Kollaborieren mit Plattform
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Softwareprojekte können Informationsfluten hervorrufen. Doch es gibt eine Lösung: Mit einer integrierten Collaboration-Plattform bekommt aber jeder Teilnehmer nur das Wissen, das er auch wirklich braucht.

An einem Softwareprojekt sind Teammitglieder mit unterschiedlichem technologischen Verständnis und unterschiedlichen Informationsbedürfnissen beteiligt. Die benötigten Informationen zu dem Projektstand werden idealerweise an einer zentral zugänglichen Stelle über das Internet zur Verfügung gestellt. Um nicht von einer Informationsflut erschlagen zu werden, möchte jeder Teilnehmer nur das Wissen beim Zugriff haben, das er wirklich braucht. Mit einer integrierten Collaboration-Plattform ist das einfach realisierbar.

Collaboration-Plattformen sind mehr als eine Ansammlung von Entwicklungstools. Spätestens mit dem Einsatz eines Wiki zieht ein Hauch von Web 2.0 in die Softwareentwicklung ein. Damit geht der Anspruch nach Offenheit und Gleichrangigkeit einher. Mit dem Begriff „offen“ assoziieren wir Freiheit, Transparenz, Flexibilität, Aufgeschlossenheit und Zugänglichkeit. Jedes Teammitglied hat eine oder mehrere Rollen in einem Projekt. Es gibt Entwickler und Benutzer. Auch kann ein Entwickler gleichzeitig Projektleiter sein oder ein Anwender gleichzeitig Tester. Bei dem Wunsch nach Offenheit stellt sich also sofort die Frage nach Sicherheit. Es gibt kaum einen Bereich, in dem so viel Zündstoff enthalten ist wie in dem Rollen- und Zugriffsmanagement einer Collaboration-Plattform.

Ein ausgefeiltes Rollenmanagement bietet kraftvolle Möglichkeiten, den Informationsfluss in einem Projekt zu optimieren und die Informationsflut zu kanalisieren. Die Kommunikation zwischen Benutzern und Entwicklern, wie auch zwischen Management und Projektteam, wird so unterstützt. Es ist aber auch ziemlich einfach, jemanden an der Kommunikation in einem Projekt auszuschließen, wenn man ihm den Zugriff einschränkt. Das führt dann schnell zu Konflikten.

Idealerweise deckt eine integrierte Plattform den gesamten Applikationslebenszyklus des Projekts mit Kommunikations- und Entwicklungstools ab. Ein integriertes Rollen- und Zugriffsmanagement erfasst auf einer leistungsfähigen Plattform alle vorhandenen Komponenten. Das geht über den Zugriff auf Tracker und Workitems, Dokumente, Sourcecode-Archive, Builds und Wikis. So kann zentral die Rechteverwaltung erfolgen. Das ist ein großer Vorteil, denn wenn für jedes Tool eine eigene Zugangsberechtigung verwendet werden würde, dann wäre der Pflegeaufwand hoch und Fehlerquellen vielzählig. So können auf Knopfdruck alle Änderungen im gesamten System wirksam werden.

Unterschiedliche Rollen werden für die Bedürfnisse der Anwendergruppen maßgeschneidert. Ein Endanwender interessiert sich z. B. für das Wiki, den Bug-Tracker und den Downloadbereich, während ein Entwickler auch auf das Sourcecode-Archiv zurückgreifen möchte. Zu viel Information führt zu Unübersichtlichkeit und ist damit unproduktiv. Mit einem leistungsfähigen Rollenmanagement ist es möglich, das Informationsangebot für jede am System angemeldete Person sehr genau einzustellen.

Uta Kapp arbeitet als freiberufliche IT-Beraterin und systemischer Coach. Mit einer Kombination aus Fach- und Prozessberatung für Softwareprojekte hilft sie Entwicklungsteams bei der Bewältigung der ständig steigenden Komplexität. Hier kommen die agile Softwareentwicklungsmethode Scrum und Organisationsaufstellungen zum Einsatz. Der Einsatz von Collaboration-Plattformen ist ein weiterer Schwerpunkt.

Jean Pierre Berchez ist Geschäftsführer der HLMC Events GmbH und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit den Themen Projektmanagement, Software Engineering und objektorientierte Softwareentwicklung. In den letzten Jahren liegt sein Interesse insbesondere auf den Themengebieten agile Entwicklung mit Schwerpunkt Scrum sowie „Collaborative“ Software Development. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer ist Jean Pierre Berchez auch als Lehrbeauftragter an den BAs Stuttgart und Heidenheim sowie an der Hochschule Liechtenstein für die Themen „Anforderungsmanagement“, „Scrum“ und „Collaborative Software Development“ tätig.

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