Women in Tech: „Unterschiedliche Blickpunkte machen eine zugänglichere Industrie aus“

Women in Tech: „Unterschiedliche Blickpunkte machen eine zugänglichere Industrie aus“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Irene Lopez, Software Engineer bei New Relic.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Women in Tech: Irene Lopez, Software Engineer bei New Relic

Irene Lopez

Irene Lopez arbeitet als Software Engineer bei New Relic an sicheren Services, um Unternehmensanforderungen zu unterstützen. Sie hat einen Bachelor in Elektrotechnik, einen Master in Computertechnik und hat für einige Jahre als Entwicklerin für eingebettete Soft- und Hardware im Automatisierungssektor gearbeitet, bevor sie die Arbeit an ihrer Data-Science-Thesis in einem Forschungslabor begann. Sie stellt gerne eine Menge Fragen, lernt Neues kennen und löst Probleme.

Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Ich hatte schon seit meiner Kindheit ein Interesse an Wissenschaft. Nach meinem Highschool-Abschluss zog ich es in Erwägung, in die Tech-Branche zu gehen, um an Robotern und Prothesen zu arbeiten. Stattdessen landete ich dann jedoch im Bereich Elektronik, was mich letztlich zur Informatik führte.

Irenes Karriereweg

Ich verstand, dass die Ingenieurwissenschaften aufgrund meines Interesses an der Wissenschaft gut zu mir passen würden. Doch als ich meinen Universitätsabschluss hatte, stellte ich fest, dass ich mich mehr Informatik als für die Elektromechanik interessierte. Ich hatte die sehr glückliche Gelegenheit, ein Praktikum als Entwicklerin in Barcelona zu absolvieren, was meine Karriere schließlich in Gang setzte!

Als ich in der Highschool war, kam eines Tages eine ehemalige Schülerin an unsere Schule, um über ihre Erfahrungen bei der Berufswahl zu sprechen. Sie sprach darüber, wie sie sich entschied, aufzuhören, weil das Verhältnis von Männern und Frauen, die ihren Beruf studierten, zu unausgewogen war. Sie fühlte sich fehl am Platz. Dies mag zwar die Realität der Branche sein, aber ich empfand diese Präsentation als entmutigend für Frauen, die eine Karriere im MINT-Bereich anstreben. Ich wünschte, meine Schule hätte einen anderen Redner eingeladen. Jemand, der eine erfolgreichere Erfahrung gemacht und diskriminierende Hindernisse überwunden hatte. Das wäre viel motivierender gewesen, insbesondere für junge Frauen.

Vorbilder und Unterstützer

Meine Eltern sind beide Ärzte, also wurde von mir erwartet, dass ich Medizin studieren werde. Meine Familie unterstützte mich trotzdem, als ich mich schließlich entschied, Informatik zu studieren.

Mentorenprogramme mit Frauen aus der Tech-Industrie würden dabei helfen, den Gender-Gap zu verbessern und ein Interesse für Technologie bei Mädchen zu wecken.

Eins meiner Vorbilder ist meine Mutter. Sie war eine der ersten Frauen an ihrer Universität, die ihren Abschluss als Traumatologin machte, sowie die allererste Frau in ihrem Weiterbildungsprogramm. Sie musste sich vielen Hindernisse in ihrem Berufsleben stellen, aber ich wusste, dass wenn sie das schaffen konnte, ich es ebenfalls schaffen würde.

 

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Hat jemand versucht, dich daran zu hindern, in deiner Karriere voranzukommen?

Ich bin von Natur eine stille, introvertierte Person und ich kann es nicht leiden, wenn ich von meinem Ziel abgelenkt werde. Ich musste früh lernen, wie man seine Stellung halten und seine Arbeit wertschätzen kann, ohne dabei von jemand zur Seite geschoben zu werden, der lauter oder aggressiver als ich war.

Ein Tag aus Irenes Leben

Im Moment bin ich Software Engineer bei New Relic in Barcelona. Ich arbeite derzeit an unserer kürzlich gestarteten Observerbaility-Plattform, New Relic One. Ich verbringe meinen Morgen normalerweise damit, mich für den Tag zu organisieren und festzustellen, was erledigt werden muss. Das besteht üblicher Weise darin, sich auf tägliche Stand-Up-Meetings vorzubereiten, um Statusupdates abzugeben und potentielle Probleme für mein Team zu markieren. Die Nachmittage sind eher gemeinschaftlich, da mein Team und ich zusammen an Code-Releases und Reviews arbeiten.

Worauf bist Du in Deiner Karriere besonders stolz?

