Bei Windows 8 ist die Beliebtheit wichtiger als der Gewinn
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Mit Windows 8 beginnt eine neue Ära. Metro Apps, Kacheln und die Tablet-Optimierung katapultieren das neue Betriebssystem aus dem Hause Microsoft endgültig in die Zukunft der IT-Branche. Doch diese Zukunft

Mit Windows 8 beginnt eine neue Ära. Metro Apps, Kacheln und die Tablet-Optimierung katapultieren das neue Betriebssystem aus dem Hause Microsoft endgültig in die Zukunft der IT-Branche. Doch diese Zukunft unterscheidet sich deutlich von der Zeit, wie wir sie kennen. Ging es Microsoft in der Vergangenheit hauptsächlich darum, mit den eigenen Betriebssystemen möglichst viel Gewinn zu erzielen, so hat sich diese Strategie nun gewandelt: Bei Windows 8 setzt Microsoft den Fokus mehr auf Verbreitung bzw. Beliebtheit und weniger auf den Gewinn per se.

Mit Windows 8 will Microsoft eine breite Abdeckung der Computer-Welt schaffen.
Mit Windows 8 will Microsoft eine breite Abdeckung der Computer-Welt schaffen.

Um solch eine große Verbreitung zu erreichen, wendet Microsoft zwei Kniffe an:

  1. Auf Windows 8 umzusteigen wird einfacher als jemals zuvor. Konnte man bisher entweder auf die neue Version des Betriebssystems upgraden, eine Vollversion oder eben einen neuen PC mit installiertem Windows erwerben, gibt es mit Windows 8 nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder man rüstet seinen aktuellen PC auf oder man kauft sich einen neuen. Vollversionen von Windows 8 soll es nicht geben.
  2. Ein Upgrade auf Windows 8 wird außerdem so günstig wie nie zuvor. Kauft man ab dem zweiten Juni bis zum 31. Januar einen Computer mit Windows 7 Home Basic oder höher, kann man sein Betriebssystem für knapp 15 US-Dollar auf die neuste Version aufrüsten. Das Upgrade einer bestehenden Version von Windows XP, Vista oder 7 auf Windows 8 soll rund 40 US-Dollar kosten. Ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Versionen von Windows 7 bei uns derzeit noch um die 80 Euro kosten.

Der Grund für diese neue Strategie? Auch wenn Microsoft Apples Argument vom Tod des PCs nicht teilt, steht doch außer Frage, dass die PC-Industrie nie mehr dieselbe sein wird. So kann sich Microsoft nicht mehr darauf verlassen, dass die Hardware-Partner durch ihre PC-Verkäufe schon für eine weite Verbreitung der eigenen Betriebssysteme sorgen werden. Verließe man sich auf den Vertrieb von Windows 8 fast ausschließlich über neue PCs, machte man Windows 8 zu einer Todgeburt.

Schließlich werden in letzter Zeit immer weniger PCs verkauft. Eine Studie von Gartner zeigt, dass im zweiten Quartal 2012 rund 87,5 Millionen PC-Einheiten verkauft wurden, das sind 0,1 Prozent weniger als im selben Quartal des Vorjahres. Die Gründe hierfür mögen vielschichtig sein. Ob eine Übersättigung des PC-Marktes vorliegt oder die traditionellen Computer ganz einfach durch Tablets und Smartphones an Beliebtheit eingebüßt haben – eines steht fest: Microsofts OEM-Partner haben nicht mehr die Macht, die sie einmal hatten.

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