Accessibility-Features in Android-Apps nutzen
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Apps müssen accessible sein – und zwar für jeden. Dabei ist es nicht nur damit getan, auf eine intuitive und userfreundliche Aufmachung zu achten, auch die Navigation spielt für die Accessibility eine wichtige Rolle.

Allerdings ist das oft ein Punkt, den App-Entwickler beim Erstellen ihrer App vernachlässigen – und das obwohl Android bereits zahlreiche, leicht zu implementierende Accessibility-Features mitbringt. Donald Dragoti hat einige dieser Features vorgestellt.

Accessibility-Features in Android

Schon in Android 1.6 beziehungsweise mit API-Level 4 wurden Accessibility-APIs in Android eingeführt. Trotzdem vernachlässigen viele App-Entwickler deren Nutzung oder kümmern sich erst im Nachhinein um deren Implementierung, auch wenn sie eigentlich nicht besonders viel zusätzlichen Aufwand benötigt.

So sind zum Beispiel Content Descriptions nicht nur ein überaus nützliches Accessibility-Feature, sondern lassen sich auch besonders einfach einfügen. Vor allem für die Elemente ImageView, ImageButton und CheckBox können sie Usern mit körperlichen Einschränkungen Unterstützung beim Umgang mit dem Content der App bieten. Sie können entweder über das XML-Layout oder traditionelle Java-Methoden hinzugefügt werden. Allerdings sollten sie nur dann eingefügt werden, wenn sie auch tatsächlich notwendig sind; für selbsterklärende Elemente und Elemente ohne echte Funktion, wie zum Beispiel App-Icons, sollte man meist besser auf ihre Nutzung verzichten.

Ein weiteres Accessibility-Feature ist die Navigation ohne den Einsatz des Touchscreens, auch Fokus-Navigation genannt. Damit können User eine App auf verschiedene Arten außerhalb des Touchscreens – zum Beispiel mit Trackballs, Gesten oder den Pfeiltasten – bedienen. In Android ist dieses Feature bereits bei jedem Steuerungselement automatisch über diese Buttons aktiviert; selbsterstellte Elemente können entweder mit der setFocusable(true)-Methode oder dem android:focusable-Attribut fokussierbar gemacht werden.

Accessibility Services und Accessibility Testing

Accessibility Services sind auch eine Möglichkeit, die Accessibility einer App zu erhöhen. Sie kommunizieren anstatt der Applikation mit dem User und stellen ihm zum Beispiel haptisches Feedback, Text to Speech oder visuelle Signale als Feedback auf die User-Eingabe zur Verfügung. Als Default stellt Android dafür Dienste wie TalkBack und Explore by Touch bereit.

Doch nicht nur die Implementierung von Accessibility-Features ist wichtig, um Apps für jeden zugänglich zu machen. Auch das Testen der entsprechenden Features sollte nicht zu kurz kommen, etwa indem TalkBack und Explore by Touch aktiviert und die eigene App nur mithilfe von Audio-Feedback und richtungsweisender Steuerung navigiert wird. So können die einzelnen Accessibility-Features auf ihre Funktion getestet und die eigene App für mehr Leute nutzbar gemacht werden. Denn am Ende, so erklärt Donald Dragoti, sollte gelten:

Every developer should focus on making their apps accessible by everyone regardless of how they interact with the device.

Aufmacherbild: Bloomua / Shutterstock.com

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