Split-Screens, Energiesparmodus, Antworten in Notifications

Erste Developer Preview von Android N veröffentlicht
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Früher als erwartet hat Google die erste Developer Preview von Android N veröffentlicht. App-Entwickler haben nun die Möglichkeit, die Kompatibilität ihrer Anwendungen mit dem neuen Betriebssystem auf Nexus-Devices zu testen. Auch bietet die Preview einen ersten Einblick in die Neuerungen, die Android N für Nutzer und Entwickler mitbringen wird. Unter anderem gehören ein Split-Screen-Modus und zwei Updates für die Notifications dazu.

Bereits seit einiger Zeit wird heiß über Android N diskutiert. Googles Entscheidung für die Migration der Codebasis auf OpenJDK 8 gab Anlass zu vielen Spekulationen und ließ einige Sorgen aufkommen: Wird es Probleme mit der Kompatibilität von Anwendungen geben; wie viel Zeit wird Google bleiben, um neben dem Austausch der API-Implementierung noch neue Funktionen zu entwickeln?

Kompatible Devices für Entwickler

Die außergewöhnlich früh veröffentlichte Preview könnte ein Zeichen dafür sein, dass Google die Sorgen der Entwickler ernst nimmt: Dadurch, dass bereits so früh im Entwicklungsprozess ein Build zugänglich gemacht wurde, bleibt noch viel Zeit bis zum Final Release, um alle gemeldeten Bugs zu bearbeiten. Google plant den Final Release zurzeit für das dritte Quartal 2016. Die erste Preview ist mit dem Nexus 5X, dem Nexus 6, dem Nexus 6P, dem Nexus 9 und 9G, dem Nexus Player und dem Pixel C kompatibel, kann aber natürlich auch über den Android Emulator getestet werden. Google empfiehlt, die Preview aufgrund vieler Stabilitätsprobleme vorerst nur zu Entwicklungs- und Testzwecken einzusetzen, nicht aber im Privatgebrauch.

Die aktuelle Preview unterstützt noch nicht alle Java 8 Features. Unterstützt werden aktuell von Android N die Default and Static Interface Methods, Lambda Expressions, Repeatable Annotations sowie einige Reflection- und Language-Related APIs und die Utility-APIs. Einige dieser Funktionen werden über den neuen Jack Compiler samt Toolchain abwärtskompatibel mit vorhergehenden Android-Versionen bis Gingerbread sein. Das trifft beispielsweise auf die Lambda Expressions zu.

Doze-Modus

Die Performance von Android-Devices soll unter Android N außerdem durch eine Weiterentwicklung des Doze-Modus verbessert werden. Dabei handelt es sich um eine Funktion des Betriebssystems, die in Android 6.0 eingeführt wurde, um die Akkulaufzeit mobiler Geräte durch die Einsparung von Energie bei ausgeschaltetem Bildschirm zu verbessern. Bislang bezog sich dieses Feature nur auf Geräte, die sich stationär an einem Ort befinden. In Andorid N wird der Doze-Modus auch auf Geräte in Bewegung ausgeweitet, wenn deren Bildschirm ebenfalls über einen bestimmten Zeitraum hinweg ausgeschaltet bleibt. Dadurch, die CPU- und Netzwerkauslastung einzuschränken, soll die Akkulaufzeit auch unterwegs optimiert werden.

Split-Screen-Modus

Zu den neuen Funktionen von Android N, die für App-Entwickler und Nutzer spannend sind, gehört mit Sicherheit der neue Multi-Window-Modus. Auf kleinen Devices ist es damit möglich, zwei Apps nebeneinander anzeigen zu lassen; auf TV-Geräten kann sogar ein Bild-in-Bild-Modus genutzt werden, der die Videowiedergabe neben der Nutzung anderer Anwendungen ermöglicht.

Entwickler können über die Android-N-Preview Spezifikationen dazu vornehmen, wie ihre App künftig im Split-Screen-Modus angezeigt werden soll. Dabei kann eine Mindestgröße für die App-Darstellung definiert werden. Um den Bild-in-Bild-Modus zu nutzen, muss android:supportsPictureInPicture auf true gesetzt werden. Entwickler, die auf dem Pixel C arbeiten, sollten jedoch noch vorsichtig mit dem Testen dieser Funktion sein: Die Veränderung der Fenstergröße im Multi-Window-Modus kann hier zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch zu Abstürzen führen.

