SQL Days der BASTA! 2012

Microsoft SQL Server 2012 Evolution statt Revolution
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Mächtig, etabliert und dennoch innovativ: Der Microsoft SQL Server 2012 bietet für Entwickler, Administratoren und Data Warehouse Experten zahlreiche Neuerungen und verbessert vieles, das sich über Jahre etabliert hat. Logisch, dass sich die aktuelle Version Microsofts Enterprise-SQL-Serverlösung wie ein roter Faden durch das Programm der BASTA! 2012 zog. Die Besucher konnten sich in zwei Special Days und einem Ganztagesworkshop auf den neuesten Stand bringen lassen – wobei die Schlüsselfrage lautete: Was hat Microsofts SQL-Datenbank in der 2012-Version für mich und mein Software-Projekt zu bieten?

Thorsten Kansy, Moderator der SQL Server Days, sieht das Neue vor allem in der Verbesserung des Alten: „Der SQL Server 2012 ist zwar keine Revolution, stellt aber eine Evolution dar, in der sehr viele kleine Schritte vereinfacht werden und die letztendlich dazu führt, dass Abfragen übersichtlicher und performanter ausgeführt werden können“.

Der Titel von Kansys Einführungssession der beiden SQL Days war denn auch Programm: „Microsoft SQL Server 2012: Neuerungen für Entwickler.“ Das breite Set der vorgestellten Features umfasste die neue Sequenzen-Funktion, die Offset-Klausel, die neuen R-SQL- und die analytischen Funktionen sowie die Möglichkeit, Serverrollen selbst zu definieren und mit Server-Rechten zu versehen.

Moderator Thorsten Kansy, dotnetconsulting.eu
Moderator Thorsten Kansy, dotnetconsulting.eu

Ein wirkliches Highlight ist für Kansy das neue Filetable-Feature, mit dem sich Dateisysteme mit einer Datenbank synchronisieren lassen. Dateien und Ordner können in einer Datenbank abgelegt und dann über einen UNC-Pfad angesprochen werden. Musste man früher Datenbank und Dateisystem manuell synchron halten, spiegeln sich durch die Filetables Veränderungen der einen Seite nun automatisch auf der anderen wider. Ein echtes Plus!

Kansy stellte eine zweite interessante Neuerung heraus: „Content Databases ist ein großes Thema. Datenbanken können relativ unabhängig von ihrer Instanz mit Logins und Ähnlichem konfiguriert werden.“ Zudem wartet der SQL Server 2012 mit einer neuen Distribution auf, die sicherlich für den ein oder anderen von Interesse sein wird: Express LocalDB.

„Mit der Express LocalDB-Version hat Microsoft wieder eine kleine, abgespeckte SQL-Server-Variante herausgebracht. Der Unterschied zu den herkömmlichen SQL-Server-Varianten ist dabei, dass man hier keinen Dienst im eigentlichen Sinne erhält. Stattdessen wird die Datenbank im ersten Zugriff als Out-of-Process-Instanz gestartet und hinterher auch wieder automatisch heruntergefahren. Als Ergebnis erhält man einen viel geringeren Administrationsaufwand und einen reduzierten Ressourcenverbrauch.“

Empfehlenswert sei Express LocalDB für Anwendungen, die schlicht Daten in einer lokale Datenbank ablegen müssen. Kansys Tipp an dieser Stelle richtet sich an die User der SQL-Compact-Variante: Die Express LocalDB könnte sich hier als interessante Alternative erweisen.

Sicher ist sicher

Was nutzt die beste Datenbank, wenn sie leicht von außen geknackt werden kann? Damit dies nicht so leicht passiert, stellte Kansy in seiner zweiten Session die Sicherheitskonzepte des SQL Server 2012 vor. Dabei ergab sich eine bündige Liste an Best Practices, die dem Motto folgten: Keep it simple!

