Android-Wear-Entwickler müssen auf Abwärtskompatibilität achten

Android Wear: API 23 SDK steht nun auch für Android Smartwatches zur Verfügung
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Bereits seit einiger Zeit steht die aktuelle Android-Version 6.0 (Android Marshmallow), die auch als API-Level 23 bekannt ist, für Smartphones zur Verfügung. Bisher liefen Android-Wear-Devices jedoch nur auf der Vorgängerversion API-Level 22; nun steht allerdings auch das neue API-23-SDK für Android-Wear-Entwickler zur Verfügung.

Den Anfang macht dabei die neue LG Watch Urbane 2nd Edition LTE, die als erste Android Smartwatch unter der neuen Android-Version läuft. Nach und nach sollen aber auch alle anderen Android Smartwatches das OTA-Update auf API-Level 23 erhalten. Im Android-Entwicklerblog erklärt Wayne Piekarski, worauf Android-Wear-Entwickler nun achten müssen, um für eine entsprechende Kompatibilität zwischen API-Level 22 und API-Level 23 sorgen zu können.

Neues Berechtigungsmodell in API-Level 23

Die größte Neuerung in der neuen Android-Version ist das mit API-Level 23 eingeführte neue Runtime-Berechtigungsmodell für Smartphones und Smartwatches. Es erlaubt Usern, Berechtigungen einzeln zu erteilen und sie jederzeit widerrufen zu können; zuvor konnten Apps nur installiert und geöffnet werden, wenn sämtlichen erforderlichen Berechtigungen zugestimmt wurde.

Alle Android-Wear-Samples wurden bereits für die Nutzung des neuen Berechtigungsmodells mit dem entsprechenden Update versehen; ein neues RuntimePermissionsWear-Sample zeigt, wie mit Permission-Requests über verschiedene Devices hinweg umgegangen werden kann. Entwickler können ihre Applikationen sowohl für Smartphone als auch Smartwatch für die Nutzung von compileSdkVersion 23 updaten. Wichtig dabei ist, dass die von der App bei Runtime benötigten Berechtigungen überprüft und abgerufen werden, da es sonst zu Problemen mit der Installation der App kommen kann.

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Weitere Neuerungen für Android-Wear-Entwickler

Neben dem neuen Berechtigungsmodell gibt es aber auch zahlreiche weitere Neuerungen für Android-Wear-Entwickler. Dazu zählen zum Beispiel:

-round und -notround Resource-Qualifiers

Das neue API vereinfacht die Entwicklung von Apps sowohl für runde, als auch für eckige Android-Wear-Devices. Dafür wurden mit –round und –notround zwei neue Resource-Qualifiers hinzugefügt, mit denen Entwickler sich das Ressourcen-System zum Laden von passenden Bildern, Layouts und Strings für die genutzte Watch zu Nutze machen können. Sie können zudem mit bestehenden Resource-Qualifiern kombiniert werden. Allerdings stehen die neuen Qualifier nicht für API-22-Devices zur Verfügung; um eine entsprechende Abwärtskompatibilität zu gewährleisten, sollten Entwickler darum mit der Nutzung warten, bis mehr Devices unter API-Level 23 laufen.

Speaker-Support

Die neue LG Watch Urbane 2nd Edition LTE ist nicht nur die erste Android Smartwatch, die das neue API-Level 23 nutzen kann, sondern auch das erste Android-Wear-Device, das Speaker-Support mit sich bringt. Damit können nun auch Sounds und Audiodateien zu einer Wear-App hinzugefügt werden.

Support für Intel x86

Viele der neuen Android-Wear-Watches basieren auf Intel-x86-Prozessoren. Wird nur mit Java-Code gearbeitet, funktionieren Apps automatisch auf jeder Architektur; bei der Nutzung des NDKs müssen jedoch zudem die armeabi-v7a- und x86-Libraries für das Wearable APK zur Verfügung gestellt werden. Fehlt die x86-Library im Wearable APK, kann die entsprechende App nicht auf x86-Watches installiert werden und es wird eine Fehlermeldung ausgegeben.

Updates für den Emulator

Für API-Level 23 und x86-Watches stehen auch neue Android-Wear-Emulator-Images zur Verfügung. Ebenso wurden Profile für jede Android-Wear-Watch hinzugefügt, was das Testen für das jeweilige Device deutlich vereinfacht – insbesondere, was die Kombination aus Smartphone und Wearable betrifft:

It is important that you understand and test all the combinations of phones (API <=22, API=23) and wearables (API 22, API 23), so that your app works for all users.

Support für API-Level 22 weiterhin nötig

Wie eingangs bereits erwähnt, funktionieren noch nicht alle Android-Wear-Devices mit dem neuen API-Level. Allerdings können Entwickler bereits jetzt mit dem Testen und Deployen von App für Nutzer von API-Level-23-Watches beginnen. Allerdings ist noch nicht klar, wann die aktuellen Android-Wear-Devices das Update auf das neue API-Level erhalten, erklärt Piekarski:

The schedule for updating existing Android Wear Watches via OTA updates has not been announced yet.

Um sicherzustellen, dass Apps auch weiterhin auf allen aktuellen Android Smartwatches funktionieren, ist der Support von API-Level 22 darum weiterhin nötig.

Aufmacherbild: RoSonic / Shutterstock.com

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