Microsoft und Windows XP utopische Ziele
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Nach den vielen negativen Schlagzeilen rund um die schrumpfenden Marktanteile Microsofts hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele für das kommende Jahr gesetzt. So sollen planmäßig bis zum Sommer nächsten

Nach den vielen negativen Schlagzeilen rund um die schrumpfenden Marktanteile Microsofts hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele für das kommende Jahr gesetzt. So sollen planmäßig bis zum Sommer nächsten Jahres 70 Prozent der Unternehmen, die bislang Windows XP nutzen, auf das Betriebssystem Windows 7 umrüsten.

Dies entspräche nach eigenen Angaben einem Plus von rund 20 Prozent. Allerdings sind Microsofts veröffentlichte Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da es umgekehrt bedeuten würde, dass aktuell rund die Hälfte aller Unternehmen bereits Windows 7 nutzen. Während Microsoft eine Auskunft über die Zusammensetzung dieses Werts gegenüber The Register verweigerte, stellt Browsium die Angaben Microsofts öffentlich in Frage. Browsium geht davon aus, dass ganze 80 Prozent der größten Windows-Nutzer und somit mindestens 10 000 Desktop PCs noch immer Windows XP nutzen.

Auch Microsoft-Partner sagten The Register, dass erst jetzt die Nachfrage nach Windows 7 deutlich ansteige und nun – immerhin drei Jahre nach dem Launch von Windows 7 – Unternehmen sich vermehrt von XP verabschieden. So arbeitet BDNA gerade an zwei großen Umstellungen von Firmen mit 250 000 bzw. 450.000 PCs. Auch diese Auskünfte scheinen gegen die von Microsoft angegebenen 50 Prozent zu sprechen.

Doch mit dem Ende von XP im April 2014 setzt Microsoft die Unternehmen zweifelsohne unter Druck. Wer über dieses Datum hinaus noch Windows XP nutzen möchte, muss auf Security Fixes, Updates und Code verzichten. Unternehmen können allerdings bei ihrem Umzug auf Windows 7 einen Extra-Support beantragen. Für diesen Service verlangt Microsoft jedoch Sonderzahlungen. Tatsächlich könnte es für einige Unternehmen schwierig sein, den Wechsel vor April 2014 zu vollziehen, da es sich hier schließlich um Betriebe mit oftmals mehr als 100 000 Desktop-PCs handelt. So könnte Microsoft zu einer Verlängerung der Frist gezwungen werden.

Microsoft selbst äußerte sich hierzu nicht, verwies aber auf die Lifecycle Policy. Diese besagt, das Microsoft grundsätzlich eine Verlängerung des Supports um 10 Jahre ermöglichen kann. Auch darüber hinaus kann weiterer Support durch Microsofts Partnerunternehmen in Anspruch genommen werden.

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