2014 wird das Jahr der Beacon-Bluetoothtechnologie

Ein Leuchtfeuer an Möglichkeiten
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Auf der letztjährigen WWDC hat Apple iOS 7 vorgestellt. Im Zuge dessen wurde auch eine Technologie eingeführt, die zunächst kaum Beachtung fand. Je mehr man sich jedoch mit dem Thema iBeacon beschäftigt, desto weitreichender scheinen die Konsequenzen, die diese Technologie haben kann. In diesem Artikel werden wir auf die technologischen Aspekte, die derzeitigen Anbieter und die zukünftigen Einsatzfelder eingehen.

Betrachten wir zunächst die Technologie und holen etwas weiter aus: Das große Thema, um das es geht, ist Bluetooth LE oder auch Bluetooth Smart. Das LE steht für Low Energy. Es wurde ursprünglich 2006 von Nokia konzipiert und 2010 in die Bluetooth-Standardspezifikation mit der Version 4.0 aufgenommen. Apple unterstützt Bluetooth 4.0 seit iOS 6, und auch neuere Android-Geräte haben einen Bluetooth-4.0-Chip eingebaut. Es gibt aus heutiger Sicht drei markante Merkmale von Bluetooth LE (im Folgenden mit BLE abgekürzt):

  1.  Im Vergleich zu der vorherigen Version benötigen BLE-Chips wesentlich weniger Akkupower. Die meisten User schalten Bluetooth nur ein, wenn es einen akuten Anwendungsfall gibt, da sonst der Akkuverbrauch rapide ansteigt. Durch das Design der neuen Chips wird dieser Akkuverbrauch auf ein Minimum reduziert. Der alte Standard war verbindungsorientiert, d. h. nachdem eine Verbindung aufgebaut ist, bleibt sie bestehen – auch wenn keine Daten fließen. Für BLE sind einige weitreichende Verbesserungen eingeführt worden: schnelle Transaktionen < 3 ms von Anfang der Verbindung bis Übertragung von Daten, Broadcasting, max. 15 mA Verbrauch, Stern-Topologie, 128 Bit AES-Verschlüsselung – um nur einige zu nennen.
  2. Aktuelle Bluetoothverbindungen sind relativ kompliziert aufzubauen. Mit BLE wird dies für gewisse Anwendungsfälle extrem vereinfacht. Auch ohne, dass eine Benutzerinteraktion stattfinden muss. Aktuell muss man das andere Device suchen, auf „Verbinden“ klicken, evt. Securityparameter übergeben usw.
  3. BLE gibt einige Profile aus den Bereichen Health, Temperatur, Proximity usw. vor. Profile sind Charakteristiken oder Datenschemata, die standardmäßig von der Spezifikation vorgegeben werden. Das heißt, es gibt Hardware, die z. B. per Sensor die Temperatur misst und per Temperatur Profile aussendet. Unterstützende Applikationen können wiederum diese Daten auslesen und verarbeiten. Neben diesen Standardprofilen hält die Spezifikation auch ein generisches Profil bereit, um eigene Profile zu erstellen. Das heißt, die Technologie ist erweiterbar. Was das alles genau bedeutet und welche Auswirkung BLE haben wird, ist vielleicht noch nicht ganz klar. Wir werden jedoch auf einige Use Cases zu sprechen kommen, die es verdeutlichen werden.
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