Licht an! (Teil 2)
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Die in Abbildung 3 erstellte Abfrage hat die Auflistung aller Fahrzeuge des Typs „Mustang“ zum Zweck – und kann problemlos innerhalb der Applikation von diversen Screens wiederverwendet werden.
Abbildung

Die in Abbildung 3 erstellte Abfrage hat die Auflistung aller Fahrzeuge des Typs „Mustang“ zum Zweck – und kann problemlos innerhalb der Applikation von diversen Screens wiederverwendet werden.

Abbildung 3: Queries einfache graphisch zusammenstellen
Abbildung 3: Queries einfache graphisch zusammenstellen
Ernten, was man säht

Damit das entstandene Datenmodell auch angezeigt und bearbeitet werden kann, werden graphische Eingabemasken benötigt. Mit LightSwitch liefert Microsoft hierfür folgende fünf Vorlagen mit, die sich entsprechend in ihren Möglichkeiten unterscheiden:

  1. New Data Screen
  2. Search Data Screen
  3. Details Screen
  4. Editable Grid Screen
  5. List and Details Screen

Die fünf Optionen repräsentieren im Prinzip alle CRUD Operationen. Die letzte Vorlage entspricht etwa einer Master-Detail-Ansicht einer ASP.NET Webapplikation. Bei der Erstellung per Assistent genügt an grundlegenden Informationen der Titel der Ansicht (wird bereits automatisch aus Entität und Vorlagentyp abgeleitet, z.B. CreateNewCar), die Entität, deren Daten von der Ansicht dargestellt werden sollen, und weitere Optionen, wie beispielsweise die Anzeige anderer Entitäten, die sich auf den aktuellen Datensatz beziehen.

Abbildung 4: Designansicht eines Screens
Abbildung 4: Designansicht eines Screens

Erstellt man einen Screen, beispielsweise um ein Objekt des Typs Car hinzuzufügen (Vorlage: NEW DATA SCREEN), so öffnet sich dessen Entwurfsansicht. In dieser finden Sie eine hierarchische Liste aller verfügbaren Steuerelemente, die bei der Erstellung automatisch generiert wurden. Der Assistent hat bereits für jede verfügbare Eigenschaft der Entität ein passendes Eingabefeld erstellt, sowie Schaltflächen zum Speichern und Aktualisieren der Daten. Auch die Validierung der Daten (Pflichtfelder, Datentypen und deren Wertebereiche, etc.) wird automatisch generiert. Über die Entwurfsansicht erhalten Sie die Möglichkeit, jedes einzelne Steuerelement anzupassen, indem Sie einfach auf die Pfeile rechts neben den entsprechenden Namen klicken. Auf dieselbe Weise können Sie Layout-Anpassungen vornehmen. Für die Daten anzeigenden Ansichten ist es wichtig, zu definieren, welche Daten angezeigt werden sollen. Hierfür bedienen Sie sich wieder der bereits vorher erwähnten Abfragen. Standardmäßig generiert die IDE bei der Erstellung eines Screens eine Liste mit der Bezeichnung Collection, z.B. CarsCollection. Diese repräsentiert anfänglich alle vorhandenen Datensätze. Auf der linken Seite des Designer befindet sich eine Liste aller verwendeten Collections; neben jeder Bezeichnung befindet sich eine Schaltfläche EDIT QUERY, mit Hilfe derer Sie wieder in den Query-Designer katapultiert werden können; dort ist es ein Leichtes, die Listenelemente mit Filtern zu versehen und nach Wunsch zu sortieren. Wie gewohnt starten Sie mit F5 den Debug-Modus (intern wird der LightSwitch-Server initialisiert und gestartet) und erhalten so die Möglichkeit. Beim Start wird ein Formular geladen, das zugleich das Hauptfenster der LightSwitch-Applikation darstellt. Es enthält Reiter für alle erstellten Screens und macht diese hiermit jederzeit zugänglich (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: LightSwitch-Applikation im Debug-Modus
Abbildung 5: LightSwitch-Applikation im Debug-Modus
Fazit

In der neuen 2010er Version hatte Microsoft für jeden Entwickler-Anspruch etwas dabei – nur nicht unbedingt für Rapid Application Development. Visual Studio LightSwitch könnte diese Lücke füllen, um Geschäftsanwendungen für den „täglichen Gebrauch“ zu erstellen, deren detaillierte Projektierung und Planung bereits den Entwicklungsaufwand übersteigen würde. Aber auch zur Erstellung schneller und aussagekräftiger Prototypen eignet sich der neue Visual Studio-Sprössling durchaus. Wer einzig Daten visualisieren und bearbeiten möchte, ist mit diesem Werkzeug bestens bedient und kommt auch mit relativ geringfügigen Programmierkenntnissen zu einem ansehnlichen Ergebnis. Die Anpassungsfähigkeit ist dabei aber nicht zu kurz gekommen: Screens können (sowohl von Entwickler- als auch von Benutzerseite) angepasst und berechnete Felder ausprogrammiert werden.

Martin W. Angler hat in Bozen und Wien studiert und arbeitet derzeit als Softwareentwickler an der Europäischen Akademie Bozen. Er befasst sich mit der Entwicklung von .NET-basierten Web-Applikationen und SharePoint-Anpassungen. Er führt ein Weblog unter http://angler.wordpress.com.

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