„Denn eine Tresorwand ist nicht notwendigerweise kompliziert – im Wesentlichen ist sie erst einmal dick und aus solidem Material!“.

Kansy empfahl die Nutzung der Windows Authentifizierung und die Arbeit mit Windowsgruppen, Rollen und Schemata. Definieren Sie Gruppen, denen Sie dann bestimmte Rechte zuordnen. Vergeben Sie keine direkten Rechte auf Tabellen – dafür auf Prozeduren und Sichten. Vermeiden Sie negative Berechtigungen und EXECUTE-AS-Klauseln – diese verkomplizieren mehr als sie nutzen.

Nicht immer muss es eine SQL-Datenbank sein

In eine Vielzahl weiterer Themenbereiche stießen die SQL Server Days vor: Markus Ehrenmüller-Jensen behandelte die neuen Business Intelligence Funktionen, im Speziellen bei der Server Administration. Seine Leitfragen: „Wollten Sie nicht immer schon auf Knopfdruck wissen, wie es Ihrem SQL Server so geht? Und wäre es nicht spannend zu erfahren, in welchen Bereichen Probleme schlummern, um reagieren zu können bevor sie akut werden?“ Ehrenmüller-Jensen zeigte das Einrichten einer „Administrative Intelligence“, die vom SQL Server aufgezeichnete Daten in aussagekräftige Informationen in Excel PowerPivot verwandelt.

Patrick Heyde von Microsoft Deutschland gab Einblicke in die Möglichkeiten, hybride Clouds mit Microsoft-Technologie einzurichten – mit IaaS, PaaS, Persistent VM, Reporting Services, Datensynchronisation und vielem mehr. Insbesondere hat das Spring Release von Windows Azure neue Einsatzszenarien für Datenbankentwickler erhalten. Entwicklungs- wie Produktivumgebungen, die traditionellerweise 24 Stunden mit gleicher Hardware-Last betrieben werden, lassen sich mittlerweile flexibel dem individuellen Arbeitsaufkommen anpassen. Die klassische Frage allerdings, inwiefern die Daten in der Cloud auch sicher sind, blieb unbeantwortet – genauso wie die Publikumsfrage, wann genau die geplanten SSIS- und SSAS-Funktionen in der Azure Cloud Einzug halten werden.

Patrick Heyde:
Patrick Heyde: „SQL Server/BI in der Hybrid und Public Cloud“

Der zweite SQL Day wurde von Sascha Lorenz (PSG Projekt Service GmbH) mit seinen Sessions „Integration der Master Data Services in produktive Umgebungen“ und „SQL Server 2012 MDS und DQS im Business-Intelligence-Projekt“ sowie von Andreas Wolter (Sarpedon Quality Lab) mit „SQL Server 2012 AlwaysOn und Active Secondaries“ und „Tracing mit Extended Events“ bestritten. Zudem wagten Tobias Richling (LIS AG) und Heiko Zeus (Zweitag GmbH) Blicke über den SQL-Server-Tellerrand hinaus und verglichen NoSQL- und SQL-Szenarien miteinander. In welchen Anwendungen eignet sich vielleicht Neo4J oder RavenDB besser als der SQL Server von Microsoft? Die Erkenntnis dieser Session: Nicht immer muss es eine SQL-Datenbank sein!

Besser geht immer

Zum Abschluss die Frage an Thorsten Kansy, wo er bei den vielfältigen Möglichkeiten des SQL Servers 2012 noch Raum für Verbesserungen sieht.

Wunschlos glücklich werde es bei Software wohl nie geben, sagt Kansy. Allerdings gelte genauso, dass alles auch immer noch einfacher, noch schneller sein könnte. Wünschenswert wären beispielsweise neue Features bei der Volltextsuche, etwa dass bei der Suche die Stellen markiert werden, wo die Treffer gemacht wurden.

Denn selbst bei einem so ausgereiften Produkt wie dem Microsoft SQL Server 2012 gilt:

Besser geht immer!

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