Kommentar: Probleme, wo keine Probleme sind?
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Oder: Die Sache mit dem PHP-Fork und den PHP-Anwendungen. Und wieder gilt: PHP geht uns alle an. Aus aktuellem Anlass daher ein Kommentar unseres Chefredakteurs Björn Schotte.

Björn Schotte ChefredakteurIn

Oder: Die Sache mit dem PHP-Fork und den PHP-Anwendungen. Und wieder gilt: PHP geht uns alle an. Aus aktuellem Anlass daher ein Kommentar unseres Chefredakteurs Björn Schotte.

Björn Schotte, Chefredakteur Björn Schotte Chefredakteur

In der aktuellen Diskussion rund um PHP-Forks und symbiotische Beziehungen zwischen PHP als Sprache und den einzelnen PHP-Anwendungen, gibt es viele gute Ansatzpunkte, um eine Diskussion zu führen.

Ich meine, dass man verschiedene Aspekte festhalten kann: Ein Fork von PHP erscheint angesichts der hohen Verbreitung sehr unwahrscheinlich, und wird sich vermutlich auch nicht durchsetzen. Häufig wird mit Blick auf HipHop argumentiert, dass dies doch der erste Schritt zu einem Fork sei – mitnichten: Facebook hat für spezifische Probleme, die wahrscheinlich weltweit nur sehr sehr wenige Unternehmen haben, eine spezifische Lösung entwickelt, von der PHP wiederum lernen konnte.

Ich denke, dass Dries mit dem Punkt Recht hat, dass es immer mehr PHP-basierte Anwendungen gibt, für die PHP als Sprache natürlich sehr wichtig ist. Dries setzt in seinem Blogbeitrag auch zum 100m-Sprint an und empfiehlt, dass Firmen Entwicklungsleistungen für/an PHP abstellen sollten, hält jedoch kurz vor dem Ziel inne mit dem Verweis, dass sein eigenes Unternehmen noch nicht groß genug ist, um seinen Beitrag dazu zu leisten.

M-hm. Für jeden, der in der Community unentgeltlich und freiwillig aktiv ist, mag dies ein Schlag ins Kontor sein. Es gibt immer Möglichkeiten, wie man zu einem Open-Source-Projekt beitragen kann. Gesucht sind nicht nur Entwickler, die neue Sprachfeatures implementieren; gesucht sind auch Leute, die sich aktiv an Diskussionen beteiligen, die Sprache nach vorne bringen wollen oder schlicht und ergreifend Dokumentation für neue Erweiterungen schreiben.

Wer stark auf PHP setzt und mit PHP seinen Lebensunterhalt bestreitet, für den sollte es aus moralischer Sicht eine gewisse Verpflichtung sein, zu PHP beizutragen – jeder so, wie er kann. Die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Letztlich, und hier muss ich auf Johannes Schlüter verweisen, ist doch ein großer Vorteil von PHP, dass nicht eine Firma alleine hinter dem Open-Source-Projekt steht, sondern sich Firmen immer wieder aktiv daran beteiligen können.

Man muss nur den ersten Schritt tun.

Ich meine, dass Dries im oben genannten – für mich sehr wesentlichen – Punkt etwas anspricht, was die Bedeutung von PHP unterstreicht: Nicht nur PHP ist weltweit von Bedeutung, sondern durch die symbiotische Beziehung sind es auch die darauf aufbauenden Webanwendungen geworden; von WordPress über Drupal bis hin zu Zend Framework.

Welche positiven Folgen das hat, das solltet Ihr am besten in der Keynote von Pierre Joye und Johann-Peter Hartmann nachhören.

In diesem Sinne, Happy PHP’ing – auch noch im Jahre 2037!

Björn Schotte

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