Schnell und intuitiv datengebundene Applikationen mit Microsofts neuem RAD-Tool Visual Studio LightSwitch entwickeln

Licht an!
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Nachdem die neue 2010er-Generation der Visual Studio-Familie bereits im ersten Halbjahr erschienen ist, legt Microsoft noch eins drauf und vervollständigt seine populäre Entwicklungsumgebung um ein weiteres Mitglied: Visual Studio LightSwitch (zu Deutsch: Lichtschalter) schlägt in die RAD-Kerbe und ermöglicht es, mit wenigen Handgriffen datengebundene Applikationen (in- oder außerhalb des Browsers, Cloud-basiert, etc.) zu erstellen. Dabei kann (und soll) mittels spezieller Assistenten und Vorlagen nicht nur die Applikation sondern auch die entsprechende Datenbank entworfen und erstellt werden.

Mit Visual Studio LightSwitch liefert Microsoft ein Standalone-Produkt aus, das auf Rapid Application Development ausgelegt ist. Zielgruppe sind vor allem Entwickler und IT-Pros, die schnell und mit möglichst geringem Planungs- und Geschäftsanwendungen realisieren wollen – typischerweise also spezialisierte Anwendungen, die innerhalb von Unternehmen eingesetzt werden sollen, beispielsweise eine Applikation zur Inventarverwaltung. Derartige Applikationen lassen sich nun mit wenigen Mausklicks und schon mit relativ geringen Programmierkenntnissen entwickeln. Microsoft setzt dabei darauf, den Entwickler zu führen und mit ihm Schritt für Schritt zuerst die Datenbank und dann die entsprechenden Eingabe- bzw. Ansichtsmasken (Screens) zu erstellen. So werden auch verhältnismäßig unerfahrene Entwickler an die Hand genommen und erreichen in wenig Zeit Ergebnisse, die sich durchaus sehen lassen können.

Da wird die Wahl eng

Nach der (Web-) Installation des LightSwitch-Pakets (die Software steht seit dem 23. August 2010 als Beta zur Verfügung) stehen Ihnen neben dem gewohnten Visual Studio User Interface zwei neue Projektvorlagen zur Verfügung, die unter der Kategorie LIGHTSWITCH zu finden sind.

  • LightSwitch Application (Visual C#)
  • LightSwitch Application (Visual Basic)

Sobald Sie sich für eine Programmiersprache entschieden haben, erscheint innerhalb von Visual Studio ein Screen, der Ihnen die Auswahl ermöglicht, ob Sie eine neue Tabelle erstellen möchten (per Designer), oder ob Sie eine bereits existierende Datenquelle anbinden möchten (siehe dazu Abb.1). Daneben wurde im Hintergrund bereits das Projekt erstellt, das zwei Ordner enthält (ebenfalls in Abb. 1 ersichtlich): Datenquellen und Screens. Und damit sind auch die beiden Hauptkomponenten einer LightSwitch-Applikation genannt. Beide können direkt über die IDE erstellt und bearbeitet werden. Zugleich stellen diese beiden Komponenten auch das Hauptszenario für eine LightSwitch-Applikation dar: Einfach zu erstellende Businessapplikationen, die Daten über Screens darstellen und deren Bearbeitung ermöglichen.

Abbildung 1: Der Ausgangsscreen
Abbildung 1: Der Ausgangsscreen

Das Fenster des Tabellendesigners enthält zudem ein intuitives Menü, das die Erstellung von weiteren Entitäten, Beziehungen und berechneter Eigenschaften ermöglicht. Darüber hinaus finden sich Schaltflächen, die praktischerweise die Erstellung von Screens ermöglichen, die bereits mit der erstellten Entität arbeiten (Abb. 2).

Abbildung 2: Tabellenentwurfsansicht und Menü
Abbildung 2: Tabellenentwurfsansicht und Menü

Den auf diese Weise erstellten Tabellen lassen sich problemlos graphisch weitere Felder hinzufügen – standardmäßig wird für jede neue Tabelle ein Primärschlüssel mit der Bezeichnung Id vom Typ System.Int32 erstellt. Microsoft hat großen Wert auf eine intuitive Bedienung gelegt, und das merkt man während des gesamten Erstellungsprozesses einer LightSwitch-Applikation. Erstellt man beispielsweise eine neue Beziehung, so findet sich neben den Auswahlfeldern für die benötigten Tabellen und deren Schlüssel und Navigationseigenschaften auch erklärende Texte für die verschiedenen Beziehungstypen. Sie werden es vielleicht erahnt haben: LightSwitch ist nicht unbedingt (nur) für Profi-Entwickler gedacht, sondern in erster Linie auch für IT-Pros und Entwickler in Schlüsselpositionen, die wenig Zeit und Aufwand für die Entwicklung von beispielsweise einfacher Verwaltungssoftware investieren sollen. Bei der Erstellung der Tabellen fallen zudem zwei neue Datentypen auf: PhoneNumber und EmailAddress. Es handelt sich hierbei um komplexe Typen, die häufig in Business-Applikationen anzutreffen sind. Besonders komfortabel ist hierbei die automatische Validierung der Werte bei der Eingabe über entsprechende Masken. Für die englische Sprache beherrscht der Tabellendesigner auch Pluralization, d.h. die automatische Umwandlung eines Entitätsnamens, z.B. Car in dessen Mehrzahl, Cars.

Abfragen für jedermann

Haben Sie erst mal eine Tabelle oder mehrere Tabellen im Schnelldurchlauf erstellt, so steht für die Generierung von Abfragen ebenfalls ein Designer zur Verfügung. Die Abfragen werden ebenfalls komplett graphisch zusammengesetzt. Nach dem Baukastenprinzip legen Sie für jedes Filterkriterium die Art der Verknüpfung, das zu überprüfende Feld (bequem per Auswahlliste), den Vergleichsoperator, Datentyp und Vergleichswert fest. Dies alles geschieht im Abschnitt „Filter“ des Abfragedesigners. Daneben können Sie in eigenen Abschnitten noch die Sortierreihenfolge und evtl. zu verwendende Paramater spezifizieren.

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