Wie die ganze Welt zum Marktplatz wird

Das Smartphone als Shoppingtool
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Das Internet hält Einzug in unseren Alltag. 44 Millionen Deutsche nutzen bereits ein Smartphone, die Zahl wächst stetigt. Das fand die BITKOM nun in einer aktuellen Umfrage heraus; befragt wurden 1013 Personen ab 14 Jahren, darunter 642 Smartphone-Nutzer. Gerade die Mobile Commerce-Branche profitiert sehr von dieser Entwicklung, steht allerdings auch vor vielen neuen Herausforderungen. Die ständige Verfügbarkeit von Produkten und Informationen verändert nämlich nicht nur unser Kaufverhalten, sondern auch unseren Blick auf die Welt.

Die BITKOM-Studie

Wenig überraschend an den Ergebnissen der BITKOM-Befragung ist, dass immer noch jeder Smartphone-Nutzer mit dem Gerät telefoniert – doch auch darüber hinaus wird der digitale Alleskönner vielseitig genutzt. 70 Prozent greifen mit ihrem Smartphone auf soziale Netzwerke zu, fast jeder fotografiert damit. Und ganze 93 Prozent der Smartphone-Nutzer surfen mobil im Internet.

Auch unter Senioren steigt derweil die Akzeptanz von Smartphones. Dank größerer Bildschirme und sich stetig verbessernder Benutzerfreundlichkeit, verwendet auch diese Nutzergruppe das Smartphone inzwischen häufig als Kalender, für Apps und als Kamera. Immerhin 57 % der Senioren nutzen ihr Smartphone sogar schon, um ins Internet zu gehen.

Neue Shopping-Wege

Doch was bedeutet die immer stärkere Verbreitung des mobilen Internets für den Handel? In einer kürzlich von der BITKOM durchgeführten Umfrage äußerten sich deutsche Wirtschaftsunternehmen durchaus positiv zum digitalen Wandel; gerade den stationären Handel plagen aber auch große Ängste. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen und Waren verändert das Kaufverhalten der Konsumenten: Wer etwas Interessantes sieht, muss nicht mehr warten bis er in ein Geschäft gehen kann – es gibt ja alles im Internet. Darauf muss der Handel sich einstellen, um mit den Branchenriesen des Mobile Commerce mithalten zu können.

Zurzeit wird der Mobile Commerce-Markt in Europa von Amazon dominiert, aber auch eine Vielzahl anderer Anbieter buhlt bereits um die Aufmerksamkeit der Kunden. Um sich hier positionieren zu können, bedarf es mehr als eines einfachen Onlineshops. Zwar wächst die Zahl potentieller Kunden stetig mit der Anzahl der Smartphone-Nutzer, doch auch die Ansprüche der Konsumenten sind hoch. Noch suchen beispielsweise die meisten Nutzer am Smartphone nur nach Informationen, um später vom Desktop-Computer aus zu bestellen. Um die Barrieren dabei möglichst gering zu halten, muss die Nutzerführung von Website und Mobilansicht aneinander angeglichen werden.

Schnell muss es sein

Auch technisch stellt die immer weitere Verbreitung von Smartphones die Anbieter vor immer neue Hürden. Es ist nicht nur notwendig, sich den ständig neu hinzukommenden Geräten anzupassen – die Ladezeiten stellen eine ganz eigene Problematik dar. 97 Prozent der begonnenen Kaufvorgänge auf Mobilgeräten werden wieder abgebrochen, als Hauptgrund dafür werden Performanceprobleme genannt.

Mit der weiteren Verbreitung und erhöhten Akzeptanz von Smartphones wird sich aber auch die direkte Bestellung über das Mobilgerät immer weiter durchsetzen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es wichtig, mögliche Störfaktoren früh zu erkennen – der globalisierte Internetmarkt bietet dem Kunden immer eine Alternative, die vielleicht schneller lädt oder über ein besseres Interface verfügt.

Auf in die Zukunft

Die wachsende Anzahl der Smartphone-Nutzer hat allerdings auch unbestreitbare Vorteile, sowohl für die Mobile Commerce-Branche, als auch für die Kunden. Durch die ständige Verfügbarkeit aller Waren über die mobilen Endgeräte werden die Grenzen zwischen „virtueller“ und „realer“ Welt nach und nach verschwimmen. Der Händler um die Ecke kann den Service für das online gekaufte Produkt übernehmen; über Print-Werbekampagnen werden potentielle Kunden auf spezifische Landingpages von Onlineshops gelockt; die coole Jacke des Herrn schräg gegenüber im Zug kann per Bildsuche sofort bestellt werden – und der Onlineshop kennt auch gleich die passende Größe.

Ob ein Artikel nun im Schaufenster eines Ladens hängt oder auf der Straße am Kunden vorbei getragen wird, wird nach und nach in den Hintergrund treten. Schlussendlich werden Smartphones die ganze Welt in einen großen Marktplatz verwandeln. Was gefällt kann sofort gekauft werden, egal wo der Kunde sich gerade befindet. Die Zeit des Mobile Commerce hat gerade erst begonnen!

Aufmacherbild: Flat design concept for mobile marketing and online shopping via Shutterstock.com / Urherberrecht: robuart

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