Microsoft präsentiert die Zukunft von .NET
Kommentare

Die Build 2014 ist noch keine zwei Monate her und schon findet die nächste große Microsoft-Veranstaltung statt. Und auch in der Eröffnungskeynote der TechEd North America, die noch bis Donnerstag in Houston, Texas abgehalten wird, gab es wieder einige Neuigkeiten zu verkünden. Lag der Fokus der Build auf Windows 8.1 und Windows Phone, blickt Microsoft nun in die Zukunft des .NET Frameworks.

.NET wächst im Kern

Getreu dem Motto „Mobile-first, Cloud-first“ wurde das .NET Framework an sich weiterentwickelt. So wird es künftig einen Cloud-optimierten Modus geben, der es ermöglicht, Apps mit einer Kopie der .NET-Bibliotheken zu kompilieren; WPF und Windows Forms hat man hier der Leichtgewichtigkeit wegen weggelassen. Dabei werden die Runtime und das Framework jeweils App-abhängig deployed, sodass jede App mit einer anderen Version von .NET vNext laufen kann. Auch das Thema Cross-Plattform-Entwicklung behält Microsoft im Hinterkopf und garantiert dank einer aktiven Zusammenarbeit mit Xamarin, dass die besagten Cloud-optimierten .NET Apps über die Mono Runtime auch auf dem Mac, unter Linux und in gemischten Arbeitsumgebungen laufen.

Darüber hinaus wurden zwei weitere .NET-Kerntechnologien überarbeitet. Der .NET Native Ahead-of-Time-Compiler unterstützt jetzt neben ARM- und x64-Apps auch x86-Apps, der .NET Next Generation JIT-Compiler mit dem Codenamen „RyuJIT“ unterstützt ab seinem neusten Release x64-Apps ab Windows 7. Zu beiden Technologien hat Microsoft auf der TechEd versprochen, in den nächsten Monaten mehr Details mit der Öffentlichkeit zu teilen.

ASP.NET vNext

Genauso wie die nächste Version des .NET Frameworks an sich, wird auch ASP.NET vNext für die Cloud-Webentwicklung optimiert sein. Dienste wie Session State oder das Caching passen ihr Verhalten danach an, ob die App in der Cloud läuft oder in einer klassischen Hosting-Umgebung. All das bei einem weiterhin konsistenten API, was die Verlegung von Apps von on-Premises-Umgebungen in die Cloud vereinfacht. Ermöglicht wird dies hinter den Kulissen durch Dependency Injection.

Eine weitere Neuerung in ASP.NET vNext klingt genauso vielversprechend. MVC, Web API und Web Pages laufen künftig nämlich mit einem einheitlichen Programmiermodell – es gibt einen einheitlichen Controller und einheitliche Routing-Konzepte. Auch von SignalR und dem Entity Framework wird es neue Versionen geben. All das soll über NuGet verteilt werden.

ASP.NET vNext wird Open Source über die .NET Foundation veröffentlicht werden und dank Mono auch auf dem Mac und unter Linux laufen.

Neues Cross-Plattform-Tool

In einer Mobile-first-Welt wird die Cross-Plattform-Entwicklung immer wichtiger, das hat auch Microsoft verstanden. So wird demnächst das neue Portabilitätsanalyse-Tool ApiPort verfügbar sein, das einen Excel-Bericht erstellt und in diesem zwei Informationen zur Verfügung stellt: Es fasst zusammen, welche Plattformen mit dem eigenen Code anvisiert werden können und welche Abhängigkeiten den Code davon abhalten, auf noch mehr Plattformen zum Einsatz zu kommen. Die erhaltenen Informationen werden anonym auf einen Azure-Dienst geladen, der vom .NET-Team überwacht wird. Sie sollen Hinweise darauf geben, welche APIs auf welchen Plattformen zukünftig dringend benötigt werden.

ApiPort soll in wenigen Tagen in einer vorläufigen Version bereit stehen. Dieser werden noch die Xamarin/Mono-Plattformen und verschiedene NuGet Packages, die .NET APIs auf anderen Plattformen verfügbar machen, fehlen. Aber der Support hierfür soll so schnell wie möglich nachgereicht werden.

Neue Client Libraries

Auf der TechEd wurden ebenfalls neue Client-Bibliotheken für Office 365, .NET und JavaScript angekündigt, die als Preview Release verfügbar sind und das Anvisieren verschiedener Windows-Dienste von Apps aus vereinfachen sollen. Die .NET Client Libraries unterstützen WPF, Windows Forms, Windows-Store-, Xamarin.iOS-, Xamarin.Android- sowie ASP.NET-Apps und Portable Class Libraries; sie werden über NuGet ausgeliefert.

Das ist .NET vNext

Der Blick in die Zukunft von .NET zeigt uns, dass Microsoft so einiges vor hat und dass „Mobile-first, Cloud-first“ weit mehr als nur eine leere Phrase ist. .NET vNext ist das nächste große Release; künftig werden C# 6 und Visual Basic mit den Roslyn-Compilern kompiliert werden, Windows Store Apps mit .NET Native und Desktop- sowie Server-Apps mit Next Generation JIT. Ihre ASP.NET-vNext-Apps können Entwickler entweder auf dem Server oder in der Cloud hosten.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -