MobileTech Conference und Internet of Things Conference 2014: Startschuss für die Doppelkonferenz

Mobile-Entwicklung jenseits von Tablet und Smartphone [IoTCon/MTC 2014]
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Die Doppelkonferenz MobileTech Conference/Internet of Things Conference ist offiziell eröffnet. Am Dienstagmorgen gab Conference Chair Sebastian Meyen den Startschuss für die beiden Hauptkonferenztage. Bis Mittwochabend finden im nhow Hotel in Berlin zahlreiche Vorträge und Keynotes rund um Mobile- und IoT-Entwicklung statt. Bereits seit Sonntag werden in Workshops einzelne Themenbereiche praxisnah erarbeitet. Die Eröffnungskeynote von Avi Itzkovich, „The Internet of Experience“, läutete einen der inhaltlichen Schwerpunkte der erstmalig stattfindenden IoTCon ein: die Rolle der Nutzererfahrung (User Experience, UX) in einer immer stärker vernetzten Welt.

Mit der Internet of Things Conference, kurz IoTCon, stellen die Konferenzorganisatoren der zum neunten Mal stattfindenden MobileTech Conference erstmalig eine Konferenz zur Seite, die technisches Know-how und kreatives Potenzial rund um das Internet of Things (IoT) in den Fokus rückt.

Den Auftakt machte am Sonntag die praxisnahe Hardware-Werkstatt „From Basics to Internet of Things“, in der die Teilnehmer unter der Leitung von Christian und Simon Gross Grundlagen der Elektronik lernten – schließlich ist für viele Programmierer diese „Softwareentwicklung zum Anfassen“ Neuland – und mit einem Arduino Starter Kit erste Schritte in Richtung IoT-Entwicklung unternahmen. Vier weitere Workshops führten am Montag in den Bau von IoT-Infrastrukturen, u. a. mit dem Protokoll MQTT, in die Produkt- und in die Smart-Home-Entwicklung ein.

Konvergenz von Mobile und IoT

Dass die IoTCon parallel zur MobileTechCon stattfindet, ist aus Sicht der Konferenzveranstalter nur naheliegend: Abgesehen von verwandten Technologien durchläuft der IoT-Markt eine ähnliche Entwicklung wie einst der Mobile-Markt, wie Sebastian Meyen beobachtet:

„Mobile“ wurde auf einmal zu einem Software-Markt, weil ein Vertriebskanal existierte und ein Programmiermodell, das einer Vielzahl an Entwicklern die Möglichkeit zum Einstieg in die Mobile-Welt gab. Mit dem Internet der Dinge vollzieht sich aktuell ein ganz ähnlicher Prozess: Das, was bislang eher eine Domäne der Elektrotechnik war, wird jetzt zum Softwareengineering. Tools, Programmiermodelle sowie die Verfügbarkeit leistungsfähiger und kostengünstiger Hardware sorgen dafür, dass diese Dinge jetzt praktisch für jeden zugänglich sind. (…). Ein neuer „Developer-Massenmarkt“ ist am Entstehen.

In seiner Begrüßung erinnerte Meyen an die Anfänge der MobileTech Conference im Jahr 2010, „am Anfang einer großen Mobile-Welle“. Der Mobile-Bereich habe sich seither immer weiter entwickelt, und so hätten „jenseits von Smartphones und Tablets“ zunehmend IoT-Themen Einzug ins Programm der Konferenz gehalten. Der Mobile- und der IoT-Bereich seien immer stärker miteinander verzahnt. Darüber hinaus habe der Status quo des IoT mit der Mobile-Situation vor vier Jahren viel gemein: IoT-Entwicklung sei dabei, so einfach zu werden wie App-Entwicklung. Neben der Vereinfachung sei die Zugänglichkeit eine der Voraussetzungen für die Verbreitung von IoT-Technologie.

Eröffnung der Internet of Things Conference/MobileTech Conference 2014

Internet of Experience: eine Vision ohne Bildschirm

Wie interagieren Nutzer in einer zunehmend vernetzten Welt mit einer Umgebung, die zunehmend als Symbiose aus digitalen und physischen-mechanischen Eigenschaften daherkommt? Für den ersten Keynoter der Doppelkonferenz, Avi Itzkovich, steht fest: nicht vornehmlich über Bildschirme, wie es Zukunftsvisionen wie die vom Microsoft Envisioning Lab vor einigen Jahren noch glauben machten. „The experience becomes the product“, so Itzkovich, seines Zeichens UX-Designer: Fitbit-Armänder, Ambient Devices mit Alarmleuchten, intelligente Geldbörsen oder medizinische Wearables mit Vibrationsalarm – all das sind Geräte, die ohne Display auskommen. Auch menschliches Verhalten sei eine Art Schnittstelle, so der Designer: Die Thermostate von Nest Labs beispielsweise lernen die Präferenzen ihrer Nutzer und bedürfen keiner manuellen Bedienung mehr – Stichwort Adaptive Design. Im Zusammenspiel können sich mehrere verschiedene Geräte sogar den Status ihres Besitzers aus dem Kontext erschließen: Liegt das Smartphone still und sind alle Lichter aus, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer schläft, besonders hoch.

Avi Itzkovich: "Screens are not the most important thing."

Live Streams von den Konferenzen

Noch bis Mittwochabend präsentieren 41 Referenten in 35 Sessions und Keynotes Themen, Trends und Technologien zum Internet of Things. Wer nicht dabei sein kann: Viele der Sessions können per Live Stream mitverfolgt werden. Ein weiterer Kanal zeigt ausgewählte Sessions von der MobileTech Conference live und in Farbe.

IoT Night

Ein besonderes Highlight des weiteren Konferenzprogramms stellt die IoT Night am Dienstagabend (2. September) dar, die erstmals im Rahmen der Internet of Things Conference und der MobileTech Conference stattfindet. Auf dem Programm steht unter anderem die Keynote „Design Thinking für das Internet der Dinge“, in der Designexperte Prof. Wolfgang Henseler die Methode des Design Thinking mit ihrem neuartigen Ansatz zur Entwicklung kreativer Produkte vorstellt. „In der Keynote wird neben der Darstellung der Methodik auf die spezifischen IoT-Anforderungen eingegangen“, fasst Prof. Henseler zusammen.

Neben der Rolle der Gestaltung werfen die Teilnehmer der IoT Night auch einen Blick auf die Hardware für das Internet der Dinge. Im Rahmen der Hardware-Parade verschaffen die IoT-Experten Gerrit Grunwald (Canoo Engineering AG), Christian Gross (Freiberuflicher Entwickler), Sven Haiges (hybris GmbH) und Sven Ruppert (codecentric AG) den Besuchern der IoT Night einen Überblick zu den zahlreichen IoT-Plattformen auf dem Markt, zu denen beispielweise die Klassiker Arduino und Raspberry Pi zählen. Das Programm der IoT Night sowie Informationen zur kostenfreien Registrierung finden sich unter: www.iotcon.de/iot-night.

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