Ruhe in Frieden, RoboVM!

Microsoft stellt RoboVM ein
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Die vergangenen Monate waren schwer für alle Fans von RoboVM: Erst wurde die Entwicklungsumgebung von Xamarin übernommen, dann wurde Xamarin von Microsoft aufgekauft und RoboVM verlor den Open-Source-Status. Jetzt hat Microsoft entschieden, die Arbeit an RoboVM komplett zu beenden.

Manch einer ahnte es schon bei der ersten Übernahme des Projekts, nun bewahrheiten sich alle düsteren Befürchtungen: Zuerst wurde RoboVM von Microsoft unter eine kommerzielle Lizenz gestellt; nun beendet das Unternehmen die Weiterentwicklung ganz. Der Support für die gegenwärtige Version bleibt bis zum 30. April 2017 bestehen, solange können Entwickler also noch mit ihren bereits aktivierten Lizenzen auf das Produkt zugreifen. Bis dahin können bestehende Projekte auf andere Plattformen migriert werden. Updates wird es allerdings nicht mehr geben.

Lizenzen erstatten lassen

Wer eine Lizenz für RoboVM erworben hat, kann nun eine Erstattung beantragen. Außerdem haben alle Kunden die Möglichkeit, sechs Monate Zugang zur Xamarin Test Cloud oder ein Jahr Zugang zu Hockey App zu erhalten. Details dazu können der offiziellen Mitteilung im RoboVM-Blog entnommen werden.

Was bedeutet das aber nun genau für Entwickler, die bisher mit RoboVM gearbeitet haben? Bestehende Anwendungen werden natürlich weiterhin funktionieren, solange keine Änderungen an iOS ein Update nötig machen. Um Projekte weiterhin pflegen zu können, muss aber nun ein Umzug auf eine neue Entwicklungsplattform stattfinden.

BugVM & Intel Multi-OS Engine

Dazu steht einerseits BugVM zur Verfügung, ein vor der Beendigung des Open-Source-Status erstellter Branch von RoboVM. Mario Zechner, einer der Entwickler hinter RoboVM, gab außerdem bekannt, dass libGDX zukünftig auf die Intel Multi-OS Engine setzen wird. Hier werde laut Zechner sowohl ein breites Tooling unterstützt, als auch an einer Unterstützung für Bitcode gearbeitet. In Sachen Leistung biete die Intel Multi-OS Engine zwar keinen Vorteil, anders als andere Konkurrenten schneide sie aber auch nicht schlechter ab.

Auch Xamarin weist natürlich gewisse Überschneidungen zu RoboVM auf. So ist die für iOS wichtige Bitcode-Unterstützung für Xamarin mit IKVM kein Problem; allerdings mangelt es hier an der Unterstützung für beliebte IDEs, Maven und Gradle. Welche neue Plattform also für welches Projekt geeignet ist, muss jeder Entwickler selbst entscheiden. Eine optimale Lösung, die dem vollen Funktionsumfang von RoboVM entspricht, scheint es erst einmal nicht zu geben.

Diskussionen über das Ende

In der Community wird heiß über das Thema diskutiert. BugVM scheint zwar auf den ersten Blick eine gute Alternative darzustellen, ist aber nicht unumstritten. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass noch eine Menge Arbeit in das Projekt gesteckt werden müsse, damit es mit RoboVM mithalten könne.

Auch die Intel Multi-OS Engine stößt nicht nur auf Gegenliebe. Häufig wird darauf hingewiesen, dass es sich hier erneut um proprietäre Software handelt, deren Entwicklung also jederzeit eingestellt werden könne. Andererseits, so die Diskussionsteilnehmer zum libGDX-Post, zeige das Ende von RoboVM auch, wie schnell Open-Source-Projekte endgültig in den Schubladen großer Unternehmen landen können. Entwicklern bleibt also nichts anderes übrig, als nun nach einer geeigneten Alternative zu suchen.

Aufmacherbild: RIP on Grave Funeral Background via Shutterstock / Urheberrecht: BackgroundStore

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