Mobile-first, Cloud-first – Microsoft Azure bekommt 44+ neue Features
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Während im letzten Jahr noch alle Microsoft-Mitarbeiter von „Devices and Services“ sprachen, lautet das Motto in diesem Jahr „Mobile-first, Cloud-first“. Es aus dem Mund des Executive Vice President der Cloud and Enterprise Group Scott Guthrie zu hören, war indes nur wenig überraschend. Wie immer leger gekleidet mit rotem Polohemd und Jeans betrat er die Bühne der zweiten Keynote der Build 2014, um einige Neuigkeiten in Microsofts Cloud-Plattform Azure bekannt zu geben. Einige? Nun ja, im Grund genommen waren es über 44.

Deshalb fackelte Guthrie auch nicht lange und legte gleich los mit den Neuerungen, die es im Bereich der Virtual Machines gibt. Deren Verwaltung ist jetzt nämlich in Visual Studio integriert, von dort aus kann man sie auch debuggen. Außerdem können VMs nun direkt in der Cloud erstellt und verwaltet werden. Die Konfiguration ihrer Images kann zukünftig auch mit den Open-Source-Tools Puppet und Chef erfolgen.  

Die Azure Web Sites gingen ebenfalls nicht ohne Neuerungen aus. Die weitreichendste darunter ist wohl der Java Support inklusive Tomcat oder Jetty. Darüber hinaus stellt Guthrie ein neues Staging-Tool für Webseiten auf Windows Azure vor. Diese Art Testumgebung erlaubt es, neue Funktionen in einer Webanwendung zu testen, ohne die laufende Version zu beeinflussen. Ist man dann mit den Neuerungen zufrieden, kann man sie mittels der Swap-Funktion gegen die ältere Version austauschen. Eine gänzlich andere Aufgabe übernimmt der neue Traffic Manager, der Web Sites auf verschiedene Regionen verteilt. Das Feature namens BrowserLink sorgt währenddessen dafür, dass Änderungen in den Browser Dev Tools auch zeitgleich in Visual Studio auftauchen.

Unter den über 44 Neuerungen waren natürlich auch einige, die die Azure Mobile Services betreffen. Dazu zählt der Support für Local und Remote Debugging, für die Synchronisierung mit Offline-Daten, die Integration mit SharePoint und der .NET Backend Support. Azure Active Directory funktioniert jetzt auch im Zusammenspiel mit den Mobile Services und erlaubt in diesem Sinne die Identitäts- und Zugriffssteuerung in der Cloud, aber auch das Synchronisieren mit bestehenden On-Premises-Verzeichnissen. Die allgemeine Verfügbarkeit von Microsoft Azure Active Directory Premium wurde im Rahmen der Keynote bekannt gegeben.

SQL-Datenbanken hat Microsoft währenddessen ein größeres Datenvolumen verpasst. Sie können ab sofort 500 Gigabyte verarbeiten und nicht mehr nur 150 Gigabyte wie zuvor. Außerdem unterstützen sie ganz neu auch Hadoop 2.2 und .NET 4.5. Die ebenfalls neuen Azure SQL Database Restore Services ermöglichen, die eigene Datenbank auf einen beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 35 Tage zurückzusetzen.

Eine weitere große Ankündigung blieb C#-Erfinder Anders Hejlsberg überlassen. Er verkündete, dass der .NET Compiler Roslyn ab sofort Open Source ist – schon gestern hatte Microsoft mit WinJS eine weitere ursprünglich proprietäre Technologie in die freie Wildbahn befördert. Bei Roslyn geschah das übrigens live auf der Bühne durch einen Knopfdruck Hejlsbergs. Roslyn verwandelt Compiler für C# und Visual Basic in APIs, die vielfältige Informationen über den Code teilen können.

Cloud-Entwickler dürften sich ebenfalls über die zahlreichen Neuerungen im Azure Management Portal freuen, das künftig fast die Optik eines Windows-8-Startbildschirms hat. Im Service-Health-Abschnitt sieht man alle Azure-Dienste und deren aktuellen Status. Visual Studio Online inklusive Application Insights ist ab sofort allgemein verfügbar und für alle Kunden in das Azure Portal integriert. Die Azure Resource Manager Preview liefert indes ein neues Set an PowerShell-Cmdlets.

Und schließlich wurde in der zweiten Keynote der Build 2014 auch noch eine neue Microsoft-Stiftung vorgestellt, die .NET Foundation. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die offene Entwicklung und Zusammenarbeit auf der .NET-Plattform zu fördern und begrüßt Xamarin als eines der ersten Mitglieder. Die Ankündigung einer Übernahme von Xamarin blieb übrigens auch in der zweiten Keynote aus.

Haben Sie mitgezählt? Falls ja: alle 44+ Neuerungen konnten wir Ihnen hier leider nicht präsentieren, das hätte mit Sicherheit den Rahmen gesprengt. Wer es noch genauer wissen will, kann sich ja die aufgezeichnete Build 2014 Keynote in ihrer vollen Länge anschauen, sie wird im Laufe des Tages auf Channel 9 verfügbar sein.

Aber auch ohne jede einzelne Neuerung aufgelistet zu haben, können wir anhand derer schieren Menge dennoch sagen: Microsoft meint es ernst mit „Mobile-first, Cloud-first“.

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