Notifications

In Sachen Notifications gibt es gleich mehrere Neuigkeiten. Am interessantesten davon ist wahrscheinlich die Option, künftig direkt innerhalb einer Notification auf diese zu Antworten. Nutzer werden in Android N die Möglichkeit haben, über den Notification-Dialog eine Eingabe vorzunehmen um beispielsweise auf eine Chat-Nachricht zu antworten. Diese Eingabe wird dann durch das System an die App gesendet und dort verarbeitet. Dazu wurde das „RemoteInput“, das Entwicklern bereits von Android Wear bekannt ist, für Smartphones und Tablets verfügbar gemacht.

Außerdem erlaubt es die Notification.Builder.setGroup() Methode künftig, mehrere Notifications der gleichen Anwendung als Gruppe anzeigen zu lassen. Diese kann dann stufenweise erweitert werden, sodass der Nutzer nach und nach Informationen zu den einzelnen Benachrichtigungen aufrufen kann. Diese Funktion ist ebenfalls aus Android Wear übernommen. Ihre Nutzung ist laut Google dann empfehlenswert, wenn es sich um eine Situation handelt, in der eine übergeordnete Notification vorhandenen ist, zu der weitere Sub-Notifications gehören, die aber individuell anschaubar sein sollen.

Data Saver gegen zu viel mobilen Traffic

Der Data Saver wird Nutzern außerdem künftig dabei helfen, ihre mobile Datennutzung außerhalb von Wifi-Netzwerken zu verbrauchen. Dabei handelt es sich jedoch um eine optionale Funktion, die erst vom Nutzer aktiviert werden muss. Ist das der Fall, blockiert der Data Saver Hintergrundtraffic und versucht den Datenverbrauch aktiver Apps zu limitieren. Über das ConnectivityManager-API können Entwickler einstellen, ob ihre Apps den Data Saver nutzen sollen oder nicht.

Außerdem ermöglicht es Andorid N dem Nutzer, TV-Sendungen aufzunehmen und zu speichern, um sie später anzusehen. Dabei können gleich mehrere Sendungen auf dem Gerät abgelegt werden, natürlich limitiert durch den Gerätespeicher. Wie dieser Service verfügbar gemacht werden kann, erklärt Google in der Dokumentation der Preview.

Eingeschränkte Test-Funktionalität

Entwickler, die die neue Android-Version nun testen möchten, können dafür das neue Beta-Programm nutzen, das Google gestartet hat. Darüber ist es nicht nur möglich, die Developer Preview auf einem Gerät zu installieren, sondern auch automatische Updates zu erhalten.

Zu beachten ist allerdings, dass dieser erste veröffentlichte Build von Android N noch nicht für die Compatibility Test Suite (CTS) freigegeben ist, wodurch manche Apps noch nicht unter Android N laufen. Andere Apps, inklusive einiger Google-Apps, werden im weiteren noch nicht normal funktionieren, wie Google angibt; auch sollten Entwickler damit rechnen, dass Android N zeitweise noch langsam läuft oder Geräte nicht mehr reagieren. In Android for Work gibt es noch Probleme mit der Erstellung von Keys im Key Store und einige weitere Bugs.

Regelmäßige Releases geplant

Wie Google angibt, sollen nun bis zum Final Release alle vier bis sechs Wochen neue Previews erscheinen. Die ersten drei Previews sollen dabei vor allem dem frühen Testen dienen, Entwickler sollten sich darauf einstellen, dass noch Veränderungen an den APIs vorgenommen werden. Ab Preview vier und fünf, erwartet im Sommer dieses Jahres, soll dann die finale Implementierung der Android N APIs und SDK vorliegen.

Wie Entwickler die aktuelle Preview installieren können, erklärt Google in der Dokumentation.

 

Aufmacherbild: Asif Islam / Shutterstock.com

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