Gesteigerte Produktivität, bessere Performance und Security auf Hardware-Level

Android Nougat ist da
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Android Nougat ist da! Wie schon in den vergangenen Wochen spekuliert wurde, liefert Google die finale Version noch in diesem Monat aus. Durch die zahlreichen Developer Previews seit Anfang des Jahres – man erinnere sich, Google veröffentlichte die erste Developer Preview noch vor der Google I/O – sind die wichtigsten Features der neuen Version bereits bekannt. So will Google Nutzer und Entwickler mit den drei Schlagworten Performance, Produktivität und Security abholen.

Gesteigerte Produktivität

Eines der wichtigsten Features in Android Nougat ist der Multi-Window Support. Damit ist es möglich, mehrere Apps nebeneinander geöffnet zu halten, so wie man es etwa vom Desktop PC her kennt. Da der Raum auf einem Smartphone-Bildschirm allerdings beschränkt ist, kann der Split Screen sowohl vertikal als auch horizontal ausgerichtet sein. Möglicher Nutzen: So können beispielsweise Daten schneller von App A zu App B kopiert oder Informationen zwischen Apps abgeglichen werden. Auf Android-TV-Geräten können im Picture-in-Picture-Modus parallel beispielsweise ein Film und eine beliebige App gezeigt werden. Interessierte Entwickler können das MultiWindow Feature auf GitHub besser kennenlernen.

Eine verbesserte Usability hatten die Entwickler auch bei den Notifications im Sinn. Wurden diese in Vorgängerversionen alle chronologisch untereinander angezeigt, so setzt Android Nougat auf gebündelte Notifications. So können Nachrichten nach bestimmten Kriterien zusammengefasst werden. Außerdem können Nutzer in Android Nougat direkt im Notification Interface auf Nachrichten antworten und müssen nicht erst die entsprechende Messaging App öffnen.

Bessere Performance

Wie sieht es mit der Performance aus? Daran hat Google mit dem Just In Time Compiler, kurz JIT Compiler, gefeilt. Dieser wurde der ART hinzugefügt, um die Laufzeit-Performance zu steigern, Speicherplatz zu sparen und System-Updates zu beschleunigen. Der JIT Compiler ist als Ergänzung zum Ahead of Time Compiler in der ART zu sehen.

One of the most tangible benefits of ART’s JIT compiler is the speed of app installs and system updates. Even large apps that required several minutes to optimize and install in Android 6.0 can now install in just a matter of seconds. System updates are also faster, since there’s no more optimizing step.

Aus Android Marshmallow bereits bekannt ist die Funktion Doze, eine Art Schlummerfunktion, die einsetzt, sobald das Gerät länger nicht in Gebrauch ist. „Doze on the Go“ ist nun das Motto rund um diese Funktion: Ab Android Nougat soll die Akku-Entlastung durch das Herunterfahren von Synchronisationen auch dann einsetzen, wenn der Bildschirm für kürzere Zeitfenster gesperrt ist. Sobald das Gerät wieder in die Hand genommen wird, „erwacht“ es automatisch aus dem Doze-Modus.

Projekt Svelte und Data Saver Mode

Apropos Hintergrundaktualisierungen: Das Projekt Svelte gibt es nun schon eine Weile, in Android Nougat soll es der Akku- und Systembelastung durch Hintergrundaktualisierungen weiter entgegenwirken. Bei dem Projekt geht es darum, schon die Core-Funktionen von Android – aber nicht nur diese – auf einen geringeren Speicherbedarf hin zu optimieren. In Zeiten, in denen das halbe Leben im Smartphone stattfindet, ist genügend Speicherplatz schließlich Gold wert. So ist nicht nur das Sparpotential hinsichtlich der Hintergrundaktualisierungen ein wichtiger Punkt, auch mit Funktionen wie JobScheduler oder GCMNetworkManager, die durch Priorisierung der erforderlichen Aktionen den Speicherplatz besser managen, wird diese begrenzte Ressource geschont.

Und begrenzt ist auch das Datenvolumen. Viele kennen das Problem am Ende des Monats: Mit gedrosselter Geschwindigkeit surfen, das macht einfach keinen Spaß. Dem will Google mit dem Data-Saver-Modus entgegenwirken. Damit haben die User – zumindest ein Stück weit – Kontrolle über den Datenverbrauch ihrer Apps. Schaltet man den Modus an, so wird beispielsweise die Bildqualität in Apps etwas reduziert oder Hintergrundaktualisierungen werden begrenzt. Der Data Saver ist dabei aber keine Entweder-Oder-Entscheidung, man kann auch individuell bestimmen, in welchen Apps die Funktion zum Einsatz kommen soll.

Security auf Hardware-Level

Nach den ganzen Negativschlagzeilen, für die Android bezüglich neuer Sicherheitslücken vermehrt in den letzten Wochen gesorgt hat, ist hier auch der Aspekt Security anzusprechen. Mit Key Attestation hält ein neues Tool Einzug in Android Nougat. Man muss ehrlicherweise sagen, dass die Funktion dessen recht vage formuliert ist:

Android 7.0 introduces key attestation, a new security tool that helps you make sure that the key pairs stored within a device’s hardware-backed keystore properly protect the sensitive information that your app uses.

„Properly“ ist schon mal gut, praktisch heißt das, dass Sicherheitsaspekte einer App auch im Hardware Backend verankert und gesichert werden. Unklar bleibt, welche Android-Nougat-Geräte diese Hardware-Level Key Attestation erhalten werden. Diejenigen die es nicht erhalten, werden weiterhin rein Software-seitig geschützt.

Entwickler können außerdem das Verhalten von sicheren Verbindungen (HTTPS oder TLS) individuell anpassen, ohne dafür in den Code ihrer App eingreifen zu müssen. So können sogenannte Trust Anchors bestimmt werden oder das Einschränken von vertrauenswürdigen Server Keys.

Das war natürlich nur eine Auswahl einiger Features in Android Nougat. Hier nicht näher beschrieben, aber sicherlich auch spannend, ist die Einbindung des Vulkan API, einem offenen Standard für 3D-Grafiken. Eine Übersicht aller Neuerungen finden Sie auf der Android Developer Seite.

Wer bekommt Android Nougat?

All die Features werden erst spannend, wenn man sie auch mal ausprobieren kann. Android Nougat soll in den kommenden Wochen unter anderem auf folgenden beliebten Geräten verfügbar sein:

  • Nexus 5X
  • Nexus 6
  • Nexus 6P
  • Nexus 9
  • HTC 10
  • HTC One A9
  • HTC One M9
  • Samsung Galaxy S6/S6 Edge/S6 Edge+
  • Samsung Galaxy S7/S7 Edge
  • Samsung Galaxy Note 5/Note 7

Nicht mit dabei sind damit ältere Nexus-Generationen wie das Nexus 5. Wann genau das Update bei den Nutzern ankommt, das dürfte sich stark unterscheiden und hängt vom Hardware-Hersteller ab. Aber das ist eine andere Geschichte.

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