BMWs Aktivitäten im Bereich Mobility-Services

Mobility bei BMW – ganzheitlich und urban!
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Wie kaum ein anderer Automobilhersteller engagiert sich BMW seit einigen Jahren im Mobile- bzw. Mobility-Bereich. Dabei stehen die Münchner nicht nur für innovative Elektro- und Hybridfahrzeuge, sondern versuchen mittels vielfältigen Aktivitäten ein nachhaltiges Mobilitätskonzept auf die Beine zu stellen.

In der Session „BMW i: Ein ganzheitliches urbanes Mobilitätskonzept“ auf der MobileTech Conference 2015 in München plauderte Dr. Mark Leach, CMO von ParkNow (BMW Group), ein wenig aus dem Nähkästchen und beantwortete die zentrale Frage: Warum widmet sich BMW dem Thema Mobilitätsdienste derart nachdringlich und proaktiv? Dr. Mark Leachs Antwort: „Wir müssen es tun, denn ansonsten geht die Entwicklung an uns vorbei.“

Konzernspitze ist an Bord

Der Unterstützung von BMW CEO Norbert Reithofer kann sich die Mobility-Sparte sicher sein, schließlich will das Unternehmen nicht nur dabei sein, sondern einer der führenden Anbieter für Mobilitätslösungen werden. Beeinflusst hat diese Zielsetzung laut Leach unter anderem die weltweite Urbanisierung. Letztes Jahr war das erste Jahr in der Menschheitsgeschichte, in dem mehr Menschen in Städten als auf dem Land gewohnt haben.
Ebenfalls ausschlaggebend sei laut Dr. Leach die wachsende Connectivity: „Mobile Geräte haben einfach alles verändert!“
Aber auch politische Aspekte wie ein wachsender Druck von regulatorischer Seite führte zu einem Umdenken. „Die Autobauer müssen sich anpassen,“ mahnte Leach. „Man denke beispielsweise an das kommende Verbot von Dieselmotoren in Paris oder die Congestion Charge in London.“
Zu den politisch-regulatorischen Änderungen gesellen sich Änderungen im Verbraucherverhalten, Stichwort „sharing economy“ beziehungsweise „on demand economy“. Last but not least will BMW mit seinen Mobilitätdiensten auf praktische Aspekte wie Parkplatzprobleme in Innenstädten reagieren. Höchste Zeit, denn inzwischen gibt es immer mehr Anbieter, die verschiedenste „Smart Parking“-Lösungen erdacht und umgesetzt haben.

Dr. Mark Leach, CMO von ParkNow (BMW Group), während seiner Session auf der MobileTech Conference 2015 in München.

Mobility-Services im Trio

Bei seinen Bestrebungen setzt BMW einerseits auf bestehen Telematikservices. Man spricht hier von „car-enabled“-Lösungen, sprich Diensten, die dezidiert auf Besitzer von BMW-Fahrzeugen ausgerichtet sind. Dazu zählen beispielsweise Concierge-Services, BMWs Connected Drive Konzept oder das weltweite Netz von Elektroautoladestationen namens Charge Now.
Im sogenannten „car-related“-Segment wenden sich die Münchner an alle Leute mit Führerschein – egal ob BMW-Kunde oder nicht. Die erfolgreichste und bekannteste BMW-Mobility-Lösung ist hier natürlich das Car-Sharing-Angebot DriveNow, das sich pro Monat über 20.000 neue Nutzer freut und die Marke für neue Zielgruppen öffnet. Dazu gesellten sich der Dienst ParkNow, der Nutzern im Großraum San Francisco einen Überblick zur Parksituation verschafft oder das jüngst auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellte Just Park, mit dem man vollautomatisches Parken in Parkhäusern ohne GPS demonstrierte.
Das Trio komplett macht das „car-independent“-Segment. Produkte wie moovit (Smartphone-App für aktuelle Fahrplan-Auskünfte), Life360 (Standortteilen unter Familienmitgliedern per App, 50 Millionen Kunden in den USA), My City Way (elektrischer City Guide) sind weitere mobile Services, die dezidiert auf mobile (Smartphone-) Nutzer ausgerichtet sind.

Mobility – offen für Experimente

Man hat das Gefühl, dass bei BMW nicht nur verstanden wurde, was das Thema Elektromobilität bedeutet, sondern man hat offensichtlich auch ein gutes Gespür dafür entwickelt, welche Auswirkungen das Thema Mobilität auf unsere gesellschaftliche Zukunft – und damit auch die Autoindustrie – haben wird. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass die Münchner in den letzten Jahren eine eigene Vision dazu entwickelt haben, wie man in den kommenden Jahren auf dem Mobility-Markt agieren will. Dabei wagt man sich auch in Bereiche vor, in denen man selten auf traditionelle Automarken trifft und ist offen für Experimente. Das verdeutlichen nicht zuletzt Kooperationen mit dem MIT oder regelmäßig durchgeführte Hackathons mit Entwicklern.

Aufmacherbild: Stefano Tinti / Shutterstock.com

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