Microsoft unterzeichnet Todesurteil der personalisierten Werbung [Update Die Entscheidung ist gefallen]
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Mit dem Internet Explorer 10 hat Microsoft der Werbeindustrie einen Schlag ins Gesicht verpasst. Der neue Browser hat nämlich per Default das sogenannte „Do Not Track“ Feature aktiviert – es schickt automatisch

Mit dem Internet Explorer 10 hat Microsoft der Werbeindustrie einen Schlag ins Gesicht verpasst. Der neue Browser hat nämlich per Default das sogenannte „Do Not Track“ Feature aktiviert – es schickt automatisch eine Anfrage an die jeweilige besuchte Website, in der darum gebeten wird, den Nutzer nicht zu tracken. Ob sich die Seite dann allerdings auch daran hält, ist optional.

Das könnte das Ende der personalisierten Werbung bedeuten. Schließlich basieren die spezifisch auf den Nutzer zugeschnittenen Werbeanzeigen auf Websites, die er besucht hat und bei denen er getrackt wurde. Diese personalisierten Anzeigen sollten ursprünglich Vorteile für den Nutzer bringen, da er nur diejenigen sieht, die ihn auch tatsächlich interessieren. Leider funktioniert das Ganze in der Realität nicht so gut wie erhofft und wird häufig zum Missbrauch persönlicher Daten genutzt.

Agenturen sind entsetzt über das potentielle Ende dieser lukrativen Werbeform. Microsoft indes findet, dass Nutzer selbst die Kontrolle darüber haben sollten, welche Informationen aus ihrem Online-Verhalten getrackt werden und welche nicht. Privatsphäre als Default – klingt doch nach einer guten Idee.

[Update 1:] Scheinbar hat sich Microsoft mit der Einführung des „Do Not Track“ Features selbst ein Bein gestellt. In der Do-Not-Track-Spezifikation schreiben deren Autoren nämlich, dass ein Nutzer die Option haben muss, ob er getrackt werden möchte oder nicht. Aus diesem Grund darf Microsoft seinen Nutzern nicht vorschreiben, den Tracking-Schutz per Default zu aktivieren. Was man sich jedoch vorstellen könnte, ist die Option, Do Not Track entweder zu aktivieren oder zu deaktivieren. Wie die Wahl der meisten Nutzer aussehen wird, dürfte wohl jedem klar sein.

[Update 2:] Nach wochenlanger Diskussion hat Microsoft nun eine Entscheidung getroffen. Trotz aller Widerreden wird „Do Not Track“ im Internet Explorer 10 wie geplant aktiviert sein – allerdings nur, wenn man sich für die Express-Installation entscheidet. Mit der benutzerdefinierten Einrichtung hat man die Möglichkeit, das Feature abzuschalten. Damit dürften wohl alle Kritiker befriedigt sein.

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