Microsofts Social Engineering gegen Google
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Nachdem Google mit der US-amerikanischen Kartell- und Verbraucherschutzbehörde FTC ein eher mildes Abkommen geschlossen hatte, haben die Kollegen von Read Write Web die groß angelegte Kampagne nachgezeichnet,

Nachdem Google mit der US-amerikanischen Kartell- und Verbraucherschutzbehörde FTC ein eher mildes Abkommen geschlossen hatte, haben die Kollegen von Read Write Web die groß angelegte Kampagne nachgezeichnet, die Microsoft seit Jahren gegen Google fährt. Die Methoden der Redmonder PR-Abteilung sind dabei bemerkenswert.

So wurden laut Read Write Web Industrieverbände nur deshalb ins Leben gerufen, um Google gezielt mit Kritik zu attackieren. Beispiele sind hier die News-Sektionen von ICOMP oder Fair Search. ICOMP wird unter anderem von Kate O’Sullivan verwaltet, die früher eine Stelle bei Burson-Marsteller hatte, einer PR-Firma, die offiziell für Microsoft arbeitet und mit ihrer Kompetenz für Krisen-PR wirbt.

Schon im Jahr 2009 wollte Microsoft Kongressabgeordnete dazu bringen, ein Abkommen zwischen Google und Yahoo! zu blockieren, wie in einer Story des Wired-Magazins bekannt wurde. Und der jüngste Spross in Microsofts Social-Engineering-Maschinerie ist die Interessengruppe SafeGov.org, die vorgeblich dem öffentlichen Sektor Sicherheitstipps zu Cloud Computing und Co. gibt, aber ebenfalls auffällig gerichtet gegen Google wettert. Dreien der Experten konnten Verbindungen zu Microsoft nachgewiesen werden.

Erst gestern ging Google relativ ungeschoren aus der FTC-Untersuchung heraus, in der für nicht wettbewerbswidrig befunden wurde, dass Google an der Seite von Suchergebnissen nur für eigene Produkte wirbt.

Although some evidence suggested that Google was trying to eliminate competition, Google’s primary reason for changing the look and feel of its search results to highlight its own products was to improve the user experience. Similarly changes to Google’s algorithm that had the effect of demoting certain competing websites has a plausible connection with improving Google’s search results, especially when competitors tried to game Google’s algorithm in ways that benefited those firms but not consumers looking for the best search results. Jon Leibowitz (FTC-Vorsitzender)

Auch die Änderungen am Suchalgorithmus seien nachvollziehbar der Benutzerfreundlichkeit geschuldet und dienten nicht der Bevorzugung eigener Inhalte. Dieses Urteil stieß bei Fair Search auf Empörung. Es sei schließlich die Aufgabe des FTC, die Kunden vor den monopolistischen und Wettbewerbs-feindlichen Praktiken Googles zu schützen.

If the FTC fails to take decisive action to end Google’s anti-competitive practices, and locks itself out of any remedies to Google’s conduct that are offered in Europe later this month, the FTC will have acted prematurely and failed in its mission of protecting America’s consumers.

Bei Fair Search hofft man indes, dass die Europäische Kommission Googles Suchmaschine stärker in die Mangel nimmt.

Letztere kann in diesen Tagen das FTC-Urteil in die eigene Bewertung einfließen lassen. Im gesamten Jahr 2012 hatte die EU-Kommission mit Google kommuniziert, wie man die Suchergebnisse neutraler gestalten könnte. Doch bleibt abzuwarten, ob das FTC-Urteil wirklich einen Einfluss darauf hat. Die ICOMP begrüßt indes sogar in deutscher Sprache die Beharrlichkeit, mit der die EU-Kommission ihr endgültiges Urteil gegen den Such-Marktführer wieder und wieder überdenkt.

Mittlerweile haben 19 Akteure Kartellbeschwerde gegen Google erhoben. Die Beschwerdeführer kommen aus unterschiedlichen Branchen, u.a. sind darunter der Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ), der Bundesverband Deutscher Zeitschriftenverleger (BDVZ), die vertikalen Suchmaschinen Ciao, eJustice.fr, Foundem und Twenga, sowie Microsoft und der deutsche Online-Kartenanbieter Hot Maps. Jeder einzelne von ihnen hat das Recht, dass seine Anliegen thematisiert werden und eine wirksame, nachhaltige Lösung gefunden wird, um die Probleme dauerhaft zu beheben.

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