Kommentar: Die PHP-Situation
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Es ist also mal wieder so weit: Eine heiß geführte Diskussion beschäftigt sich mit der aktuellen PHP-Situation. Sind Forks eine Lösung, ist der Core überladen, stimmt die Organisation dahinter, wer

Es ist also mal wieder so weit: Eine heiß geführte Diskussion beschäftigt sich mit der aktuellen PHP-Situation. Sind Forks eine Lösung, ist der Core überladen, stimmt die Organisation dahinter, wer kann von wem profitieren? Und genau um diesen letzten Punkt sollte sich die Diskussion meiner Meinung nach drehen.

Tom Wießeckel Tom Wiesseckel @phpmagazin

Angefangen hat alles mit einem Blogpost von Cal Evans. Nach seinem Besuch auf der DrupalCon in Chicago hatte er in einem Gedankenexperiment die Optionen durchgespielt, die sich Projekte und Unternehmen mit einem Fork von PHP eröffnen würden. Eine auf das System angepasste Sprache könnte einigen das Leben durchaus erleichtern.

Eine erste Antwort lies nicht lange auf sich warten: Marco Tabini, ein Kollege von Cal, drehte die Diskussion in eine ganz andere Richtung: Plötzlich war von den Problemen die Rede, die er im Core sieht. Seiner Meinung nach spielte sich die Action nicht mehr im Core ab – viel mehr ist nun das überaus lebendige Umfeld der place to be.

Und jetzt meldet sich Dries Buytaert mit Staking our future on PHP zu Wort; der Kopf hinter Drupal, dem System, mit dem eigentlich die ganze Diskussion begonnen hat. Seiner Meinung nach ist PHP in einer Zeit angekommen, in der es eine symbiotische Beziehung mit all den Open-Source-Systemen eingegangen ist, die das Web – und PHP – zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Hence, more than ever, the future of PHP depends on popular PHP applications that have emerged over recent years.Dries Buytaert, 2011

Nun vermischen sich viele kleine Bereiche – und alle schneiden richtige und wichtige Punkte an. Das Problem, so es denn eines gibt, scheint irgendwo dazwischen zu liegen.

Für Aussenstehende mag nicht jede Entscheidung des Core-Teams nachvollziehbar sein. Oft hat man das Gefühl, nicht Teil des Ganzen zu sein; viel mehr scheint eine kleine Gemeinde eingeschworener Entwickler auf sich selbst gestellt die Weichen der Sprache zu stellen. Manchmal wünschte man sich, eine große Organisation würde das Heft in die Hand nehmen und PHP in eine Richtung leiten.

Auf der anderen Seite hat Johannes Schlüter, Release Manager von PHP 5.3, nicht ganz unrecht wenn er sagt, dass gerade die vielen freien Interessen, die im Core-Team aufeinander treffen, für den Fortschritt sorgen. Auf diese Weise entsteht eine Diskussion – die zugegebenermassen bisweilen etwas zivilisierter geführt werden dürfte – die als Nährboden für eine richtungsweisende Verbesserung der Sprache dienen kann.

Am Ende müsste diese Innovationsfreude nur noch in die Tat umgesetzt werden. Vielleicht wäre es ein gangbarer Weg, eine Foundation zu gründen: Firmen stellen Manpower ab, die sich aktiv nur mit einer Sache beschäftigen – der Weiterentwicklung der Sprache PHP. Dries hat in seinem Blogpost das Angebot gemacht.

Maybe when Acquia is a bit larger, we’ll hire a full-time engineer to contribute to PHP’s development. Maybe other organizations will consider doing the same, or more people will find the time to be active in more than just one project.Dries Buytaert, 2011

Vielleicht wären andere, Projekte wie auch Unternehmen, bereit, darauf einzusteigen. Meiner Meinung nach wäre es nicht das Schlechteste, was PHP passieren könnte.

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