Viele Wege führen ans Ziel, aber welcher ist der beste?

4 Strategien für die Responsive Website
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Responsive Retrofitting, Responsive Mobile Sites, Mobile-first Responsive Design oder Piecemeal? Welche Responsive Strategie ist die beste für euch oder euer Unternehmen? Will man Websites responsive machen, führen viele Wege ans Ziel. Aber wie sehen die eigentlich aus, und welcher ist der richtige, um dem Multi-Device Web gerecht zu werden?

Heute sind geschätzt 12 Prozent der Top 100.00 Websites responsive – Tendenz steigend. Welche Strategie für welches Unternehmen die beste ist, hängt natürlich von vielen Faktoren ab: Zeit, Geld, Ziel, Struktur, Wissen etc. Aber zumindest sollte man wissen, welche Möglichkeiten man eigentlich hat, bevor man  eine Stratgeie wählt.

Brad Frost hat die geläufigen vier Strategien für Responsiveness einmal zusammengefasst und die Vor-und Nachteile aufgelistet.

  • Responsive Retrofitting

    Responsive Retrofitting meint den Prozess, eine existierende Desktop-only Website nachträglich responsive zu machen. Obwohl dies nicht der Königsweg ist, ist er oftmals zwingend, wenn ein grundsätzliches Redesign nicht möglich ist.

Vorteile

Nachteile

Verhältnismäßig schnell: Schon die Injektion einer small-screens.cssDatei kann erste Erfolge bringen.

Oberflächlich: Bei allen Möglichkeiten, die Responsive Design bietet, bedeutet Retrofitting nur, die Website anpassbar zu machen – nicht mehr und nicht weniger.

Vertraut: Ein existierendes Interface umzurüsten, bedeutet eine besser UX auf kleinerem Screen anzubieten und dabei die Vertrautheit, die User zum Interface aufgebaut haben, zu wahren.

Desktop-only Websites existieren meist schon über Jahre und beinhalten nicht selten viel angesammeltes, unnützes Zeug. Beim Retrofitting wird dies einfach übernommen.

Durchführbarkeit: Retrofitting bedeutet, dass nicht wieder von Grund auf bis ins Detail diskutiert werden muss, wie das Ganze denn aussehen soll – von Bildmaterial, Farben etc.

Performance sollte als Design-Aspekt betrachtet werden, im Retrofitting wird darauf aber keine Rücksicht genommen.

Schlechtere Supportmöglichkeiten

  • Responsive Mobile Sites

    Responsive Mobile Sites sind seperate m.*-Seiten, die responsive Design-Techniken beinhalten, sprich sie sind der mobile Ausleger einer existierenden Desktop-Site.

Vorteile

Nachteile

Weniger Risiko:  Die Zweigleisigkeit bedeutet, dass die mobile Variante reifen kann (und die, die daran arbeiten mit ihr), während das Desktop-Angebot langsam ausläuft.

Diese Seiten leiden an einigen Krankheiten, wie URL Redirect Issues und mangelnder SEO.

Abspeckkur: Hier ist Raum für die Frage, ob dieses oder jenes wirklich noch gebraucht wird, die Desktop-Variante wird nicht 1:1 adaptiert.

Pflaster-Effekt: Mobile Seiten werden oft nur konzipiert, um den aktuellen Traffic-Anstieg von mobilen Devices aufzufangen. Dann jedoch stellen sie keine langfristige Lösung dar. Ebenso kommt es oft vor, dass das Projekt gestartet und dann wieder abgebrochen wird.

Zukunftsorientiert: Mit genug Zeit und Einsatz kann diese Variante zum ultimativen Ersatz heranwachsen.

Screens: Hier konzentriert man sich meist so sehr auf kleine Bildschirme, dass wiederum die Skalierung auf größere Bildschirme schwierig wird.

 

  • Mobile-first Responsive Design

    Hier wird ein Interface erschaffen, das gezielt die Bedingungen von Mobile adressiert, sprich kleine Bildschirme, niedrige Bandbreite etc.

Vorteile

Nachteile

Ein unbeschriebenes Blatt: Hier kann man im positiven Sinne ganz von vorne anfangen und muss keine Altlasten umschiffen.

ist zeitaufwendig sowohl auf technischer als auch auf organisatorischer Ebene

Besserer Support: Entwickler können hier mehr und vor  allem auch ältere Devices ansprechen.

erfordert ein grundsätzliches Umdenken, das erst einmal in allen Köpfen ankommen muss

Performance kann als Design-Aspekt auf hohem Niveau in den Prozess integriert werden.

User: Ein Redesign erfordert auch ein Umdenken beim User, der plötzlich einem unvertrauten Interface gegenüber steht.

Umfangreich: Hier wir das ganze Spektrum an Auflösungen angesprochen.

Zukunftsweisend: Richtig umgesetzt wird mit diesem Ansatz das Fundament für eine langfristige Lösung gegossen.

 

  • Piecemeal

    Dies ist meint ein großangelegtes Redesign, das aber auf Etappen verteilt wird. Man unterscheidet dabei zwei Arten: Page by Page und Component by Component.

Page by Page

Vorteile

Nachteile

Hohe Sichtbarkeit in kurzer Zeit wenn man Seiten auswählt, die am meisten von den Usern gesehen werden.

Mangelnde Kontinuität

Lernprozess: Mit den Core-Seiten anzufangen, bedeutet, dass sich die Organisation langsam aber stetig mit Responsive Design auseinandersetzen und Lerneffekte einfließen lassen kann.

Beim Etappensieg sollte es nicht bleiben, das Ziel muss sein, alle Seiten früher später auf ein Niveau zu bringen – was aber oft nicht der Fall ist

Abschluss: Kleine Ziele kommen wahrscheinlicher überhaupt zum Abschluss als Mammutprojekte.

Component by Component

Vorteile

Nachteile

Der User vollzieht den Wandel mit und wird nicht mit einer „fremden“ Seite überrascht

Die Seite sieht phasenweise womöglich aus wie Frankensteins Monster – das sieht der User.

Detailliert: Hier wird jede Komponente für sich behandelt, nicht im Kontext der ganzen Seite

Auch hier muss ein Endziel gesteckt sein, zu dem man sich kontinuierlich voran arbeitet.

Technische Probleme sind wahrscheinlich

 

Die vier Strategien einmal von allen Seiten betrachtet, solltet ihr nun zumindest eine grobe Vorstellung davon haben, welche Umsetzungsmöglichkeiten es gibt, um eine Website dem Responsive-Trend anzupassen.

Aufmacherbild: Responsive Web Design Concept. Raster Version von Shutterstock / Urheberrecht:LuckyDesigner

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