon einmal vor diesem Hindernis gestanden.

Ein Tag in Carolines Leben

Ich habe immer in der Tech-Branche gearbeitet und ganz speziell mit Data. Aktuell bin ich Chief Executive bei der Firma Carruthers and Jackson, die ich mitgegründet habe, um die Aufmerksamkeit für das Thema Daten zu erhöhen und um weltweit das Verständnis für Daten zu verbessern. Davor habe ich in verschiedenen Stellen als Senior gearbeitet, darunter als erste Chief Data Officer bei Network Rail.

Wenn man in so vielen unterschiedlichen Unternehmen arbeitet, ist kein Tag wie der andere. Das ist zwar extrem hektisch, aber gleichzeitig auch extrem aufregend!

Ich bin stolz auf…

Ich bin so glücklich, dass ich für diese Frage aus so einem großen Pool an Erfahrungen schöpfen kann. Keine davon halte ich für selbstverständlich.

Darunter fällt die Veröffentlichung unseres ersten Buches, genauso wie das Engagement bei Carruthers and Jackson, anderen Firmen zu helfen, ihren Umgang mit Daten zu verbessern. Meine schönste Erfahrung habe ich allerdings in Riad gemacht:

Nach einer Präsentation gehe ich gerade von der Bühne, da kommen fünf Frauen auf mich zu. Sie erzählten mir, dass ich sie inspiriert hätte. Bevor ich in die Stadt kam, haben sie ein Exemplar meines ersten Buches erhalten und es untereinander ausgetauscht. Das war eine Erfahrung, die einen wirklich demütig werden lässt und mit Sicherheit der Moment meiner Karriere, auf den ich am stolzesten bin.

Wieso gibt es nicht mehr Frauen in der Tech-Branche?

Es gibt einige unglaubliche Women in Tech, aber noch lange nicht genug. Ich glaube, dass wir teilweise nicht genug Zeit damit verbringen, jungen Mädchen zu demonstrieren, dass sie diese Sachen, die wir tun, auch können. Wir müssen häufiger als Vorbilder auftreten und ihnen zeigen, wie interessant und aufregend Positionen im Tech-Bereich sein können. Wir müssen sie dazu ermutigen, nicht über die beschränkten Sichtweisen anderer Leute nachzudenken.

Wäre die Welt eine andere, wenn mehr Frauen in MINT-Fächern arbeiteten?

WOW, das ist eine große Frage! Ich bin mir sicher, dass alles mit pinkem Glitzer bedeckt wäre und überall Glück, Liebe und Licht herrschen würde… Nein, das ist natürlich lächerlich!

Wir können nicht wissen, inwiefern etwas anders wäre. Es gibt Frauen, die genauso nerven können wie Männer und andersrum natürlich auch! Was sich gerade meiner Meinung nach zum Besseren ändert, ist, wie wir zusammenarbeiten. Wir lernen unterschiedliche Denkweisen und vielmehr noch konstruktive Kritik schätzen. Ich glaube, je mehr wir Diversity leben, umso größer wird der positive Effekt auf alle werden.

Es gibt noch so viel zu tun, aber wir haben schon Fortschritte gemacht. Wir erinnern uns nur nicht häufig genug daran. Wir sollten uns über diese Fortschritte freuen und gleichzeitig anerkennen, dass wir noch mehr schaffen müssen. Die Ergebnisse sehen wir jeden Tag. Das sind nicht unbedingt solche, welche wir als monumental empfinden, aber sie sind weltbewegend für das junge Mädchen, das ihren Traumjob bekommt oder für die Mutter, die die Leiter nach oben klettert.

Man sollte sich bloß immer wieder an Folgendes erinnern: Wenn man einen Schritt vorwärts macht, sollte man immer auch positive Inspiration für jemand anderen sein!

Tipps und Tricks

Ich würde Frauen, die in der Tech-Branche Karriere anfangen wollen, die gleichen Tipps geben, die ich jeder Frau, die eine Karriere beginnen möchte, geben würde: Wir alle haben ein Talent, aber manchmal müssen wir uns selbst aus unserer Komfortzone drücken, um sie wirklich entdecken zu können. Wir dürfen uns nicht selbst auf das begrenzen, wie andere Leute denken, dass wir sein sollten. Wenn du etwas gefunden hast, das du gerne machst, dann bist du auf dem richtigen Weg zu einer fantastischen Karriere.

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