Microsoft versus Google DART
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Mit DART hat Google vor, eine hoch performante und strukturierte Skriptprache zu etablieren, die in manchen Kreisen schon als „JavaScript-Killer“ gehandelt wird. Nicht verwunderlich, kommt die Google-Sprache

Mit DART hat Google vor, eine hoch performante und strukturierte Skriptprache zu etablieren, die in manchen Kreisen schon als „JavaScript-Killer“ gehandelt wird. Nicht verwunderlich, kommt die Google-Sprache doch mit einer ähnlichen Syntax daher. Nun haben sich fünf Mitglieder des Microsoft JavaScript-Teams zu DART geäußert.

JavaScript has fundamental flaws, and to support these scenarios requires a ‚clean break‘ from JavaScript…We disagree with this point of view.

Kein guter Start für DART, denn Google braucht die Unterstützung von Browser-Herstellern. Microsofts Äußerung kommt daher einem öffentlichen Mißtrauensvotum gleich. Denn JavaScript hat einen langen Weg hinter sich. Seit seinem Erfolg in den 1990ern ist es zu einer etablierten Technologie aufgestiegen, die viele Entwickler verwenden. Mit umfangreichen Bibliotheken wie bspw. jQuery werden leistungsstarke Funktionen leicht zugänglich.

In 1998, a complex JavaScript application was a few dozen lines of code. By 2008, leading-edge Web applications like Hotmail, Gmail, and CNN.com included hundreds of thousands of lines of JavaScript, […] Today, there are Web applications with a million lines of JavaScript. These Web applications look more and more like the applications we run on our desktops.

Microsoft JavaScript Team-Mitgleider Shanku Niyogi, Amanda Silver, John Montgomery, Luke Hoban, und Steve Lucco.

Eine potentiell wichtige Veränderung für JavaScript kommt mit dem Support der Type-Inference im Firefox 9 Release und den Verbesserunugen an der JaegerMonkey JavaScript-Engine. Damit wird zukünftig eine dynamische Typisierung unterstützt, was die Flexibilität erhöht, die Programmausführung aber verlangsamt – im Gegensatz zu DART, das auch mit optionaler statischer Typisierung arbeitet. Paul Bakaus, CTO von Zynga, setzt große Hoffnungen auf statische Typisierung.

One thing I was looking forward to looking at Dart was static types. If you have static typing in JavaScript, you could really drive performance, […] Once you figure that out, there’s not so much difference between typed languages like C or C++.

Dave Mandelin der mit an der Firefox JaegerMonkey JavaScript-Engine arbeitet, bestätigt:

JM+TI [JaegerMonkey and type inference] is looking good and on track for shipping with Fx9, with nice speedups pretty much across the board.

Microsoft hat ganz eigene Vorstellungen von der Weiterentwicklung von JavaScript. Dabei geht es nicht nur darum, die Verarbeitung im Browser zu verbessern. Auf dem ECMAScript Standards Meeting letzte Woche hatte Microsoft einige seiner Ideen zur Verbesserung vorgestellt

As the Web transitions from Web sites to Web apps, and as Web developers build new experiences in HTML5, we know that JavaScript will also need to make this transition without compromising its simplicity, flexibility, or performance, […] An approach that enables broad, incremental adoption by the Web developer community has the highest chance of success.

Geht es nach Microsoft, wird DART also kein „JavaScript-Killer“. Auch bei Google Chrome liegt die Top-Prio auf der Performance-Verbesserung, wie die Feature-Einführung Incremental Garbage Collection in der V8 JavaScriptEngine beweist. Mozilla rechnet mit der Integration der Garbage Collection in Version 11. Also auch Mozilla kehrt JavaScript nicht den Rücken. Veränderungen an der JavaScript-Engine vorzunehmen, sind zwar schwierig, aber haben sich bis heute in Form von Leistungsverbesserungen allemal ausbezahlt. DART müsste also mehr Vorteile als statische Typisierung bieten, um sich als Web-Programmiersprache zu etablieren.

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