Eines der Privilegien, die ich in meiner Karriere am meisten schätze, war die Möglichkeit, in vielen der Bereiche, die mich interessierten, Fortschritte zu machen. Im Laufe meiner Karriere war es mir möglich Elektrotechnik und Informatik zu studieren und darin zu arbeiten. Ich bin dankbar dafür, dass man mir so viele Möglichkeiten gegeben hat, Neues auszuprobieren und ich sie immer angenommen habe. Tatsächlich ist der Grund dafür, dass ich heute bei New Relic bin, dass ich zufällig mit ihnen in Kontakt gekommen bin, als ich meinen Master-Abschluss gemacht habe.

Warum gibt es so wenige Frauen in der Tech-Branche?

Ich glaube, dass Mädchen schon im jungen Alter davon abgeraten wird, in das MINT-Feld zu wechseln und sich mit Wissenschaft, Mathematik und Technologie auseinanderzusetzen. Jungs ermutigt man eher dazu. Junge Mädchen und Frauen sind anfälliger dafür, sich durch Gleichaltrige und das Stigma des technischen Bereichs abschrecken zu lassen.

Was helfen würde, den Gender-Gap zu verbessern, wären Mentorenprogramme mit Frauen in der Tech-Industrie. Diese können als Vorbilder agieren, um ein Interesse für Computer und Technologie bei den Mädchen zu wecken.

Hindernisse

Frauen werden von Anfang an davon abgehalten, in das MINT-Feld zu gehen und sind vom Stigma der Tech-Industrie beeinflusst. Deswegen haben viele Frauen den Eindruck, dass dieser Beruf sehr herausfordernd und eher Burnout-anfällig ist. Tech-Unternehmen versuchen zwar inklusiver und einladender zu wirken, aber die Realität ist die, dass der Druck größer ist, gute Arbeit zu leisten, wenn man sich von jedem in seinem Unternehmen unterscheidet. Das kann zu einem hohen Stresslevel auf der Arbeit führen. Ein weiterer Faktor, der zum Burnout und zur Verschlechterung des allgemeinen Wohlergehens führen kann.

Mein wichtigster Ratschlag ist, dass es nie zu spät ist, eine Karriere in der Tech-Branche zu beginnen. Man wird letztendlich besser werden, wenn man in seinem eigenen Tempo vorgeht.

Sähe die Welt mit mehr Frauen in MINT-Berufen anders aus?

Die Geschlechterunterschiede, die wir derzeit in der Tech-Branche sehen, gab es bereits auch im medizinischen Sektor. Wie die Forschung gezeigt hat, führt Diversität an Perspektiven zu einer zugänglicheren und gebildeteren Industrie. Teams können unterschiedliche Lösungen für Probleme finden, die auf verschiedenen Meinungen und persönlichen Erfahrungen beruhen.

Letztlich ist die Tech-Branche hinsichtlich ihrer Flexibilität einzigartig, wenn es darum geht, Arbeits- und Privatleben auszugleichen. Faktisch gesehen, trifft sich das für Frauen sogar sehr gut, die noch andere Prioritäten in ihrem Leben haben, wie z. B. eine Familie zu versorgen, jemanden zu betreuen, andere Karriereinteressen verfolgen oder was auch immer. Remote Work wird immer mehr Mainstream und die Tech-Branche ist hier führend mit 30%, was manchmal besser für Menschen sein kann, die anderen Prioritäten außerhalb der Arbeit haben.

Die Diskussion über Diversität nimmt Fahrt auf. Wie lange wird es dauern, bis wir Ergebnisse der aktuellen Debatte sehen?

Ich glaube, dass die Diskussion um Diversität und deren Fortschritt von Nation zu Nation unterschiedlich ist. Aber ich hoffe, dass unsere bisher erreichten Bestrebungen, zu einem allgemeineren Zuspruch führen, dass Mädchen das MINT-Feld bereichern und junge Frauen sich dafür entscheiden, Informatik zu studieren. Je mehr Frauen in die Tech-Branche einsteigen, umso leichter wird es sein, andere Frauen dazu zu bewegen, einzusteigen. Denn man ermutigt sie dazu, einen Weg zu beschreiten, den bereits jemand beschritten hat, der ihnen ähnelt.

Tipps & Tricks

Mein wichtigster Ratschlag ist, dass es nie zu spät ist, eine Karriere in der Tech-Branche zu beginnen. Man wird letztendlich besser werden, wenn man in seinem eigenen Tempo vorgeht. Es ist kein Wettbewerb und es gibt viele offene Positionen. Man sollte langsam, aber sicher lernen. Ihr werdet überrascht sein, wie gut vorbereitet ihr sein werdet, wenn ihr euch danach in den Tech-Bereich wagt. Wenn ihr daran interessiert sein, dann glaube ich, dass ihr es machen könnt und ihr solltet das auch tun!

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