Mobile Commerce: Warum Google keine Bedrohung für die Beziehung zwischen Händler und Kunden ist
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Digitale Technologien beeinflussen nicht nur unseren Alltag, indem man ständig und überall mit dem Smartphone erreichbar ist und Zugriff auf das Internet hat, sie wirken sich auch auf das Einkaufsverhalten – insbesondere im Bereich E-Commerce – aus.

Wie die Studie Digital Dopamine, über die wir letzte Woche berichtet haben, zeigt, verändern digitale Technologien die Beziehung zwischen Marke und Konsument und sorgen für eine Neu-Definition des Begriffs „Markenloyalität“.

Einen ähnlichen Gedankengang verfolgt auch Googles Vizepräsident von Performance-Medien, Jason Spero, in einem Interview mit Rolfe Winkler im Blog des Wallstreet Journals und erklärt, warum Google keine Bedrohung für E-Commerce-Einzelhändler darstellt.

Google Ads vereinfachen Shopping-Experience

Die Zukunft des E-Commerce könnte im Mobile-E-Commerce liegen. Die Ergebnisse der Studie Digital Dopamine zeigen deutlich, dass immer mehr Konsumenten das Smartphone beim Shoppen zu Rate ziehen, etwa um Preise online zu vergleichen, während sie die Ware im Ladengeschäft betrachten. Gleichzeitig stellen sie immer höhere Ansprüche an die Gestaltung von E-Commerce-Seiten – etwas, bei dem es bei vielen Marken erheblichen Nachholbedarf zu geben scheint.

Ein Aspekt, den die Studie nicht abdeckt, ist jedoch die Frage, wie Kunden überhaupt auf Marken im Internet aufmerksam werden. Sicherlich nutzen viele direkt den Online-Shop eines bestimmten Unternehmens, mindestens ebenso viele – wenn nicht mehr – dürften zunächst nach bestimmten Produktgruppen im Internet suchen.

Dabei kommt Google und insbesondere Googles Werbemöglichkeiten ins Spiel. Spero erklärt im Interview, dass es zum Beispiel mithilfe von Googles Produkt-Listing-Ads und Bestandslisten-Ads für Kunden einfacher wird, herauszufinden, welche Shops das gesuchte Produkt anbieten.

Genauso sind immer mehr Kunden an mobilen Bezahltechnologien interessiert, und auch hier bietet Google mit Instant Buy und Google Wallet bereits einen fortschrittlichen Bezahlansatz. Allerdings, so erklärt, Spero, bleibt die Conversion nach wie vor eine Beziehung zwischen Kunde und Händler:

The actual conversion moment is something we leave to the end retailer.

Google als Vermittler zwischen Händler und Kunden

Stattdessen ist Google eher eine Art Vermittler zwischen beiden Parteien, doch viele E-Commerce-Händler scheinen das anders zu sehen. Sie sind besorgt, dass sie lediglich „Bestellannehmer“ sind, die eigentliche Kundenbeziehung aber mit Google stattfindet.

Auch darauf hat Spero eine Antwort, die eine ähnliche Schlussfolgerung zieht, wie die Studie: an erster Stelle muss die Befriedigung der Kundenbedürfnisse stehen. Google kann zwar dabei helfen, Kunden auf eine E-Commerce-Seite zu bringen. Die eigentliche Gestaltung der Website verbleibt aber bei den Einzelhändlern – und die sind es, die die Änderung der Kunden-/Markenbeziehung und der Kundenansprüche akzeptieren und in ihre Online-Präsenz einbinden müssen.

Am Ende sind Google und Googles mobile Werbeanzeigen eben keine Bedrohung für die E-Commerce-Händler, sondern tragen dazu bei, dass Kunden schneller bekommen, was sie wollen. Das dürfte ja auch im Sinne der Online-Shop-Betreiber sein, immerhin, so Spero, gilt:

The consumer has all of the power.

Aufmacherbild: School of sharks circling from above von Shutterstock / Urheberrecht: Digital Storm

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