Interview mit Ekkehard "Ekke" Gentz

„Bluetooth LE ist eine der Kerntechnologien des IoT“
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Der Einsatz von Bluetooth in Businessanwendungen stellt viele Entwickler vor Herausforderungen. Dabei sind Smart Devices mit integrierter Bluetooth-LE-Funktionalität nicht nur IoT-Spielzeuge, sondern ermöglichen neue Szenarien und optimierte Workflows im Enterprise-Bereich.

Beacons, derzeit in vieler Munde als Einzelhandelassistenten der Zukunft, können auch Mitarbeitern im mobilen Einsatz einen echten Mehrwert bieten, beispielsweise in Dienstleistungsunternehmen oder bei der Fuhrparksteuerung.
Dennoch ist auch das „alte“ Bluetooth noch längst kein Fall fürs Abstellgeleis. So lassen sich Scanner und mobile Drucker über SPP (Serial Port Profile) anschließen und Beacons können auch hier helfen, den Akkuverbrauch zu reduzieren und den Anwender unbemerkt zu unterstützen.
Alles in allem haben Bluetooth und Bluetooth LE das Potenzial, Kerntechnologien des Internet of Things zu sein. Das meint auch Ekkehard „Ekke“ Gentz, der in seiner Session auf der MobileTech Conference im März Lösungen, Tipps und Tricks zum Einsatz von „Bluetooth in Business-Apps“ demonstrieren wird. Wir haben uns mit Ekke zum Thema unterhalten.

Wie können Devices mit Bluetooth LE den Workflow im Enterprise-Bereich nachhaltig optimieren?

Ekkehard „Ekke“ Gentz: Bluetooth LE ist eine der Kerntechnologien für das Internet der Dinge. Waren bisher Smartphones die kleinsten intelligenten Geräte, so erweitert sich dieser Bereich gerade entscheidend. Bluetooth LE ist ein „Enabler“: Durch die Anbringung eines Beacons beispielsweise wird ein Gerät smarter, da es jetzt der Umgebung Informationen mitteilen kann, die von anderen Geräten empfangen und ausgewertet oder weitergeleitet werden können. Dies ermöglicht vollkommen neue Informationen und Workflows. Auf Ereignisse kann schneller und besser reagiert werden, was sicher zur Optimierung beitragen wird.

Welche Chancen siehst du hier für Entwickler und welche Aspekte sollten Projektmanager auf dem Radar haben?

EK: Wie immer gilt es, sich als Entwickler rechtzeitig in neue Technologien einzuarbeiten. Ich empfehle, sich eines der vielen am Markt verfügbaren Developer-Kits anzuschauen, um zu lernen, wie unterschiedlichste Sensoren Daten liefern, die dann per Bluetooth LE beispielsweise von einem Smartphone genutzt werden.

Projektmanager sollten sich auf neue Anforderungen der Kunden einstellen: Stichwort Industrie 4.0, Internet der Dinge und dabei insbesondere den Sicherheitsaspekt beachten. Es ist ja ein Unterschied ob meine Waage oder mein Fitness-Armband Daten in eine Cloudlösung sendet oder aber sensible Informationen aus einem Unternehmen. In dem Zusammenhang mache ich auch gerne etwas Eigenwerbung für meine andere MobileTech-Con-Session über „Secure Workspaces“.

MobileTech-Conference-2015Mobile Innovation & Enterprise Mobility
Die MobileTech Conference ist die führende Konferenz für Mobile Technologien und Innovation im deutschsprachigen Raum. Als Impulsgeber der Mobile-Branche führt sie erfahrene Experten aus allen Bereichen der mobilen Produktentwicklung zusammen.
Den Teilnehmern stehen mehr als 60 international bekannte Experten aus dem Mobile-Umfeld zur Seite, die ihr praktisches Know-how und hilfreiche Tipps weitergeben. Im Fokus des Konferenzprogramms steht die  erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Mobile Services – sowohl im Consumer- als auch im Enterprise-Umfeld. Vom 23.-26. März findet die MobileTech Con in München statt. Bis 29. Januar profitieren Sie noch von attraktiven Frühbucherpreisen. Alle Infos zu Konferenz, Programm und Speakern unter: http://mobiletechcon.de

Bluetooth LE ist zwar in aller Munde, doch das „alte“ Bluetooth ist noch nicht tot. Welche Einsatzszenarien sind heutzutage und in Zukunft noch denkbar?

EK: Leider gibt es noch nicht für alle Anforderungen Lösungen mit Bluetooth LE – beispielsweise beim seriellen Profil (SPP). So habe ich für eine Bekleidungshauskette eine mobile Lösung entwickelt, bei der Barcodes per SPP gescannt wurden, Daten mit dem Backend abgeglichen und ggf. sofort ein Preisreduzierungsetikett auf einen ebenfalls seriell angeschlossenen Bluetooth-Drucker gedruckt wurden. Ich werde dies in meiner Session demonstrieren. Dieses Szenario kann natürlich durch Beacons optimiert werden, die der App mitteilen, in welchem Verkaufssegment man sich grad befindet.

Was sind regelmäßig die größten Herausforderungen und Probleme für Developer, die Business-Apps mit Bluetooth-Support entwickeln? Gibt es so etwas wie „die üblichen Verdächtigen“?

EK: Im Prinzip ist es ja ganz einfach, da es für alle Plattformen entsprechende Bibliotheken für Bluetooth und Bluetooth LE gibt. Die Herausforderungen sind das korrekte Fehlerhandling: Unterbrechungen und Abbruch der Kommunikation, schlechtes Signal, Beobachtung des Akkustandes, um den Anwender rechtzeitig warnen zu können und vieles mehr.

Ein Prototyp ist schnell entwickelt – daraus eine robuste Lösung zu bauen, kann durchaus eine Challenge sein, da es ja nicht einfach ist, all das zu testen.

Bluetooth Beacons sind derzeit in aller Munde und sollen dem stationären Handel ein Tool an die Hand geben, mit dem der Nachteil gegenüber dem Online-Handel wett gemacht werden soll. Können deine persönlichen Erfahrungen beim Entwickeln mit Beacons diese Einschätzung bestätigen?

EK: Interessanterweise sind alle Lösungen, die ich bereits gebaut habe, aus ganz anderen Bereichen als dem stationären Handel. Mit Beacons kannst Du feststellen, wenn ein Mitarbeiter einen Konferenzraum betritt oder auf einer Konferenz in eine Session geht. Das kann wiederum entsprechende Workflows auslösen. Beacons können aber auch im Fahrerhaus eines LKW genutzt werden, um in der Speditionszentrale festzustellen, wann der Fahrer mit seinem Smartphone in der Nähe ist und dann eine Statusmeldung an die Zentrale zu senden.  Einige dieser Szenarien werde ich in der Session vorstellen.

 

ekke-experts-photo_0Ekkehard „Ekke“ Gentz blickt auf mehr als 30 Jahre Jahre Erfahrung in der Anwendungsentwicklung für mittelständische und kleine Unternehmen zurück. Begonnen hat er mit Assembler bei Kienzle, heute ist er freiberuflich tätig mit dem Schwerpunkt „Mobile Anwendungen“. Ekkes Fokus liegt im Bereich von BlackBerry 10 und iOS 8 Enterprise Apps. Darüber hinaus ist er als Speaker auf nationalen und internationalen Konferenzen unterwegs und bloggt unter http://ekkes-corner.org.

 

 

Aufmacherbild: Mobile with Bluetooth connection Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Horoscope

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