Magento: Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt bleibt dumm
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Es waren einmal ein paar tapfere Recken, die sich aufmachten, die E-Commerce-Welt zu revolutionieren. Oder aber zumindest zu beherrschen. Mit diesen Worten leiteten wir letzte Woche die Berichterstattung

Es waren einmal ein paar tapfere Recken, die sich aufmachten, die E-Commerce-Welt zu revolutionieren. Oder aber zumindest zu beherrschen. Mit diesen Worten leiteten wir letzte Woche die Berichterstattung zur Übernahme Magentos durch eBay ein. Seitdem hat sich einiges getan, es wurde viel spekuliert und große Pläne geschmiedet. Die wichtigsten Fragen wurden bisher jedoch noch nicht gestellt – das meint zumindest Eric Jankowfsky. Nämlich die Fragen nach dem Warum. Es sind interessante Fragen; Fragen, die letzten Endes nicht nur Magento betreffen.

Erinnern wir uns – vor einigen Monaten hatte Roy Rubin noch verkündet: We are fortunate to have a partner that supports our strong belief in open source, community and innovation. Zu diesem Zeitpunkt hielt eBay bereits seit elf Monaten 49 % der Anteile an Magento. Gerüchte darüber waren zwar schon länger in Umlauf, eine offizielle Bestätigung gab es bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht.

Die naheliegendste Frage muss daher natürlich lauten: Warum haben Yoav Kutner und Roy Rubin, die Gründer von Magento, ihr Projekt verkauft? Zuerst nur anteilig, dann, letzte Woche, komplett. Magento ist ein ausgesprochen zugkräftiges E-Commerce-Projekt. Das Unternehmen hat eine riesige Anzahl an Fans – man kann es auch eine gut funktionierende Community nennen – es treibt eine Innovation nach der Anderen (gerade im Bereich Mobile) und E-Commerce wird immer wichtiger; mangelnde Nachfrage kann der Grund also nicht gewesen sein. Warum also, um die Frage noch einmal zu wiederholen, haben die beiden das Unternehmen verkauft? Noch dazu ein einen wankenden Riesen der Branche?

Alles, was nun folgt, sind persönliche Mutmaßungen. Ich habe keinerlei interne Informationen. Ich versuche lediglich zu interpretieren und es ist gut möglich, dass ich komplett falsch liege.Eric Jankowfsky, 2011

Erics Überlegungen sind ebenso mutig wie schlüssig. Nach der Finanzspritze im letzten Jahr ist Magento sprunghaft gewachsen. Nicht nur das Projekt selbst – auch das Personal, die Büroräume … Erics Rechnung zufolge könnten die schönen Dollar bereits nach einem Jahr wieder verbraucht worden sein.

Wie bereits erwähnt gab es einen riesigen Hype um Magento. Dieser Hype hat dazu geführt, dass das Projekt wachsen konnte. Schnell. Vielleicht sogar zu schnell. Wie immer im Leben muss Geld in die Hand genommen werden, um die Weiterentwicklung eines Produkts voran zu treiben. Man braucht Geld für das Marketing, Geld für das Management … Geld, das irgendwie auch wieder in die Kassen gespült werden muss.

Selbst wenn er die Gold- und Silberpartner von Magento und die Enterprise-Editionen gegenrechnet, klafft am Ende eine kleine Lücke: Mein Fazit ist daher, dass ich glaube, dass die 22 Mio. weg oder zumindest annähernd weg sind, und Roy und Yoav verkaufen mussten.

Noch einmal: Es handelt sich um persönliche Mutmaßungen; die jedoch durchaus nachvollziehbar und plausibel sind. Magento war ohne Frage zur rechten Zeit am rechten Ort – aber der schnelle Wachstum war in diesem Falle eindeutig kontraproduktiv. Wobei … wer weiß schon so genau, was mit X.commerce auf die E-Commerce-Community zukommt?

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