Geldverdienen auf Android-Devices in Amazons Appstore

Mit Amazon HTML5-Apps versilbern
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Amazon bietet eine neue Funktionalität: Ab sofort können Web-Apps gegen Geld im Appstore an die User gebracht werden. Zumindest auf Android-Devices steht uns jetzt also eine blühende Zukunft bevor.

Vor ein paar Tagen führten wir ein Interview mit Paul Bakaus, der seit Anfang des Jahres Mitglied im Google Chrome Team ist. Auf die Frage, welche großen Entwicklungen im Webbereich er in Zukunft auf uns zukommen sieht, antwortete er unter anderem, dass es dringend an der Zeit sei, ein effektives Distributionsmodell für Web-Apps und das Mobile Web zu finden. Ein erster Schritt scheint jetzt getan, denn Amazon bietet Webentwicklern im Amazon Appstore nun eine Möglichkeit, ihre mit Webtechnologien entwickelten Apps in bare Münze zu verwandeln.

Ein Marktplatz für alle

Dabei sind Web-Apps in Amazons Appstore nichts Neues – bereits seit letztem August können Entwickler ihre Apps dort veröffentlichen. Bisher jedoch hatten sie keine Möglichkeit, auch einen Preis für ihre Applikationen festzulegen. Das hat sich jetzt geändert. Und das ist nicht alles, sogar In-App Purchases sind möglich.

Distribute your web apps and HTML5 mobile-optimized sites to millions of Amazon Appstore customers in nearly 200 countries across the globe and earn revenue using Amazon’s In-App Purchasing API for JavaScript.

Zusätzlich dazu hat man die Möglichkeit, seine Wep-App für die Free App oft he Day vorzuschlagen. Diese Funktion pusht kostenpflichtige Apps, indem sie für einen bestimmten Zeitraum kostenlos angeboten und gesondert über verschiedene Kanäle gefeatured wird.

Performance und Testing

Amazon selbst verspricht im Developer Portal eine hervorragende Performance von Web-Apps – zumindest auf Kindle-Devices wie beispielsweise dem Kindle Fire, der Dank der GPU-beschleunigten Web-App-Runtime dafür sorgt, dass sich Web-Apps wie native Apps anfühlen sollen. Das allerdings gilt explizit nur für dieses Device.

Allerdings bietet Amazon mit dem Web App Tester ein mächtiges Tool für Web-App-Entwickler. Es genügt, den URL der Website einzutragen – den Rest übernimmt Amazon. Und für das Debugging werden Entwicklern die Chrome Dev Tools ans Herz gelegt.

Native vs. Web-App

Einen Nachteil hat die Sache allerdings: Für den User gibt es keinen erkennbaren Unterschied zwischen nativer und Web-App. Amazon hat nicht vor, auf Webtechnologien basierende Apps als eben solche zu markieren. Hat der User also beispielsweise ein älteres Android-Device, das nicht die Performance eines Kindle Fire bieten kann, könnte das für einigen Unmut beim Käufer führen. Performance-Optimierungen und die Reduzierung des Page Weight – immerhin können auch Websites als App vertrieben werden – werden in Zukunft also noch wichtiger. Zumindest dann, wenn man sich für diesen Distributionsweg entscheidet.

Ob und wie das im August 2013 gestartete Programm genutzt wird, ist übrigens nicht bekannt. Auch auf Nachfrage von TechCrunch war das Unternehmen nicht bereit, Zahlen zu nennen.

Hallo Zukunft?

Es ist kaum verwunderlich, dass gerade Amazon als der Verkaufsprofi im Web damit beginnt, Entwicklern von Web-Apps eine Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeit zu versilbern. Allerdings darf dabei nicht unterschlagen werden, dass das natürlich nur für diesen einen Kanal gilt – und auch nur für Android-Devices. Wer mit seinen Web-Künsten auf iOS-Devices punkten möchte, der schaut weiterhin in die Röhre.

Allerdings haben Webentwickler mit Amazon einen durchaus mächtigen Partner an der Seite, der dafür sorgen kann, dass Webtechnologien eine größere Zielgruppe erreichen, von der man direkt monetär profitieren kann.

Und außerdem bemühen sie sich geradezu rührend um die Webentwicklergemeinde. Warum also nicht mal einen Blick riskieren?

Aufmacherbild: Image of young businessman in superhero suit with dollar sign on chest von Shutterstock / Urheberrecht: Sergey Nivens

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