Machine Learning

Künstliche Intelligenz und Ethik

ML Conference und IoT Conference 2019 eröffnet: „Die Welt ist nicht binär!“
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Zum gemeinsamen Auftakt der ML Conference 2019 und der Internet of Things Conference 2019 wurde ein Blick über den Tellerrand geworfen: Das Verhältnis von künstlicher Intelligenz und Ethik stand im Mittelpunkt.

Die ML Conference 2019 und die Internet of Things Conference 2019 wurden gestern in München eröffnet. Zum ersten Hauptkonferenztag boten Sebastian Meyen (Software & Support Media) und Dr. Pieter Buteneers (Chatlayer.ai) einen Einstieg: Die digitale Transformation ist zwar ein zentrales Thema in vielen europäischen Ländern, doch an der Umsetzung hapert es noch deutlich. Als Beispiel diente das Konzept der CDU, auf eine CO₂-Steuer zu verzichten – dafür aber von Flugtaxis zu träumen.

Digitale Transformation

Der Grundkonsens lautet „Wir müssen digitaler werden“, doch wie kann das gelingen? In kleinen Schritten und mit harter Arbeit, ganz nach dem Motto „disrupt yourself“. Um genau diese kleinen Schritte geht es schließlich auf den Konferenzen, denn das Konzept gilt für IoT und Machine Learning gleichermaßen, wie die Speaker betonten.

ML Conference 2019

Workshop: Machine Learning 101++ using Python

mit Dr. Pieter Buteneers (Chatlayer.ai)

Honey Bee Conservation using Deep Learning

mit Thiago da Silva Alves, Jean Metz (JArchitects)

Python Summit 2019

Daten analysieren und transformieren mit Python

mit Doniyor Jurabayev (Freelancer)

Advanced Flow Control

mit Oz Tiram (noris network AG)

Dabei dürfe der Aspekt der sozialen und ethischen Verantwortung nicht vernachlässigt werden. „KI ist etwas Angsteinflößendes“, zitierte Sebastian Meyen häufig geäußerte Bedenken, während Konferenz-Advisor Pieter Buteneers KI als „zweischneidiges Schwert“ bezeichnete. Wie steht es nun aber um die ethischen Implikationen künstlicher Intelligenz? Darum drehte sich die Eröffnungskeynote von Eric Reiss.

Ethik und Moral

In einem kurzen philosophischen Abriss klärte Eric Reiss (FatDUX Group) in seiner Keynote „The Ethics of AI“ zunächst den Unterschied zwischen Ethik und Moral: Letztere wird durch Eltern, Lehrer und Mentoren etc. weitergegeben und internalisiert. Ethik dagegen bezeichnet die tatsächliche Handlung, die stark von der internen Moral abweichen kann. Schließlich spielen für das Verhalten äußere Faktoren, etwa Arbeitgeber, eine Rolle.

Als einprägsames Beispiel für den Unterschied zwischen intern und extern diente die Segnung von Kampfflugzeugen durch Geistliche. Dieses Verhalten steht ganz offensichtlich in starkem Kontrast zum biblischen Gebot „Du sollst nicht töten“.

„Die Welt ist nicht binär!“

Künstliche Intelligenz besitzt aus sich selbst heraus keine Moral. Diese muss durch die dahinterstehenden Entwickler festgelegt werden. Vom Algorithmus hängt daher die häufig aufgegriffene und ungeklärte Fragestellung ab: Wen soll ein selbstfahrendes Auto im Fall des Falls retten – die Autoinsassen oder die Fußgänger? „Die Welt ist nicht binär“, zeigte Reiss anhand dieses Beispiels. Sie sei nicht in Nullen und Einsen unterteilbar, nicht schwarz und weiß, sondern grau und kompliziert.

Ethische KI entwickeln

Als sehr problematisch betrachtet Reiss die umfassenden Zugriffsrechte, die viele Anwendungen, Fitnesstracker etc. verlangen. Diese gingen mitunter weit darüber hinaus, was für die Funktionen notwendig wäre. Stattdessen sollten sich Entwickler einige Fragen stellen: Ist ihr Produkt richtig, respektvoll, verantwortungsvoll, fair und legal?

Zudem sei es wichtig, Algorithmen immer wieder zu überprüfen. Es könnte sich unwissentlich ein religiöser, ethnischer oder sexistischer Bias eingeschlichen haben. Im Grunde genommen müsse man sich jedoch nur eine einzige Frage stellen, gab Reiss seinen Zuhörern zum Abschluss mit: „Würde ich wollen, dass meine Familie meine Entwicklung verwendet?“

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